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Türkei mit Aprilscherz?

Side, Club Grand Side, Colakli

Türkische Riviera Club Grand Side Colakli
vom 1. - 8. April 2001

Teilnehmer:
Helga, Herwig, Timo und Mark

Erster April

Es ist der 1. April (kein April-Scherz). Um 13.30 Uhr holen Reymond und Mark uns ab. Sie sind etwas früher als abgesprochen, so daß wir noch den Rest der Pommes und Schnitzel essen.


Wir fahren mit Reymonds Wagen ohne Stau zum Flughafen Hamburg. Dort werden wir am falschen Terminal abgesetzt, doch wir wandern problemlos zum richtigen Abflug-Terminal. Beim Ein-Checken fehlt zunächst Helgas Personal-ausweis, dann stelle ich beim Anstehen fest, daß mein Personalausweis abgelaufen ist, halte das aber für nicht besonders wichtig (hat ja bis jetzt z.B. in Rhodos auch keine Probleme gegeben). Ganz anders sieht das die Dame am Check-In-Schalter. Nicht nur sie, auch die später hinzugezogene Chefin (ich hatte mir in der Zwischenzeit einen Ersatz-Ausweis beim Bundesgrenzschutz ausschreiben lassen) sagen, daß die Fluggesellschaft hohen Strafen bezahlen müßten und ich deshalb nicht mit fliegen könne. Wir sind schockiert! Eigentlich wollen Helga und Timo nicht allein fliegen, doch ich überrede sie, daß ich versuchen würde, später hinterher zu fliegen, wenn ich mir den noch im Safe liegenden Paß geholt habe. Doch auch der spätere Flug ist ausgebucht, so daß wir Hennings Angebot, mir den Paß zu bringen, nicht annehmen können. So fliegen die 3 anderen nach langem Überlegen los und ich fahre mit Bus und Zug zurück nach Delmenhorst. Ich informiere Jens, Günther, Untermieter und Henning über mein Mißgeschick. Jens fragt später nach, ob es sich um einen Aprilscherz handele. Abends trinken Henning und ich ein Bier und beratschlagen, wie ich noch nach Side kommen kann. Durch viele Telefonate von Henning und durch Teletext sehen wir, daß die größten Chancen in Hannover liegen.
Zu gleicher Zeit kommen Helga und die beiden Jungs gut im Club-Hotel Grand Side an und tauschen ihre Zimmer, da die Jungs einzeln stehende Betten haben wollen.

2. April
a) Helga
Viele Kellner kümmern sich um Helga Wohlbefinden. Sie nimmt an der Informationsveranstaltung von Neckermann teil, ißt zu Mittag und fährt nach dem Mittagsschlaf (man höre und staune - in einem völlig fremden Land) mit dem Dolmusch nach Manargua, um sich den Markt anzusehen. Dort hat sie Streit mit einem unsympatischen Lederhändler und spricht lange mit dem Gewürzhändler. Abends ißt sie gemeinsam mit den Jungen zu abend. Danach Fernsehabend mit viel Reklame, da nur SAT 1 und RTL zu empfangen sind. Da vom Hotelempfang gesagt wurde, daß Herwig morgens früh um ca. 5 Uhr kommen würde, legt sich Helga früh schlafen.


b) Herwig
Ich fahre morgens gegen 7.45 mit dem Wagen los, hole Geld mit Helgas Karte und fahre dann weiter zum Flughafen Hannover. Dort versuche ich bei verschiedenen Firmen, noch eine Flugkarte für den Flug um 11.10 Uhr zu bekommen, doch auch der ist ausgebucht. Bei einem türkischen Last-Minute-Händler buche ich für DM 420,- einen Flug für 18.50 nach Antalya. Ich bin froh, daß ich es geschafft habe. Ich versuche Jens telefonisch zu informieren, doch er ist auf dem Weg nach Hamburg. So fahre ich mit dem Wagen zunächst in Richtung Hannover - Innenstadt, frage auf dem Wege nach den Herrenhäuser -Gärten und finde dieses Ausflugsziel nach kürzerem Suchen. In den schön angelegten Gärten lese ich den Stern, wandere herum, später auch in den Gewächshäusern, schlafe kurzzeitig auf einer Bank und fahre dann wieder zurück zum Flughafen. Ich informiere telefonisch unser türkisches Hotel, daß ich um ca. 22.50 Uhr in Antalya sein werde. Pünktlich 2 ½ Stunden vor Abflug finde ich mich am Abflugsschalter ein, muß aber noch ca. ½ Stunde warten, bis dieser geöffnet wird. Dort liegt kein Flugschein für mich vor und man schickt mich zurück zu der Stelle, wo ich gebucht habe. Diese sagen aber, daß ich mich an das Servicebüro wenden muß, dort ist aber niemand. Auch nach Rücksprache am Servicetelefon, daß bald jemand kommen würde, läßt man mich und auch andere Leute lange warten und ich werde immer unruhiger, ob ich meine Flug bekomme. Endlich bekomme ich den Flugschein und kann pünktlich los fliegen. Gegen 22.50 Uhr kommen wir in Antalya an. Die Busfahrer sind aus versicherungs- technischen Gründen nicht bereit mich mit nach Side zu nehmen, so muß ich für 85,- DM mit dem Taxi die ca. 100 km fahren. Der türkische Taxifahrer hat große Schwierigkeiten unsere Club-Anlage in Colakli zu finden. Als ich ankomme, bringt man mich mit meinen Koffern in das Zimmer 1512, aber keiner ist da, und das um Mitternacht. Ich suche in der Club-Anlage und finde nur Timo und Mark in der Bar, die aber nicht wissen, wo Helga sein kann. Ich suche weiter bis sich Mark plötzlich erinnert, daß die Jungs das Zimmer mit Helga getauscht haben. So wecke ich Helga, die schon schläft und wir erzählen uns noch lange unsere Erlebnisse.



3. 4.
Gegen 8.30 Uhr wachen wir auf. Nach einem reichlichen Frühstück schauen wir uns bei einem sehr netten Lederhändler außerhalb des Clubs Lederjacken an und lassen eine Jacke anfertigen. Danach legen wir uns auf die Liegen der Pool-Bar und sonnen uns - es ist richtig warm. Das Mittagsbuffet ist reichlich, so daß wir danach gut schlafen können. Nachmittags fahren wir mit dem Dolmusch nach Side. Wir unterhalten uns auf der Fahrt mit einem jungen Pärchen. Er studiert in Unterhaching, sie ist Französin), Wir machen einen Bummel am Amphit-Theater vorbei in die Altstadt, in der antike Säulen und Basare ineinander fließen. Wir kaufen für mich ein Hemd und trinken dann gemütlich am Hafen Kaffee und Orangensaft. Der Ober schlawänzelt um uns herum und fordert später für diese beiden Getränke DM 10,--. Helga ist empört und kann sich lange Zeit nicht beruhigen. Wir wandern durch die durch abgelegene Felder zurück zur Dolmusch-Station. Jemand sagt uns, daß von dort kein Dolmusch mehr nach Kolakli fahren wird und will uns ein Taxi aufschwatzen, wir fragen aber woanders und natürlich finden wir noch ein Dolmusch für uns. Nach ein reichlichen Abendessen trinken wir noch etwas in der Bar. Dort kann ich mir noch ein Teil des Spiels Bayern gegen Manchester ansehen. Timo und Mark sind auch da und bekommen von uns ein Bier ausgegeben, da an sie kein Alkohol ausgeben wird.

4.4.
Das Wetter ist etwas bedeckt, deshalb entscheiden wir uns, nach dem Frühstück am Strand entlang in Richtung Side zu wandern. Barfuß geht’s am besten. Nach kurzer Zeit kommt auch die Sonne durch. Nach ca. 1 km wandern wir an einem Hotel-ähnlichem Komplex vorbei, der von diversen Soldaten mit Maschinengewehren bewacht wird und wo einige Soldaten arbeiten. Ein Stück weiter ist eine völlig heruntergekommene Club-Anlage verlassen. Wir wandern bis Kumkö und kehren nach ca. 1 Stunde Wanderung um. Der Rückweg geht schnell, so schnell, daß wir unseren Hoteleingang verpassen. Erst ca. 1 km danach fragen wir und müssen diese Strecke wieder zurück. Helgas Fuß tut weh, mein Knie meldet sich nach diesem ca. 2 ¾-stündigen Marsch durch den Sand auch. Wir haben Glück, daß wir noch etwas zu essen bekommen. Erschöpft machen wir einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Gegen 16.00 Uhr trinken wir an der Pool-Bar Kaffee und lesen noch auf den Liegestühlen. Nach dem Abendessen sehen wir uns die Wahl des Mr. Club Grand Side an. Auch Timo und Mark haben sich einen Tisch erobert.

5.4.
Wir wachen gegen 8.45 Uhr auf und hören ein unangenehmes Geräusch: es regnet. Mit Schirm und Regenjacken bewaffnet gehen wir zum Restaurant und frühstücken drinnen. Erst wollen wir uns einen faulen Vormittag machen, da Helgas Fuß immer noch schmerzt, doch als der Regen aufhört, entscheiden wir uns, nach Antalya zu fahren. Zunächst fahren wir mit dem Dolmusch nach Manargua. Dort bekommen wir kurze Zeit später einen Bus, der uns durch blühende Apfelsinenhaine und fruchtbare Felder nach ca. 1 ¼ Stunden nach Antalya zum Otogar bringt. Von dort fahren wir mit einem anderen Bus ins Zentrum. Wir finden den Basar, den ich schon 10 Jahre vorher besucht hatte, können aber nicht viel herum wandern, da Helgas Bein sehr schmerzt. Wir bekommen im Freien einen Platz in einem Restaurant des Basars. Es schmeckt hervorragend, wir haben viel zu sehen; Essen und trinken - alles zusammen kostet nur DM 22,--. Von dort gehen wir weiter zum Hafen, doch für Helga ist das mit den Schmerzen im Bein fast eine Qual. Als wir an der Hauptstraße nach dem Bus zum Otogar fragen, erfahren wir, daß der richtige große Basar ca. 500 m weiter entfernt sei - zu spät. Die Rückfahrt ist noch interessanter, da wir sogar Erfrischungsgetränke und Obst angeboten bekommen. Man bringt uns bis zum Ortseingang und von dort fahren wir mit einer Österreicherin mit dem Taxi zum Hotel. Ein kaltes Bier erfrischt uns und freuen uns aufs Abendbrot, das aber nicht so gut wie am Vorabend ist. Danach gehen wir ganz gespannt zum Lederwarengeschäft, um zu sehen, wie Helgas Jacke ausgefallen ist. Die Anprobe zeigt, daß völlig falsch abgemessen worden ist. Der nette Verkäufer ist sehr zerknirscht, ein anderer versucht uns zu überreden: wir können alles ändern, was wünschen Sie, wo kommen Sie her? Helga sagt, daß sie große Zweifel habe und die Jacke nicht mehr kaufen möchte. Etwas unwillig gibt man uns die Anzahlung - wie vorher versprochen - zurück. Beim nächsten Lederhändler versucht dieser uns von einer Jacke zu überzeugen, aber sie sitzt nicht. Danach versuchen wir es bei dem Lederhändler in unserer Hotel-Anlage. Wir finden einen Schnitt ganz gut, suchen Leder aus, der Schneidermeister wird geholt und mißt noch einmal ab. Die von uns mitgebracht „Tunesien-Lederjacke“ verbessert er über Nacht durch Auftragen von Fett.


Die Abendshow ist nicht sehr überzeugend.

6.4.
Wir machen um 8 Uhr die Vorhänge auf: herrlicher Sonnenschein, aber Helgas Bein tut immer noch weh. Deshalb überlegen wir, mit dem Dolmusch und Taxi zu den Managua-Wasserfällen zu fahren. Während der Fahrt liest Helga im Buch über die Bananenfelder von Incecum und die andersartige Natur in diesem Gebiet. So entscheiden wir uns, von Managua aus, dorthin weiterzufahren. Wir finden aber keinen Stadtkern, wo wir aussteigen könnten, so fahren wir weiter nach Alanya, das wir nach ca. 1 Std. für DM 10,-- erreichen. Wir fahren mit dem Taxi zum Hafen und essen dort teuer (32,- DM), aber nicht lecker, was auch der charmante Ober nicht wettmachen kann. Zurück gehen wir über den Freitags - Markt, kaufen Honig zum halben Preis für Habermanns, stellen aber später fest, daß wir immer noch zuviel bezahlt haben. Zurück fahren wir mit dem Dolmusch und sind gegen 17 Uhr in unserer Anlage. Ich schwimme im Meer und gehe in die Sauna, Helga liest und badet.
Nach dem Abendessen probiert Helga die geschneiderte Lederjacke an, aber sie ist noch zu eng; die Jacke wird um 1 Größe erweitert (Zauberei?) und ist um 21.30 Uhr fertig. Sie steht Helga sehr gut und deshalb können wir sie bedenkenlos kaufen. Danach sehen wir uns die Playback-Show (nicht schlecht) an, ich gewinne 1 Flasche Wein.

7.4.
In der Nacht hat es ein Gewitter gegeben. Als wir aufwachen, regnet es. Das bleibt auch unverändert nach dem Frühstück. So legen wir uns wieder ins Bett und schlafen bis zum Mittagessen. Dieses schmeckt sehr gut. Danach fahren wir nach Manargua und schauen uns die Wasserfälle an. Auf den Kamelen, die uns immer wieder „angedient“ werden, reiten wir nicht, dafür trinken wir Kaffee und Sprudel oberhalb der imposanten Wasserfälle. Wieder zurück in Manargua wandern wir zunächst durch touristische Gebiete, dann aber auch durch abgelegenere Straßen, wo kleine Geschäfte mit Möbeln, Gardinen, Schrauben und für den sonstigen Bedarf sind. Sehr beeindruckend ist, was die Menschen alles in Eigeninitiative tun können.
Das Abendessen schmeckt hervorragend. Abends gehen wir zur Hitparade und tanzen zum Schluß beim Break Dance mit.

8.4.
Den Rückflug können wir gemeinsam machen. In Hamburg holt uns Reymond ab, aber ich muß ja weiter nach Hannover, um das Auto abzuholen. Alles klappt problemlos.

Dieser Reisebericht wurde am 25. Juni 2007 von Ruegenfreund verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Side, Club Grand Side, Colakli, Türkei mit Aprilscherz?, Side, Manargua, Kumkö, Incecum, Alanya.

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