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Mystisches Manacor mit rasselnden Ketten: Auf Mallorca ist Ostern ganz anders

Canyamel, Manacor

Ketten rasseln, Kerzen leuchten, Hunderte von Menschen stehen an den Straßenrändern und schauen zu: Die Osterprozessionen auf Mallorca, so hatten meine Schwester und ich gehört, sollen unvergesslich sein.




Da wir das schlechte Wetter in Norddeutschland leid waren, buchten wir kurzerhand einen Flug nach Mallorca und mieteten eine Ferienwohnung in Canyamel an der Ostküste. Canyamel ist in dieser Jahreszeit noch ruhig und beschaulich, doch wir wollten es gar nicht anders haben.

Die Ferienanlage in der Nähe der Höhlen von Artá begeisterte uns, weil wir die Sonne auf der großen Terrasse genießen wollten – mit Blick auf das Meer und den Strand und die Bucht. Wir wurden nicht enttäuscht. Zwei Schlafräume im Souterrain, ein großes Wohnzimmer mit Blick auf das Mittelmeer, eine gut ausgestattete Küche reichten uns für zwei Wochen Erholung in der Sonne. Da wir wussten, dass es abends doch noch kühl werden konnte, hatten wir uns mit warmen Pullovern eingedeckt und erkundeten die Ostküste von oben bis unten.



Die Semana Santa, die Heilige Woche vor Ostern, erwarteten wir mit Spannung und wurden nicht enttäuscht. Unser Ziel war Manacor, in dem zu dieser Jahreszeit nur wenige Touristen sind, denn die zweitgrößte Stadt Mallorcas ist immer noch in spanischer Hand – im Gegensatz zu vielen Orten an der Küste, in denen mehr englísch und deutsch gesprochen wird als die Landessprache.  Gründonnerstags abends machten wir uns deshalb mit dem Mietwagen auf den rund eine halbe Stunde weiten weg. Der freundliche Hausservice vor Ort hatte sich für uns erkundigt, wann die Prozession stattfinden sollte, denn wir wollten alles von Anfang bis Ende erleben.

Fast eine Stunde verharrten wir am Bürgersteig, der von Menschen gesäumt war. Fast hatte man den Eindruck, ganz Manacor war auf den Beinen. Wahrscheinlich war das auch so. Zufällig standen wir neben einem deutschen Ehepaar, das in Manacor eine Schreinerei betreibt. Die beiden erzählten uns, dass zur Osterprozession die so genannten Bruderschaften zusammen kommen, um mit ihren spitzen Mützen durch die Straßen zu ziehen und das Leiden und die Auferstehung Christi zu demonstrieren. Trommeln, Posaunen, das Rasseln von Ketten und unzählige Kerzen begleiteten die Prozession mit den wundervoll geschmückten Wagen und Jesus am Kreuz.



Für die Kinder war die Prozession ein wunderschönes Spektakel, denn sie wurden reichlich mit Bonbons von den Bruderschaften belohnt. Am Ostersamstag fuhren wir wieder heim und versteckten Ostereier für unsere zwei Kinder im Garten. Abends erzählten wir ihnen, wie die Mallorquiner Ostern feiern. Im nächsten Jahr wollen sie unbedingt mit. Wir mieten dann eine Finca auf dem Land und bleiben über die Feiertage – damit wir ein bisschen deutsche Tradition im Garten verstecken können.

Andrea Richter

Dieser Reisebericht wurde am 02. März 2010 von AndreaHunk verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Canyamel, Manacor, , Mystisches Manacor mit rasselnden Ketten: Auf Mallorca ist Ostern ganz anders, Mallorca, Immobilien, Luxusvilla, Ferienwohnung, Ferienhaus.

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