Im Jahr 2005 bin ich mit fünf Freunden nach Schweden gefahren, um dort eine Kanutour auf den süd-schwedischen Seen zu machen. Da man zu einer solchen Camping- Tour eine Menge Gepäck braucht sind wir mit dem Auto und der Fähre nach Südschweden gefahren, Ausgangspunkt unserer Tour war die Stadt Arvika.
Nach 12 Stunden Fahrt endlich in Arvika angekommen haben wir uns zunächst auf dem örtlichen Campingplatz direkt am See einquartiert, und dann die Stadt erkundet. Arvika ist eine sehr ländliche Kleinstadt mit einer kleinen Einkaufsmeile und mehreren großen Supermärkten, es gibt kaum Möglichkeiten wegzugehen. Dafür liegt die Stadt aber malerisch an den großen Seen. Über die deutsche Firma Rucksack- Reisen hatten wir in Arvika schon im Voraus Boote und Ausrüstung für unsere Tour gemietet, von der Firma erhielten wir auch den Vorschlag für die Route unserer Kanu- Tour. So machten wir uns am nächsten Morgen auf zum örtlichen Quartier des Reiseveranstalters. Dort erhielten wir unsere Ausrüstung, die ein netter Guide auch direkt, zusammen mit uns, zum Ausgangspunkt der Tour an einem kleinen See in der Wildnis brachte. Dort erhielten wir noch einige Ratschläge bezüglich des Umgangs mit den Booten und der Route, und dann ging es endlich los.
Die folgenden zwei Wochen paddelten wir mit unseren Kanadiern und unserem Gepäck durch die absolute Wildnis. Die meisten Lebensmittel für diese Zeit hatten wir schon aus Deutschland mitgebracht. Wir hätten zwar auch in Arvika einkaufen können, das Essen ist in Schweden aber um einiges teurere als in Deutschland und so haben wir das meiste importiert. Es kam nur äußerst selten vor dass wir anderen Urlaubern oder Einheimischen begegneten, an unserer Strecke lagen nur zwei winzige Orte, in denen wir neue Vorräte kauften. Wir paddelten fast den ganzen Tag, gegen Abend suchten wir uns dann eine schöne Insel mitten im See oder einen hübschen Strand um dort unsere Zelte aufzuschlagen und zu übernachten. An einigen, besonders malerischen Stellen gab es auch bereits vorbereitete Schlafplätze für Kanufahrer mit kleinen Hütten, einer Toilette und einem Grillplatz. Als anstrengend erwiesen sich die Stellen an denen wir die Kanus umtragen mussten, das bedeutete das man das ganze Gepäck ausladen, und Kanus und Gepäck auf kleinen Wagen, die der Veranstalter und mitgegeben hat, zum nächsten See schieben muss.
Da es regelmäßig regnete war die Waldbrandgefahr in Schweden in diesem Sommer nicht sehr groß, so hatten wir Glück und konnten abends auf dem Lagerfeuer etwas kochen. So verbrachten wir die Abende, nach einem ausgiebigen Bad in den meist eiskalten Seen, am Lagerfeuer. Dort kochten wir gemeinsam, sangen und tranken Tee mit Rum. Da die schwedischen Seen sehr sauber sind tranken wir das Wasser das wir tagsüber, in der Mitte der Seen, in unsere Kanister gefüllt hatten. Mehrmals konnten wir Elche und Biber aus der Ferne beobachten. Insgesamt brauchten wir zwei Wochen um so, mit dem Kanu, Arvika wieder zu erreichen. Dort stürmten wir zunächst alle die Dusche des Campingplatzes, um uns zum erstem Mal nach zwei Wochen Wildnis wieder heiß zu waschen. Danach machten wir uns auf ins Zentrum um dort die kleine Einkaufsmeile zu erkunden. Abends entdeckten wir Pizza Charly, die einzige Pizzeria in der Innenstadt, in der wir sehr günstig und gut Pizza aßen. Am nächsten Tag begann der zweite Teil unserer Reisen: wir packten unsere Campingausrüstung zusammen und fuhren über die nicht weit entfernt liegende Grenze nach Norwegen, um dort in Oslo einen Freund zu besuchen.
Der norwegische Freund von uns leistete grade seinen Zivildienst in Oslo ab und hatte sich netterweise bereiterklärt uns bei sich aufzunehmen. So hatten wir eine Unterkunft mitten im Stadtzentrum von Oslo, das Auto ließen wir in einem Vorort zurück da Oslo zwar eine wunderschöne Stadt, aber keine Stadt für Autos ist. Nach einem Rundgang durch die Stadt am ersten Tag besichtigten wir am nächsten Tag das Museum des bekannten norwegischen Malers Edvard Munch, das mitten im Zentrum der Stadt liegt. Auch der Hafen von Oslo, der in den Oslo - Fjord mündet ist sehr sehenswert. Hier kann man mit einem von den Linien- Schiffen zu den zahlreichen Inseln im Fjord fahren. Wir hatten uns dabei für das so genannte Bunny- Island entschieden, eine Insel auf der massenweise Kaninchen leben, da es für sie dort keine natürlichen Feinde gibt. Abends zeigte unser Gastgeber uns das Nachtleben Oslos. Die Stadt erwies sich als sehr interessant, mit vielen Studenten und zahlreichen Bars und Kneipen.
Der Alkohol ist zwar um einiges teurer als in Deutschland, das Bier in den Kneipen war aber noch bezahlbar. Dafür erwies sich das Essen in Oslo als extrem teuer und unser Gastgeber war absolut dankbar über die Überreste unseres Campingurlaubs, die wir ihm daraufhin komplett überließen. Nachdem wir die Preise für Alkohol in den norwegischen Geschäften gesehen hatten entschieden wir auch sämtliche Alkohol- Vorräte des Urlaubs, die wir größtenteils nicht gebraucht hatten, in Oslo zu lassen, und machten unseren Gastgeber und seine Freunde damit endgültig glücklich. An unserem dritten Tag in Oslo besichtigten wir noch den Skulpturen- Park der Stadt und das Wikinger- Museum, das etwas außerhalb liegt, die Fahrt aber durchaus wert war. Oslo hat sich uns als sehr sympathische Stadt mit vielen kleinen Gassen, alternativen Läden und einem studentischen Flair präsentiert, in die wir alle jederzeit zurückkehren würden. So verbrachten wir auch den letzten Tag in Oslo damit die Innenstadt und das Studentenviertel zu erkunden. Abends kochten wir noch einmal für unseren Gastgeber, der seine kleine Wohnung über der Stadtbibliothek mit uns geteilt hatte. Später kamen dann noch seine Freunde zu einer Abschiedsparty die bis in die frühen Morgenstunden dauerte. Am nächsten Tag machten wir uns auf die lange Heimreise nach Deutschland.
Dieser Reisebericht wurde am 26. Juli 2007 von Bros
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Arvika, Camping, Kanutour in Schweden, Kanutour auf den süd-schwedischen Seen.
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