Helga stellt den Wecker auf 5.00 Uhr, was sich dann auch als sehr sinnvoll herausstellt.
Pünktlich um 6.30 Uhr kommt die Taxe – der letzte Koffer ist gerade zu.
Um 6.53 Uhr fahren wir von Delmenhorst nach Hannover und steigen um 9.03 in den IC nach Oberstdorf. Die Fahrt ist einwandfrei, wenn auch langweilig und nicht gerade schonend für die Hinterbackenknochen. Um 16.18 Uhr erreichen wir Oberstdorf und haben Glück, dass der Bus ins Kleinwalsertal sofort losfährt. Der nette und leutselige Busfahrer hält direkt vor unserem Haus „Landhaus Jägerwinkel“, hat dann aber Probleme, auf der glatten Straße wieder anzufahren. Wir klingeln mehrmals. Die Wirtin hört uns nicht, da sie anderen Gästen deren Appartement zeigt. Es öffnet ein Gast und kurze Zeit später kommt dann auch Frau Pfeifer und zeigt uns auf ihre nette Art unser Appartement. Wir packen aus und wandern dann im Schneetreiben Richtung Mittelberg. Nach längerem Suchen entscheiden wir uns für die „Bauernstube“ und sind begeistert vom Kräuterschnitzel (panierte Pute + Gemüsekartoffeln) sowie von den Käsespätzle mit Salat.
Montag, 3. 1.
Ich kaufe fürs Frühstück im nahe gelegenen Geschäft ein; dazu gibt’s zum Frühstück die von der Wirtin bestellten Brötchen. Gegen 9.30 Uhr wandern wir bei Schneefall talabwärts über Hirschegg (kaufen Wurst) nach Ritzlern, wo wir Käse kaufen und die sonstigen Einkäufe machen. Nach 2 ½ Stunden fahren wir mit dem Bus zurück, essen Wiener mit Salt und leckeren Brötchen und machen Mittagschlaf. Nachmittags fahren wir mit dem Bus nach Oberstdorf. Die Stadt ist stark belebt und viele Geschäfte sind für uns sehr interessant. Wir wandern bis zur sehr beeindruckenden Schattenberg-Skischanze und sehen dort einen malerischen Bachlauf mit vielen Eiszapfen. Zurück geht’s am Schlittschuhstadion vorbei wieder durch die Stadt zum Bus. Gegen 17.20 Uhr fahren wir mit dem Bus zurück und gehen direkt zur Bauernstube (Helga: Karton + Gemüse, ich: Heringsfilet). Abends sind wir nach den 5 Stunden, die wir insgesamt gewandert sind, gut müde.
Dienstag, 4. 1. (herrlicher Sonnenschein)
Beim Aufwachen sehen wir bei herrlichem Sonnenschein die hohen verschneiten Berggipfel – es ist traumhaft schön! Wir genießen beim Frühstück die leckeren Mitbringsel vom Vortag. Gegen 9.45 Uhr fahren wir mit dem Bus nach Hirschegg und suchen den Bauernhof, wo die Schlittenfahrt, die ich zum 60. Geburtstag geschenkt bekommen habe, starten soll. Wir passieren eine Lifttrasse und ich bekomme so richtig Lust, Ski zu fahren. Wir wandern durch ein breites Tal zum „Hammerhof“. Neben dem Gasthof liegt der Stall für die Pferdeschlitten. Das Ferienhaus „Landhaus im Aue, Wäldle 8 in Hirschberg gefällt uns als „Sommerferienwohnung für später“ sehr gut. Wir entscheiden uns, die 45 Euro teure Kutschfahrt abzusagen und dafür lieber mit der Kabinenbahn die Kanzelwand von Riezlern aus hochzufahren. Das Anstehen für Auffahrt wird zum Abenteuer. Erst kommen wir von der falschen Seite zur Kasse und müssen uns wieder neu anstellen. Dann warte ich an der Kasse ziemlich lange und bis mir gesagt wird, dass die Nebenkasse ganz frei ist. Dann beginnt der „Kampf“ beim Anstehen, bei dem gedrückt und geschoben wird. Zwischenzeitlich werden wir fast getrennt, da ich plötzlich in einen Sog komme, während Helga stecken bleibt. Erst ¾ Stunde später können wir in die Kabine steigen, die uns in die wunderbare Bergwelt bringt. An der Bergstation beobachten wir Ski- und Snowboard-Fahrer, die sich steil in den Tiefschnee-Hang stürzen und unten sogar auf einer kleinen Schanze Vorwärts- und Rückwärts-Überschläge machen. Im Restaurant am Berggipfel essen wir Gulaschsuppe und Kaiserschmarren und schauen noch eine Zeit den Skifahrern zu und fahren dann wieder zur Talstation zurück. In der Sonne warten wir ca. 20 Minuten auf den Bus, der uns zurück in unsere Wohnung bringt. Nach dem Mittagschlaf wandern wir nach Mittelberg, reservieren einen Platz für Donnerstag beim „Kronenwirt“, kaufen eine Norwegermütze für Helga und wandern zurück zur Pension. Ich gehe in die Sauna und erfahre erst später, dass ich mich hätte anmelden müssen, Helga liest. Danach essen wir in der Bauernstube (Helga: „Entrecote mal anders“ ich „Lammtopf“. Von beiden Essen sind wir total begeistert, so dass wir für Freitag- und Samstagabend Plätze reservieren. Vom Haus bekommen wir noch einen Himbeer- und Birnenschnaps spendiert. Sehr zufrieden beschließen wir den Tag mit Fernsehen.
Mittwoch, 5. 1. ( wieder herrlich sonnig)
Beim Aufwachen sieht man schon auf den Berghängen die Sonne. Ich freue mich, dass ich heute Skifahren kann. Wir stehen nicht zu spät auf, frühstücken wieder lecker und fahren gegen 9.30 Uhr nach Hirschberg. Der erste Skiverleih in der Nähe des Hangs hat keine Skier mehr, so dass wir zurück zur Straße zu einem anderen Verleih gehen müssen. Der Verleih ist äußerst interessant: „über den Preis wird man sich schon einigen, „wie gut fahren Sie? – seit 40 Jahren – ich auch, das muss nicht heißen „gut“, also nehmen sie besser Anfänger-Skier – Größe der Füße: das macht alles mein Messgerät“ etc.
Leichte Bedenken habe ich, dass es nur noch Carving-Skier gibt, aber als ich dann mit der 3-Stunden-Karte (14,50 €) oben am Berg ankommen und die erste Kurve gefahren bin, klappt es bei herrlichem Sonnenschein und tollem Schnee wunderbar. Ich komme mir um Jahrzehnte jünger vor! Bei den ersten 2 -3 Abfahrten steht Helga am Lift und fotografiert, dann geht sie zum Einkaufen und ich fahre auf der anderen Seite des Berges einige Male hinunter und dann wieder auf der Bergseite, wo ich angefangen habe. Um 11.40 ist Helga vom Spazierengehen zurück. Mit Rücksicht auf mein Knie mache ich – wenn es auch noch Spaß gemacht hätte – Schluss und gebe die Skier wieder ab. Nachmittags fahren wir mit dem Bus nach Baad (unterhalb von Mittelberg), wandern ca. ½ Stunde durch den alten Ortskern und zur Kirche und fahren dann mit dem Bus zurück nach Mittelberg. In einem Café trinken wir Schokolade und Capuccino, kaufen noch fürs Frühstück ein und gehen dann zurück zur Pension, wo wir noch eine Patience legen. Als wir gegen 18.30 Uhr zum Bus gehen, sehen wir viele Kinder als „Heilige 3 Könige“ verkleidet an Türen klopfen. Wir fahren nach Riezlern zum sehr empfohlenen Alpenhof Jäger, um dort das Geburtstagsgeschenk von Antje, Jens und Tammo einzulösen und werden in eine gemütlich eingerichtete Bauernstube geführt. Wir sind zunächst allein, doch die Wirtin wirkt nicht besonders freundlich. Als Vorspeise bestelle ich Entenbrust auf Feldsalat (sehr lecker), Helga Bärlauchschaumsuppe (nicht ganz so gut). In der Zwischenzeit hat sich der Raum gefüllt. Die „Chirurgen“ mit ihren Familien dominieren die Stimmung, andere Leute lassen ihren Reichtum heraushängen. Dadurch ist unsere Stimming nicht besonders gut. Als Hauptspeise essen wir beide Rehfleisch mit Rosenkohlblättchen, Spätzle und dunkler Sauce (sehr lecker). Nach einem Himbeer-/Birnengeist zahlen wir mit dem Gutschein (passt genau) und wandern ins Zentrum von Ritzlern und fahren von dort mit dem Bus zurück.
Donnerstag, 7. 1. (Tauwetter)
Beim Aufwachen hören wir, dass Tauwetter-Tropfen am Dach Lärm machen. Kurze Zeit später fängt es an, kräftig zu regnen. Wir lesen bis 8.45 Uhr, frühstücken gemütlich und legen dann eine Patience. Beim Wegbringen des Mülls schließe ich mich aus, werde aber – weil Helga mein Rufen nicht hört, von dem netten Paar aus der Sauna „gerettet. Die Wirtin zeigt mir dann, in welche 10 Behälter wir den Müll trennen müssen. Interessant ist, dass sie den großen Teil des Mülls selbst wegbringen muss und nur 2 Behälter von der Stadt entsorgt werden. Da es Helga zu nass ist, wandere ich allein nach Mittelberg, kaufe eine Zeitung und 1 Dose Suppe, die wir mittags essen. Helga strickt in der Zwischenzeit und sieht sich dabei eine Fernsehsendung über die Familie Mann an. Nachmittags fahren wir mit dem Bus nach Oberstdorf und wandern ca. 1 ½ Stunden unter dem Regenschirm durch das sehr schöne Städtchen. Wir überlegen uns, falls es morgen immer noch regnen sollte, die Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlaufen anzusehen. Abends essen wir in der „Alten Krone“ (Helga: Schnitzel mit Pfifferlingen, ich: Fischtopf – beides sehr lecker. Dazu trinken wir grünen Welsliner aus dem Burgenland vom Elfenhof. Obwohl uns ein leichter Windzug etwas stört, wird es ein gemütlicher Abend.
Freitag, 7. 1. (wieder schönes Wetter)
Beim Öffnen des Fensters ist zu erkennen, dass die Sonne wieder die Vorherrschaft über das schlechte Wetter erlangt hat. Nach dem Frühstück fahren wir nach Oberstdorf, kaufen für Helga einen Anhänger aus Silber und Koralle und fahren dann mit der Bergbahn zum Nebenhorn hoch. Das Anstehen ist hier viel disziplinierter und danach fahren wir über die Köpfe der Wartenden und dann über die Skischanze hinweg nach oben. Drei Mal wechseln wir die Kabinenbahnen und kommen dann auf ca. 2300 m Höhe an. Wir klettern bei stärkerem Wind bis hoch zum Gipfelkreuz hinauf, von wo wir eine wunderbare Sicht sowohl ins verschneite Flachland als auch in die Bergwelt haben. Gegen 12.30 Uhr essen wir oben auf der Hütte in einer gerade frei werdenden Ecke Germknödeln und Maultaschensuppe. Danach fahren wir zur Mittelstation. Dort sehen wir den 1. Hilfe-Schlitten mit Blaulicht in den Berg fahren. Später hören wir auch noch, dass ein Hubschrauber los fliegt. Wir hören, dass das der 3. Verletzte in den letzten Tagen sei – also alles nicht so ganz ungefährlich. Wir bleiben noch ein bisschen, füttern Drosseln und wandern einen schönen winterlich verschneiten Weg entlang.
Gegen 15.00 Uhr sind wir wieder in Oberstdorf, kaufen für mich eine Skihose für 39.90 € und in einer Bäckerei ein Stück Kuchen. Zurück in unserer Wohnung trinken wir Kaffee/Tee und genießen den Kuchen. Nachdem ich eingekauft habe wandern wir zur Bauernstube. Helga isst Pumpsteak auf Zwiebeln und ich esse Schweinerücken mit Champignons und Spätzle. Durch Helgas Zwiebeln wird mein Essen ganz lecker. Insgesamt haben wir eine sehr gute Stimmung beim Essen.
Dieser Reisebericht wurde am 06. Juni 2007 von Ruegenfreund
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Mittelberg, Landhaus Jägerwinkel, Winterurlaub im Kleinwalsertal, Kleinwalsertal, Oberstdorf, Breitachklamm, Nebelhorn.