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Es war nicht alles Käse in Gouda

Gouda, Hotel Kaiserkroon (18. Juli 2007)




vom 18. 07. – 22. 07. 2007

Da wir noch nicht oft in Holland waren, haben wir uns für Gouda entschieden, um von dort mit dem Auto die umliegenden Städte wie z.B. Den Haag, Delft oder Leiden zu besuchen und die Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden.


18.7. Ich hole Helga um 10.45 Uhr bei sommerlichen Temperaturen von der Schule ab. Wir essen noch einen Kleinigkeit und fahren gegen 11.30 Uhr los. Zunächst geht es nach Groningen, dann in Richtung Assen, an Utrecht vorbei in Richtung Rotterdam. Wir fahren eine Autobahnabfahrt zu früh ab und versuchen auf einer Landstraße über Reeuwijk nach Gouda zu gelangen. Doch eine Baustelle versperrt uns den Weg und wir müssen wieder zurück. Schon auf diesem Weg sehen wir, dass eine wunderschöne Seenlandschaft in der Nähe von Gouda liegt. Gegen 15.30 Uhr erreichen wir den Parkplatz in der Nähe des Zentrums, von dem wir 5 Gehminuten bis zum Hotel benötigen. Wir verpassen die richtige Einfahrt und parken an einer nicht genehmigten Stelle. Unsere Koffer ziehen wir hinter uns her an einer Gracht entlang zum zentral gelegenen Hotel. Den Eingang sehen wir nicht, da dort Bauarbeiten durchgeführt werden. Im zweiten Anlauf gelingt es dann. Der Hotelier führt uns 2 Häuser weiter in unser Zimmer, das sehr klein, wenig ansprechend und auch noch mit dem Fenster zur Straße liegt (alles s e h r einfach). Auf Empfehlung des Hoteliers parken wir unseren Wagen auf dem richtigen Parkplatz um. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, geht’s los, um die Altstadt von Gouda kennen zu lernen. Wir wandern nur wenige Minuten, um den Marktplatz mit der Kathedrale und das sehr hübsche Stadthaus zu erreichen. Um den Marktplatz herum sind viele hübsche Restaurants. Bei Ansehen der Speisekarten stellen wir fest, dass Hauptgerichte bis auf Pizzen für ca. 13 € angeboten werden. Nach längerem Suchen nehmen wir ein Hotel, das eine Terrasse im Sonnenschein hat. Wir essen Lammkottelets (fast kalt) und Hähnchen mit Nudeln (geschmacklos). Beide Gerichte kosten mehr als 13 €. Nach dem Essen wandern wir noch durch die hübschen Straßen im Zentrum und bewundern die schönen Fassaden. Zum Schluss trinken wir noch ein Bier in einem Pavillion auf dem Weg zu unserem Hotel und verbringen den Rest des Abends im „spartanischen“ Zimmer.
7. (herrliches Sommerwetter) Wir haben auf den festen Betten trotzdem ganz gut geschlafen. Das Frühstücksbuffet ist eher sparsam, der angebotene Käse für Gouda eine Schande. Wir gehen schon gegen 9.00 Uhr auf Tour. Zunächst zur äußeren Gracht, wo alte Schiffe liegen, in denen Menschen wohnen. Von dort wandern wir an der Gracht entlang ca. 1 km und bewundern die vielen Hausboote, die zum Teil sehr großzügig, überwiegend aber eher sparsam ausgestattet sind. Wir wenden uns nach Rechts und wandern an einer anderen Gracht an vornehmen Häusern entlang. Sie führt uns wieder in die Innenstadt, wo wie jeden Donnerstag Käsemarkt stattfindet. Wie in einem Theaterstück werden die vielen Käseräder von Käsemeistern in alter Tracht an ebenfalls altmodische Kunden nach langen Vorgesprächen verkauft. Junge Mädchen in Trachten geben Käseproben, junge Männer lassen beim Verladen auf Pferdefuhrwerke die Käseräder durch die Luft fliegen. Auf dem Markt werden noch Holzpantoffeln, Kleidung, Gemüse und Fisch angeboten und es herrscht ein reges Treiben. Im Stadthaus ist ein Restaurant und wir beobachten von dort bei einem „teuren“ Apfelsaft und Wasser das Geschehen um uns herum. Gegen Mittag kaufen wir uns gebackenen Fisch und genießen ihn im Stehen bei herrlichem Sonnenschein. Nachmittags wandern wir zum Fahrradverleih am Bahnhof, doch alle Fahrräder sind ausgeliehen. So greifen wir auf das Angebot unseres Hotels zurück und leihen uns dort die Fahrräder. Die zusätzlich gegebene Fahrradtasche erweist sich als Fehlgriff, so dass ich sie ca. 1 km entfernt wieder zurückbringen muss, da sie immer wieder herunterfällt. Wieder zurück bei Helga fahren wir nur noch eine kurze Strecke durch die Stadt und kommen dann zu dem Seengebiet von Reeuwijk, das wir am Vortag schon gesehen hatten. Wir fühlen uns wie in einem Urlaubsparadies. Nach ca. 5 km Fahrt an wunderschönen Seegrundstücken vorbei machen wir Halt bei einem Strand-Café, wo vorwiegend ältere Personen sitzen. In der Sonne genießen wir unseren Capuccino und beobachten Segler beim Anlegen. Als wir mit den Fahrrädern wegfahren wollen, stürzt ein Fahrrad von uns auf ein fremdes Fahrrad, bei dem die Vorderlampe abbricht. Wir informieren den Ober, der uns vorschlägt, 10 € ihm zu geben, damit er das Geld dem geben kann, der die Beschädigung reklamiert (ob er das wohl getan hat??). Im Hotel zurück, will man für die 2 ½ Stunden 15 € haben, nicht gerade preiswert. Zum Abendessen wollen wir eigentlich Tappas essen, doch alle Außenplätze dieses spanischen Restaurants sind belegt. Bei dem herrlichen Wetter wählen wir die Außenplätze eines Italieners am Marktplatz. Der Salat ist völlig ereignislos, die Pizza nicht ganz heiß. Hoffentlich finden wir noch einmal ein vernünftiges Restaurant. Kleine Anekdote zum Schluss: Beim Schließen des schwer zu öffnenden Fensters in unserem Zimmer stößt sich Helga auch noch den Kopf.


7. (es ist stark bewölkt) Der Wirt hat uns den Tipp gegeben, unser Auto vor 9.00 Uhr vom Parkplatz zu holen und kurz in der Nähe zu parken, da dann die Schranke noch offen ist und wir nicht die hohen Parkplatzgebühren zahlen müssen. So hole ich den Wagen vor dem Frühstück in die Nähe des Hotels. Nach dem Frühstück fahren wir nach Leiden über die Landstraßen. Leider ist die Abfahrt sehr undeutlich ausgeschildert, so dass wir die Autobahn nach Den Haag erwischen. Auf dieser Autobahn können wir lange nicht abfahren und so entscheiden wir uns, nach Delft weiter zu fahren. Wir parken im City-Parkhaus und wandern von dort durch schöne Geschäftsstraßen zum Marktplatz, der uns ähnlich gut gefällt, wie der Marktplatz von Bremen. Viele Geschäfte bieten Delfter Porzellan an und wir erstehen einen Käseschneider mit Delfter Porzellangriff. Im Mittelpunkt des Marktes steht das Stadthaus mit seiner imposanten Fassade. Dort finden bei unserer Besichtigung mehrere Hochzeiten statt. Immer wieder werden die Hochzeitsgesellschaften von Fotografen neu aufgebaut und nach langem hin und her fotografiert. Wir erholen uns in einem netten Café in der Nähe des Stadthauses bei einer heißen Schokolade. Da es im Hintergrund sehr dunkel wird, wandern wir in Richtung Parkhaus, essen an einem Fischstand noch gebackenen Fisch mit Remoulade. Kaum sind wir im Parkhaus fängt es an zu schütten und wir sind auf dem Weg nach Gouda froh, auf dem Weg nach Gouda noch Gouda noch die Straße zu sehen. Nachmittags fahren wir bei Regen nach Nordwijk, wo Helga in ihrer Jugend mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat. Kaum angekommen, klart das Wetter auf. Wir parken in der Nähe vom Haus Duin und wandern durch den belebten Ort. Wir kaufen als Proviant lecker Nuss-Schokolade und essen an einem Stand gebackenen Kippfisch (sehr lecker). Dann wandern wir noch ca. 20 Minuten auf der Uferpromenade entlang. Auf der Rückfahrt haben wir zwischenzeitlich sintflutartigen Regen. Vom Parkplatz aus gehen wir direkt zum Tapas-Restaurant, doch da es wieder anfängt zu regnen und drinnen kein Platz frei ist, müssen wir wieder raus in den Regen und kommen mit nassen Beinen zum griechischen Restaurant. Es ist auch hier nich preiswert, aber die Lammkoteletts und das Giros sind vom Geschmack und der Portionsgröße her zumindest reell.
21. 7. (sonniges Wetter, ca. 20°C) Wir fahren mit dem Wagen nach Leiden und parken ihn in der Nähe des Zentrums. Von dort aus wandern wir zunächst zur Fußgänger-Zone (Haarlemstreet) und laufen von dort bis zum Hafen. Weiter geht’s in Richtung Markt, wobei wir herrliche Blicke auf Grachten haben. Wir kommen zum Stadthaus, um das rundherum Marktstände aufgebaut sind, die wir uns interessiert ansehen. An einem Obststand kaufen wir Pflaumen und Nektarinen. Besonders ansprechen sind die Fischstände, bei denen diverse Fischsorten im Fett gebacken angeboten werden. Zunächst trinken wir vor dem Stadthaus im Sonnenschein Capuccino und Apfelsaft. Dann essen wir „Garnelen im Teigmantel“ und laufen zum Auto zurück. Nachmittags leihen wir uns von unserem Hotel noch einmal die Fahrräder und fahren in Richtung Reeujwijk. Da wir nicht viel gegessen haben, kaufen wir uns in einem kleinen Einkaufs-Center in einer Bäckerei Brötchen und Apfelsaft. Beides genießen wir bei Sonnenschein im Park vor dem Center. Dann fahren wir die vom VVV empfohlene Tour durch das Seengebiet um Reeujwijk. An luxeriösen Villen mit herrlichen Gärten und vielen Hortensien-Hecken vorbei geht’s immer weiter in die „Natur pur“, wo tausende von Wildvögeln zu sehen sind. Später fahren wir an vielen Wildschwänen und hunderten von Graugänsen vor. Kurz vor Ende der Rundfahrt kehren wir um, um dieses schöne Erlebnis noch einmal in umgekehrter Folge genießen zu können. Auf diesem weg bekommen wir einen großen Schreck, als Helga, um das Knie mit dem Kreuzbandanriß zu schonen, vom Fahrrad fällt. Da nichts passiert ist, trinken wir in den Restaurant, wo wir gestern schon waren, darauf ein Bier. In Gouda fahren wir sofort zum Tapas-Restaurant und genießen die Tappas, die uns der Junior-Chef amüsant empfohlen hat. Die Rechnung fällt zwar höher aus als erwartet, liegt aber doch niedriger als in den bisherigen Restaurants.


22. 7. Es hat geregnet, aber die Sonne kommt dann doch durch. Nach Frühstück fahren wir nach Utrecht. Sicherlich sind die am Sonntag leeren Geschäfte nicht besonders stimmungsfördernd, aber irgendwie gefällt uns diese Stadt trotz des imposanten Doms nicht besonders. Dann fängt es auch noch an zu regnen, so dass wir uns entscheiden, unsere Abfahrt aus Holland vor zu verlegen und in Richtung Heimat zu fahren. In Bad Zwischenahn zieht es uns zum Klosterhof Aue, um endlich wieder ein leckeres Abendessen zu bekommen.

Dieser Reisebericht wurde am 16. Januar 2008 von Ruegenfreund verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Gouda, Hotel Kaiserkroon, Es war nicht alles Käse in Gouda, Delft, Utrecht, Leiden, Delfter Porzellan.

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