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Neapel im Frühling

Neapel, nenne ich lieber nicht (21. Februar 2007)

Italien - Neapel Ankunft in Neapel Mitte Februar - frühlingshaftes Wetter und strahlender Sonnenschein empfangen meinen Partner und mich bereits am Flughafen. Da wir uns kein Taxi leisten wollen, fangen wir an, die Buspläne zu studieren. Gar nicht so einfach, vor allem bis wir verstanden haben, wie dieser blöde Ticket-Automat funktioniert.Hotel Nähe BahnhofSchließlich erreichen wir dann doch die Innenstadt. Über das Internet haben wir ein kleines Hotel in der Nähe des Bahnhofs gebucht. "Freundlich und sauber" stand auf der Website. Da ich früher bereits einmal in Neapel war, weiß ich, dass hier dicke Abstriche zu erwarten sind. Neapel ist laut, lebhaft, lebendig - und dreckig. Entweder man liebt es oder man kommt niemals wieder. Und so übersehen wir auch großzügig die dicken "Staubknödel" in den Ecken und die blanken Stromkabel, die aus den Wänden hängen, als wir unser Zimmer begutachten. Da unser, tatsächlich freundlicher, Hotelier, am Schluß auch noch versucht hat, uns mit der Rechnung "über`s Ohr zu hauen", verzichte ich darauf, das Hotel weiterzuempfehlen.Müll in Neapel Ein ganz besonderes Problem, das sich schon über ein paar Monate hinzieht, hat Neapel in diesem Frühjahr 2007 mit seinem Dreck ohnehin. Die Müllabfuhr, seit Jahrzehnten unter der Kontrolle der neapolitanischen Mafia, sollte von der Stadt Neapel übernommen werden, so jedenfalls beschloss es der Bürgermeister. Hierfür wurde ein neuer Betreiber gesucht. Die Camorra rief zum Streik auf: und so stapelt sich der Müll in Neapels Straßen, dass es "zum Himmel stinkt". Beruhigend für mich ist, dass wir keiner einzigen Ratte begegnen, obwohl die Müllkrise für Ratten sicherlich ein wahres Fest darstellt.Nach einer erholsamen Nacht und einem "Frühstück auf`s Zimmer", das aus einem klebrigen Croissant und einem dünnen Kaffee besteht, fühlen wir uns fit genug für einen ersten Stadtbummel. Gässchen rauf, Gässchen runter, trotz Reisefüherr in der Hand verlaufen wir uns hoffnungslos in dem Gewirr aus lauter gleichaussehenden kleinen Straßen. Als wir schließlich, mehr durch Glück als durch Verstand, unser ursprüngliches Ziel, die Festung "Elmo" erreicht haben, werden wir mit einem grandiosen Ausblick über die Bucht von Neapel und auf den naheliegenden Vesuv belohnt.Ausflug zum Vesuv Der Vesuv ist auch unser Reiseziel am darauffolgenden Tag. Mit dem Bus, dem "Vesuviano Mobilita", der regelmäßig von Neapel über Ercolano auf den Vesuv fährt, lassen wir uns in Gesellschaft eines älteren, englischen Ehepaares, die es eine dreiviertel Stunde lang nicht unterlassen können, ihr "geordnetes" Land mit dem "schrecklichen" Neapel und seinen chaotischen Verkehrsverhältnissen zu vergleichen, den Berg hochschaukeln. Bis weit die Hänge hinauf ist der Versuv mit hübschen Häuschen und schönen Gärten, deren Pflanzen auf der fruchtbaren Lavaerde besonders gut gedeihen, bebaut, als könne der Vulkan niemals wieder ausbrechen.Die letzte halbe Stunde bis zum Krater laufen wir über einen Fußweg, am Eingang des kostenpflichtigen Weges werden uns geschnitzte Spazierstöcke ausgehändigt, damit wir den, eigentlich gar nicht so schwierigen Anstieg bewältigen können. Die Sonne strahlt und der Blick in den Krater und der in der anderen Richtung auf Neapel. entschädigen uns nachhaltig für die geringe Mühe. Mein Partner läuft noch ein Stückchen um den Krater herum, ich habe Höhenangst und warte lieber am Kiosk, der direkt auf dem Gipfel steht, bei einer Tasse Kaffee auf ihn.Nachdem ich noch ein Souvenir erstanden habe, einen kleinen Lavastein, geht es auf dem selben Weg wieder zurück. Der Besuch des Kraters im Februar ohne sommerliche Hitze und Touristenströme ist angenehm.Regen Regen Regen Etwas anderes strömt am nächsten Tag und kommt in den folgenden drei Tagen nicht mehr zur Ruhe: der Regen. Der Februar ist in Südeuropa der regenreichste Monat und das bekommen wir nun zu spüren. Unser Hotel können wir nur noch stippvisitenartig verlassen, um eine der nahegelegenen Trattorias aufzusuchen. Wir finden immer welche mit nicht mehr als drei oder vier Tischchen, netten Kellnern, günstigen Preisen und hervorragendem Essen. Mittags holen wir uns in einer der Bars eine Handpizza. Die Behauptung der Neapolitaner, in Neapel werden die köstlichsten Pizzen auf der ganzen Welt gebacken, können wir ohne Abstriche bestätigen. Ganz besonders gerne genieße ich die Büffelmozarella aus Kampanien, die köstlich schmeckt und in Deutschland nur zu horrenden Preisen zu haben ist.PompejiAn unsrem letzten Urlaubstag klart der Himmel auf und wir können in aller Ruhe durch Pompeji schlendern. Nach dem wir bereits in den Krater des Vesuvs geblickt haben, fehlt es uns nciht an nötigem Respekt vor dem Vulkan, der diese, einst blühende Handelsstadt bei dem berühmten Ausbruch im Jahre 79 nach Christi vollständig mit Lava bedeckt hat. Genau hierdurch ist Pompeji ungewöhnlich gut erhalten geblieben, was mir, als Historikerin, das Herz höher schlagen läßt.Beim Abflug am nächsten Tag scheint natürlich die Sonne wieder, so strahlend und unschuldig, als habe sie die ganze Zeit nichts anderes getan. Abgesehen von einem Fluglotsenstreik in Mailand, der unsere Ankunft in Frankfurt um vier Stunden nach hintern rückt, kommen wir ohne weitere Zwischenfälle wieder in Deutschland an.

Dieser Reisebericht wurde am 03. April 2008 von Bikinibirgit verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Neapel, nenne ich lieber nicht, Neapel im Frühling, Städteurlaub Neapel im Frühling Müll schlechte Hotels Vesuv Regen.

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