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ein wenig bekanntes Kleinod mitten in Neapel

Neapel (23. März 2007)

Mehr zufällig gerieten wir in die Kirche San Martino und das dazugehörige Museum, das in den Klostermauern untergebracht ist. Eigentlich wollten wir "nur" den grandiosen Ausblick auf Neapel vom Vomeroplateau aus genießen und das Castel Sant´Elmo besichtigen. Da es aber gar nicht so einfach war, das von weitem sichtbare Castel zu finden, mußten wir unterwegs ein paar mal nachfragen. Und so gerieten wir an eine sehr gut englisch sprechende Dame, die uns auf die Kirche hinwies und unbedingt empfahl, sie zu besuchen. Und wir waren sehr froh, diesem Rat gefolgt zu sein!!! Da es schon realtiv spät am Nachmittag war, zögerten wir zunächst noch, ob wir die 6 Euro Eintritt für Kirche und Museum investieren sollten. Aber wieder hatten wir Glück, es war der 8. März, Weltfrauentag, und der Eintritt war für alle Kultureinrichtungen in Neapel und Umgebung fwar ür Damen gratis. Aber selbst der relativ kurze Besuch wäre sein Geld wert gewesen.Zunächst betraten wir die Kirche und waren überwältigt!!! Der gesamte Inneraum der Kirche, selbst der Fußboden, ist mit Marmorintarsien in den verschiedensten Farben und Maserungen ausgekleidet. Eine tolle Arbeit, vor allem wenn man bedenkt, daß diese Arbeiten bereits vor Jahrhunderten durchgeführt wurden. Wunderschöne makelllos weiße Statuen und ein Altar, wie er barocker gar nicht sein könnte. Goldene Engel und Leuchter, Halbedelsteine und auch hier wieder Marmor in allen Farben. Die Deckengemälde und Fresken können meiner Meinung nach der Sixtinischen Kapelle durchaus das Wasser reichen. Auch in den Gängen und Räumen neben und hinter der Kirche, erreichbar durch den Klosterinnenhof, sind die Decken wunderschön bemalt. An den Wänden befinden sich Schränke, deren Türen mit unterschiedlichen Holzintarsien geschmückt sind. Es wurde Holz in mindestens fünf verschiedenen Farben verwandt und jede Tür stellt eine andere Szene dar. So etwas habe ich noch nicht gesehen... Durch den Klosterinnenhof gelangten wir auch in das Museum, wo wir als erstes eine riesengroße Krippenszene entdeckten, die Cuciniello- Krippe mit 162 Menschen, 80 Tieren, 28 Engeln und etwa 450 Miniaturgegenständen. Man wußte gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte... Die Könige mit großem Gefolge, lebensechte Szenen in der Bevölkerung, und das Ganze bereits perspektivisch perfekt, die Personen und Tiere wurden kleiner, je weiter sie sich im Hintergrund befanden. Obwohl es offiziell nicht erlaubt war, zu fotographieren, ließ uns der freundliche Wärter gewähren und bedeckte seine Augen... ;-))) Schnell warfen wir noch einen Blick in die Klostergärten, die unbedingt sehenswert sind, und genossen vom Balkon der Kutschenabteilung eine herrliche Aussicht über den Westen Neapels.Leider mußten wir dann das Gelände verlassen, weil das Museum geschlossen wurde. Ich werde sicherlich bei meinem nächsten Besuch in Neapel etwas mehr Zeit auf dem Vomerohügel verbringen... ;-))) Hier noch einige Informationen zu San Martino, die ich mir teilweise jedoch erst im Nachhinein angelesen habe:Die Klosteranlage wurde im 14. Jahrhundert erbaut, die Kirche dann im 16. und 17. Jahrhundert erweitert und restauriert. Neben der bereits erwähnten Krippen- und Kutschensammlung befinden sich im Museum alte Landkarten und Stadtansichten, Gemälde und Gebrauchsgegenstände sowie Ausstellungen zu Sitten, Kleidung und Freizeitaktivitäten vergangener Epochen. Largo San Martino8, Tel.                0039-0817944021        


gut mit der Funicolare Montesanto-Vomero zu erreichen. Eintitt 6 Euro, EU-Bürger zwischen 19 und 24 Jahren 3 Euro, unter 18 und über 65 Jahren freier Eintritt. Öffnungszeiten Do bis Di 8.30 bis 19.30http://www.pierreci.it/do/show/content/0000010351  


Dieser Reisebericht wurde am 06. Oktober 2008 von rucola verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Neapel, , ein wenig bekanntes Kleinod mitten in Neapel, Kloster Certosa di San Martino.

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