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Inselhopping: Mýkonos

Mýkonos-Stadt, netter Pension

Der nun folgende Reisebericht über eine Insel der Kykladen entstand während einer „Inselhopping-Tour“ im Juli/August 2005, die ich und meine Reisebegleiterin mit Rucksack und Zelt unternahmen. Haupttransportmittel waren für uns die Fähren und Schnellboote, die uns von Insel zu Insel brachten.





Als dritte Station unserer Tour machten wir auf Mýkonos halt. Mýkonos ist die Urlaubs- und Partyinsel Nummer eins der Kykladen, da sie auch die einzige Kykladeninsel mit eigenem Flughafen ist, der auch international angeflogen wird.

Schon bei der Ankunft wird uns klar, dass die Insel vollkommen in der Hand des Fremden verkehrs ist. Am Hafen warten unzählige Agenten von Hotels, Clubs und Apartments, die mit Flyern und Prospekten um Gäste, also um zahlende Kunden, kämpfe.
Mit dem Shuttlebus der beiden Campingplätze, die es auf der Insel an der Südküste gibt, fahren wir zu den Zeltstädten. Unterwegs sehen wir extrem viele Rollerfahrer - alle ohne Helm. Währden der eine Campingplatz restlos ausgebucht ist, offeriert uns der andere noch einen Stellplatz, den wir nach kurzem Rundgang aber dankend ablehnen. Laute Techno-Musik, schlechte sanitäre Anlagen, alkoholisierte Jugendliche in Hülle und Fülle bereits am Nachmittag und Zelt an Zelt sind für meine Begleiterin nichts und ich kann mir da auch schöneres vorstellen. Wir brauchen ewig, bis wir mit einem der chronisch überfüllten Linienbusse zurück nach Mýkonos-Stadt kommen, der Hauptstadt der Insel.
Dort brauchen wir einige Zeit, bis wir mittels Agentur und vielen vergeblichen Anfragen eine Unterkunft finden, die auch halbwegs bezahlbar ist. Glücklicherweise ist das Zentrum von Mýkonos-Stadt nicht so ordinär wie die außerhalb liegenden Zeltplätze, hier herrscht gediegener Tourismus in netter Atmosphäre. Der erste eher durchwachsene Eindruck von Mýkonos weicht an diesem ersten Abend einem „Es war doch gut, hier her zu kommen!“. Die Gassen der Hafenstadt sind besonders im abendlichen Licht und Glanz sehr ansehlich, tolle Restaurants und Bars in nettem Ambiente locken den Besucher. Zwischen den weiß getünchten Häusern kann man sich regelrecht verlaufen. Der Hafen, in dem gemütlich kleine Boote und Schiffe schaukeln, bietet eine tolle Kulisse für die abendliche Freizeitgestaltung.


Die Nacht in unserem klimatisierten in wirklich guten Betten ist sehr erholsam, sodass wir am folgenden Tag voller Elan in den Tag starten.
Dieses Mal wählen wir uns einen Roller als Fortbewegungsmittel, um die Insel zu erkunden. Nachdem wir uns etwas an die sportliche Fahrweise und die laxe Auslegung der Verkehrsordnung hier auf der Insel gewöhnt haben, fahren wir über àno Méra zum Kloster Paleókastro, welches noch von Mönchen bewohnt wird und einen wirklich schönen, mit Säulen umzäunten Innenhof zu bieten hat. In der Mittagshitze geht es dann weiter zum Strand von Fteliá, der zwar touristisch, aber dennoch recht schön ist. Das Meer ist tief blau gefärbt, angenehm warm und ohne große Wellen oder Strömungen. Kraser Gegensatz zu den sonst so touristischen Orten auf Mýkonos steht das alte Fischerdorf Ote, in dem Fischernetze zum Trocken ausgebreitet sind.
Wir kurven mit unserem Gefährt über die gesamte Insel und kommen an Orte, die wir mit dem Bus sicherlich nie erreicht hätten. Eine eigene Motorisierung eignet sich für die Inseln allgemein gut, da man so mehr machen, mehr ansehen und weiter rumkommen kann, als man es mit einem Linienbus oder zu Fuß schaffen würde.
Den Abend verbringen wir wieder in der entzückenden Innenstadt und sättigen uns ein weiteres Mal mit einem Píta Gýros, der immer frisch zubereitet eine echte Alternative zu einem Restaurantbesuch darstellt.
Am nächsten Tag fahren wir nach Délos, einer Insel voller Ruinen, die man nur im Rahmen eines Tagesausflugs besichtigen kann, da es weder Hotel noch Dorf auf der Insel gibt, da sie einfach eine riesiges archäologisches Museum ist (siehe dazu separater Reisebericht).


Zurück vom Meer besichtigen wir am Nachmittag die Windmühlen, die gut restauriert auf einem Berg vor den Toren von Mýkonos-Stadt stehen. Sieben Mühlen stehen in einer Reihe und sind die Zeugen der Zeit, in der die Inselbewohner noch nicht zu beinahe 100 Prozent vom Fremdenverkehr lebten.
An dieser Stelle sei bemerkt, dass Mýkonos als Massentourismusinsel mit Ballermann-Charakter auf den beiden Campingplätzen im sehr starken Gegensatz zur nahen Nachbarinsel Tínos steht, die eine Wallfahrtsinsel und sehr religiöse Insel ist.
Zurück von den Mühlen schlendern wir durch Klein-Venedig, wo die Häuser eng ans Wasser gebaut sind. Am Rande sei erwähnt, dass in Klein Venedig der erste der bisher drei Bourne-Filme endet.
Anschließend begegnen wir Petros, dem Pelikan und inoffiziellem Wahrzeichen der Stadt. Er lebt in den Gassen der Stadt und ist von beachtlicher Statur, äußerst zahm und natürlich sehr fotogen. Mit Sicherheit das am häufigsten fotografierte Tier der gesamten Kykladen…
Auch bei Tag stellen wir fest, das Mýkonos-Stadt einfach ein Traum ist und nicht umsonst viele und auch gut betuchte Touristen aus der ganzen Welt anlockt. Eine der schönsten Hafenpromenade der Kykladen erstrahlt regelrecht im Sonnenlicht, die schaukelnden Fischerboote und weißen Häuser lassen echtes Urlaubsgefühl aufkommen. Saubere und ordentlich gepflegte Häuser und Gassen mit großen Fensterläden, verschnörkelten Außentreppen und Balkonen prägen sich dem Besucher ein. Im Labyrinth der engen Gassen kann man sich auch am zweiten und dritten Abend noch herrlich verlaufen bzw. sich wunderbar darin treiben lassen.
Da uns leider noch weiter Inseln erwarten und wir diese natürlich auch besuchen wollen, brechen wir am nächsten Tag gemütlich in unserer Pension auf. Unsere Wirtin, eine alte Frau, war trotz der kurzen Zeit, die wir geblieben sind äußerst freundlich und sehr herzlich zu uns.
Als wir mit unserem Gepäck am Kai stehen, das Fährticket schon in der Hand, müssen wir feststellen, dass die Fähre nach Páros nicht am gleichen Hafen startet, wo wir von Tínos ankamen. In Windeseile organisiere ich ein Taxi, das uns zu einem weiteren Hafen weit nördlich von Mýkonos-Stadt bringt, wo dann die richtige Fähre auf uns wartet.  

Dieser Reisebericht wurde am 04. Dezember 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Mýkonos-Stadt, netter Pension, Inselhopping: Mýkonos, Tourismus, Klein Venedig, Délos, Pétros der Pelikan, Camping, Windmühlen.

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