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Inselhopping: Délos

Délos, Palast des Dionysos, keine Übernachtung möglich

Ruinen auf Délos und viel mehr....


Der nun folgende Reisebericht über eine Insel der Kykladen entstand während einer „Inselhopping-Tour“ im Juli/August 2005, die ich und meine Reisebegleiterin mit Rucksack und Zelt unternahmen. Haupttransportmittel waren für uns die Fähren und Schnellboote, die uns von Insel zu Insel brachten.




Vierte Station unserer Tour war Délos, wo bei es satt um einen längeren Aufenthalt viel mehr ein kurzen Zwischenstopp auf der Kykladeinsel handelte, da Délos eine unbewohnte Insel ist, auf der man weder übernachten kann noch ist dies erlaubt.
Délos ist ein Felseneiland, dass nur wenige Kilometer von der mykonotische Küste entfernt liegt. Und genau von Mýkonos aus gelangten wir auch mit einem Passagierschiff im Rahmen einer Tagestour nach Délos. Schon von weitem sahen wir vom Sonnendeck des Bootes aus die karge Insel inmitten des tiefen Blaus des Meeres liegen. Kurz hinter der Anlegestelle und dem Kassenhäuschen - der Besuch auf Délos kostet Eintritt, da die Insel 1990 in das Unesco-Weltkulutrerbe aufgenommen wurde - beginnt die antike Pracht des einstigen bedeutenden Handelsstützpunkt in der Ägäis: Säulen soweit das Auge reicht, Skulpturen, Büsten, Torbogen, geflieste Böden, Mosaike, Grundmauern von Tempel und anderen Gebäuden, gepflasterte Wege und Straßen, Steinblöcke in allen nur denkbaren Größen und Formen.
Délos, einem in der griechischen Mythologie bedeutenden Ort, ist heute immer noch eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten der griechischen Antike und wird in Wert und Bedeutung oft mit Delphi, Mykene und Olympia verglichen.
Wir als archäologisch eher unwissende Besucher sind hellauf begeistert von dem Anblick, der sich uns bietet. Da sich glücklicher Weise die Zahl an der anderen Besucher in Grenzen hält, können wir auf eigene Faust und relativ ungestört die alten Schätze erkunden und uns ein wenig von diesem mystischen Ort verzaubern lassen. Denn das tut dieser Ort definitiv!


Besonders eindrucksvoll ist die sog. Löwenterrasse, auf der nebeneinander viele stattliche Löwenskulpturen aufgebaut sind. Von verschiedenen Tempeln für diverse griechische Götter wie Dionysos und Apollon ist zwar nur die Grundmauer erhalten geblieben, doch staunen wir nicht schlecht bei der Vorstellung, wie die Insel bzw. die Stadt mal in intaktem Zustand ausgesehen haben muss. Von der Anlegestelle links gesehen liegt der heilige Bezirk, in dem viele Tempel und Heiligtümer liegen. Der „Heilige See“ zeugt davon, dass die Insel nicht schon immer nur trocken und steinig war. Rechts davon liegt die Handelsstadt, von der noch einige Gebäude bis über Manneshöhe, allerdings ohne Dach, erhalten sind. Sehr schön ist auch der gut erhaltene Mosaikboden im „Haus der Delfine“, den man, wie viele Gebäude und Ruinen, natürlich und verständlicher Weise nicht betreten darf.
Als kleinen Tipp kann ich empfehlen, den recht steilen Weg hinauf zum höchsten Berg der Insel, dem Kynthos, auf sich zu nehmen. Wir haben dies getan und waren erstaunt von der guten Sicht, die man von diesem exponierten Aussischtspunkt genießen kann. Da Délos recht klein ist, kann man von da oben die komplette Küstenlinie der Insel sehen und man entdeckt wirklich überall, auch außerhalb des für Touristen zugänglichen Bereichs noch weiter Säulen, Steine und Ruinen. Der Kontrast zwischen tiefem Blau des Meeres rund um die Insel und dem Braun und Grau der Insel selbst wir nirgends so schön deutlich wie vom Gipfel dieses kleinen Berges. Hinab geht es an der Grotte des Herakles vorbei in einen Säulenwald. Einige Exemplare sehen aber nicht mehr ganz so stabil aus und es bleibt fraglich, ob sie noch einmal 2000 Jahre unbeschadet überstehen.


Früher muss die Insel in Glanz und Reichtum erstrahlt haben, da sie aufgrund ihrer zentralen Lage innerhalb der Kykladen einerseits sich als Handelsstützpunkt hervorragend eignete, andererseits scheinbar auch eine wichtige religiöse Rolle spielte, denn nirgendwo auf den Kykladen findet man so viele Heiligtümer auf so engem Raum.
Das Passagierschiff, das alle zwei Stunden zwischen Délos und Mýkonos hin und her pendelt, lässt etwas auf sich warten, nach dem wir die Insel für unsere Interessen ausreichend erkundet haben.
Bei recht stürmischer See geht es zurück nach Mýkonos. Der Kapitän erzählt uns, dass der heftige Seegang zwischen Délos un Mýkonos normal wäre, da die offene See zwischen den beiden Inseln als Windkanal fungiere. Jetzt wird uns auch klar, warum auf dem Hügel rechts von Mýkonos-Stadt so viele Windmühlen stehen. Die Windmühlen von Mýkonos, eines der Wahrzeichen der Insel, begrüßen uns nach einem tollen Tagesausflug zurück.

Fazit: Délos lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Und dafür, dass ich nur wenige Stunden auf der historisch bedeutsamen Insel verbracht habe, habe ich im Vergleich zu den Aufenthalten auf anderen Inseln überproportional viele Bilder gemacht. Die Bilder schaue ich mir deshalb auch immer wieder noch gerne an, da die schiefer- und granitfarbenen Bauten auf Délos sich so wunderbar kontrastreich vom blauen Himmel abheben, der uns mit dem Wetter allgemein den Délos-Besuch versüßteund krönte.

Dieser Reisebericht wurde am 05. Dezember 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Délos, Palast des Dionysos, keine Übernachtung möglich, Inselhopping: Délos, Tempel, Skulpturen, Mosaikböden, Säulen, Handelsstadt, Heiligtum, Ruinen, griechische Mythologie, Kultur.

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