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Paris - mit den Augen eines Wahlparisers
Paris
Ich bin zwar Wiener, komme aber im Laufe meines Lebens schon auf über 60 (sechzig!) Parisbesuche. Die Aufenthaltsdauer in dieser wohl einmalig wunderbaren Stadt schwankte dabei zwischen wenigen Stunden bis zu vier Wochen. Natürlich habe ich mehrmals alle „Pflicht-Sehenswürdigkeiten“ durchgemacht, aber wenn man so oft in einer Stadt weilt, dann ist man hier schon fast wie zu Hause und dann möchte man mehr von der Lokalität und den Leuten kennen lernen als nur die touristischen Sehenswürdigkeiten. So bin ich in manche Gegenden echt verliebt – und von diesen möchte ich Ihnen einige wenige besonders ans Herz legen. Wenn Sie also den Eiffelturm, die Champs Elysees, Notre Dame und Sacre Coeur abgehakt haben, vielleicht auch den Louvre und das Centre Pompidou von innen gesehen haben, dann wollen Sie vielleicht auch das Paris der Pariser erforschen. Dabei kann ich Ihnen gerne zur Seite stehen. Zuerst einmal besorgen Sie sich bitte einen genauen Plan der Pariser Untergrundbahn, der Metro. Tragen Sie ihn stets griffbereit bei sich und besteigen Sie beim nächsten „M“, das sie am Straßenrand erblicken, einen der zahllosen Züge und verfolgen Sie während der Fahrt die Stationen auf dem kleinen Taschenplan und damit ihre Fahrtroute. Schnell werden Sie das System durchschaut haben. Achten Sie besonders auf die Umsteigstellen zwischen den einzelnen Linien. Es gibt deren wirklich genug. Springen Sie bei einer der nächsten Stationen aus dem Zug und sehen Sie sich oben um. Alles ist neu und fremd. So soll es sein! Als die Pariser Metro angelegt wurde, war es ein Grundprinzip, dass jeder Punkt der Stadt keine 500 m von der nächsten U-Bahn-Station entfernt sein darf. Man hat sich bis heute daran gehalten. Sie werden also in kürzester Zeit wieder auf eine Station stoßen. Wenn Sie nun einigermaßen im Metro-Fahren versiert sind, führe ich Sie zu einigen ausgefallenen, ruhigeren Plätzen der Seinemetropole. Gehen Sie – etwa, wenn Sie Notre Dame besucht haben – ein kleines Stück weiter auf die völlig anders geartete Nachbarinsel St. Louis. Ihnen wird sofort der Unterschied auffallen: Die Hauptinsel ist laut, von Touristen überflutet, eine echte Attraktion eben. Hier, die „Nebeninsel“, ein Refugium für Pariser. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher, obwohl die beiden Inseln nur durch eine schmale Wasserader getrennt sind. Hier können Sie einmalige Lokale und Geschäfte finden, alte Hinterhöfe bestaunen und eine fast unwirkliche Ruhe genießen. Nicht weit von hier – im 4. Pariser Stadtbezirk - befindet sich ein weiterer Lieblingsplatz von mir, das Marais. Und dort liebe ich besonders die Gegend um die „Place des Voges“. Wenn Sie lieber mit der Metro fahren, empfehle ich die Station St. Paul als Ausgangspunkt. Das 4. Arrondissement war früher Sumpflandschaft und dann Elendsgebiet. Mit den Jahren ist es zu einem Nobelviertel avanciert, das Ihnen sicher gefallen wird. Natürlich kann man auch hier überall fabelhaft essen und trinken. Es ist aber nicht ganz billig. Also Vorsicht! Auf dem Rückweg empfehle ich Ihnen einen Abstecher zum Pariser Rathaus, dem „Hotel de Ville“. Der Montmartre ist natürlich mein erklärtes Lieblingsgebiet. Ich habe diesem Viertel eine eigene Homepage gewidmet. Sie finden Sie unter www.montmartrerunde.com. Doch auch hier sollte man genau darauf achten, dass man nicht unbedingt in jede Touristenfalle tappt. Natürlich zieht der Massenstrom durch die Gegend von Moulin Rouge, Pigalle, Place de Clichy usw. Viel schöner erlebt man Paris oben auf der „Butte“ und am Nordabhang des Berges Montmartre. Dort befindet sich auch der einzige Pariser Weinberg, der noch kultiviert wird. Viele kleine Märkte und echtes Pariser Leben findet man in dem Viertel um „Barbes“ und „Marcadet“. Und wenn die „Place du Tertre“ auch schon im Mahlstrom der Touristen fast versinkt, diesen Platz liebe ich dennoch immer, immer noch und immer wieder. Hier oben trinke ich meinen kleinen Rotwein, genieße meine Crepes und sehe mir die Maler und ihre immer neuen, alten Bilder an. Aber dazu reichen wahrscheinlich zwei oder drei Parisbesuche nicht aus. Daher komme ich schon mein ganzes Leben hierher an die Seine. In wenigen Wochen fliege ich schon wieder dorthin. Weil ich nicht anders kann.
Dieser Reisebericht wurde am 06. September 2007 von superschida
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Paris, , Paris - mit den Augen eines Wahlparisers, Paris, Montmartre, Pigalle, Marais, Tour Eiffel, Sacre Coeur.
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