Die Vorfreude auf den gemeinsamen Urlaub mit meinem Freund war riesig. Und wir hatten es uns wirklich verdient. Schnell hatten wir uns auf Dänemark geeignet – hier wollten wir den Spätsommer genießen und viel erleben. Die Hinfahrt war stressfrei und die Ostsee war ruhig, so dass wir an Bord der Fähre nicht seekrank wurden.
Ankunft auf Lolland
Als wir gegen Mittag in Rodby ankamen, hatten wir noch ca. 3 Stunden Zeit, bis wir den Schlüssel für das Ferienhaus abholen konnten. Also fuhren wir spontan an den nächstgelegenen Strand. Und das war eine gute Idee. Mein Freund suchte am weißen Strand nach Muscheln und Steinen und ich konnte zwischen den Dünen an einem windstillen Plätzchen entspannen. Das Landschaftsbild, was sich uns bot, war vielfältig und erstrahlte bei dem herrlichen Sonnenschein in einem besonderen Glanz. Hagebutten wuchsen dicht an dicht. Wir konnten Eidechsen und Kormorane beobachten.
Hyldtofte
Nach der Schlüsselübergabe fuhren wir voller Vorfreude nach Hyldtofte zu unserer Ferienhaussiedlung. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Inmitten der Natur und nur ein paar hundert Meter vom Sandstrand entfernt, lag unser Häuschen. Und auch die Inneneinrichtung war modern und nach unserem Geschmack. Am ersten Abend haben wir bei Kerzenschein den Ausflug für den nächsten Tag geplant.
Nykobing (Falster) zum Middelaldercenter
Die Sonne kitzelte uns relativ früh aus dem Bett und wir fuhren Richtung Nykobing (Falster) zum Middelaldercenter. Detailgetreu wurde hier eine dänische Mittelalterstadt rekonstruiert. Wir fühlten uns in das 14. Jahrhundert zurückversetzt. Ein Schmid in mittelalterlicher Kleidung stellte Pfeilspitzen her, Frauen saßen an ihren Webstühlen oder stellten Schuhe her. Dann sammelte sich alles auf dem Kriegsmaschinenplatz, denn hier sollten die riesigen Steinschleudern geladen werden. Mein Freund durfte sogar beim Spannen der Seile mithelfen. Und dann wurden die Steine hunderte Meter weit auf das Wasser geschleudert. Anschließend haben wir uns noch am Bogenschießen versucht, wobei ich mich eher ungeschickt angestellt habe.
Maribo
Nach diesen Eindrücken fuhren wir auf dem Rückweg noch nach Maribo - ein kleines Städtchen, dass an dem großen See Sonderso gelegen ist. Hier haben wir die schöne Klosterkirche besucht. Neben unzähligen Enten und Möwen saßen wir auf der Parkbank und schauten auf die Wasserfontäne auf dem glitzernden See.Nach einem kleinen Stadtbummel fuhren wir dann zurück zum Ferienhaus. Den Abend haben wir beim Grillen am Strand ausklingen lassen.Zwei Angler versuchten im Flachwasser zu blinkern, was wir etwas belächelten. Wir malten uns insgeheim aus, wie sie wohl reagieren würden, wenn wir ihnen ein Stück gegrillten marinierten Fisch anbieten würden. Später konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.
Eskilstrup (Falster)
Am nächsten Tag schliefen wir etwas länger und machten uns nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg Richtung Eskilstrup (Falster) ins Krokodilmuseum. Wir hatten Glück, dass wir hinein durften, denn eigentlich ist montags geschlossen. So waren wir die einzigen Besucher und konnten uns viel Zeit lassen. Und das haben wir auch, denn wir konnten uns an den faszinierenden Geschöpfen einfach nicht satt sehen. Neben Terrarien mit Krokodilen, Schildkröten, Leguanen und Schlangen gab es auch einen feuchtwarmen Raum mit Liszt-Äffchen, Riesenschildkröten, Papageien und Alligatoren. Alles hautnah. Nachdem wir Affen und Schildkröten mit Löwenzahn gefüttert haben, konnten wir noch das Paarungsritual der Alligatoren beobachten. Das ging leider etwas schief, denn das Männchen fiel, noch bevor es etwas bewirken konnte, ins Wasserbecken - alle Viere von sich gestreckt. Das sah einfach zu witzig aus.Zurück im Ferienhaus konnten wir Hasen und Eichhörnchen direkt vor unserem Fenster beobachten.
Ausflug zur Insel Mon
Am Tag darauf fuhren wir auf die Insel Mon zu den weltberühmten Kreidefelsen Mons Klint. Seit einigen Jahren gibt es dort auch das „Geo Center" - ein modernes Erlebnis- und Aufklärungszentrum. Anhand verschiedener Medien erfuhren wir hier mehr über die Entstehung Dänemarks, die Kreidefelsen, wie Fossilien entstehen und was die Natur Dänemarks zu bieten hat.Danach machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum steinigen Strand, wo wir Stunden damit verbrachten, Donnerkeile und andere Mini-Fossilien zu suchen. Über uns ragten die riesigen weißen Felsen hervor – eine sehr beeindruckende Küstenlandschaft. Als wir an der Aufstiegstreppe ankamen, mussten wir leider feststellen, dass bis 20 Meter vor der Treppe das Wasser stand und wir sie nicht erreichen konnten. Also gingen wir wieder zurück um eine andere zu finden. Die Stufen schienen endlos, es waren mehr als 500 steile Holzstufen. Oben angekommen fanden wir keine Beschilderung. Also liefen wir durch den Wald und kamen zum Glück auch irgendwann wieder an dem Parkplatz an. Unser Auto war das einzige, was noch dort stand, denn es war schon ziemlich spät geworden. Trotzdem fuhren wir auf dem Rückweg noch zu einem Hünengrab in die Nähe von Somarke. Hier erlebten wir mal wieder einen traumhaften Sonnenuntergang. Dann trieb uns der Hunger aber doch zurück ins Ferienhaus.
Knuthenborg Safaripark
An unserem letzten Urlaubstag fuhren wir zu dem großen Knuthenborg Safaripark. Wir hatten Glück und konnten Nashörner, Giraffen, Büffel und sogar Tiger hautnah erleben. In bestimmten (ungefährlichen) Gebieten konnte man aussteigen und z.B. ein Picknick machen oder in ein Affengehege gehen. Es war ein schöner Ausflug.Danach fuhren wir an die Westküste Lollands in die schöne Stadt Nakskov. Hier hat es das erste und einzige Mal während unseres Urlaubs ein wenig geregnet. Wir besuchten das russische U-Boot im Hafen und machten anschließend einen ausgiebigen Einkaufsbummel.Die Ostinseln Dänemarks sind absolut empfehlenswert und wir würden gern in ein paar Jahren noch einmal dort Urlaub machen.
Dieser Reisebericht wurde am 09. Oktober 2007 von admin
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