Syrien - mit dem Wohnmobil Urlaub in Syrien - ein Land mit Potential
Rundreise, Wohnmobil
Ein Teil aus "Afrikadurchquerung in Etappen" - Syrien
Wir haben 7 Tage Zeit, Land und Leute kennen zu lernen. Das ist natürlich nicht gerade viel, doch länger können wir einfach nicht bleiben. So beschränken wir uns auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wir merken schnell, das Land hat viel zu bieten. Das erstaunliche ist, die Eintrittsgelder kosten einheitlich 150 SYP, das sind 3 USD. Damit kann man wirklich gut leben…
Auf dem Weg von der Küste nach Palmyra macht der hintere linke Reifen wieder Ärger. Er zischt. Am nächsten Morgen entschließen wir uns, den Reifen zu reparieren, da er doch viel Luft verliert. Das kostet uns 3 Std. Arbeit. Wir bekommen aber etwas Hilfe von Einheimischen. Wir hoffen, der Reifen bleibt jetzt ganz…
Er tut es nicht. Schon am nächsten Tag verliert er wieder Luft. Wir finden keine richtige Erklärung dafür. Ab jetzt pumpen wir jeden Morgen den Reifen auf und fahren so weiter. Es scheint zu funktionieren, die Frage ist nur wie lange noch…
Ansonsten haben wir keine weiteren Probleme am Fahrzeug. Nur ein Paar Dichtungen müssen bei der nächsten Gelegenheit mal erneuert werden. Ca. alle 2000km müssen die Dieselfilter gewechselt werden. Ein großes Ärgernis ist, dass wir die wichtigen Separfilter zu Hause vergessen haben und jetzt die zwei, die wir noch haben immer waschen müssen. Der Versuch, neue in Amman zu bekommen ist gescheitert, vielleicht haben wir in Kairo mehr Glück…
Das erste Bakschisch und der erste Tee…
An einer Tankstelle wollen wir tanken und Wasser auffüllen. Wir tanken ca. 112 Liter Diesel. Ich will 800 SYP bezahlen, aber es soll angeblich zu wenig sein, obwohl die Zapfsäule nur 784 SYP zeigt. Er erklärt mir, für uns kostet der Diesel nicht 7 SYP / Liter, sondern 8 SYP / Liter. 1 SYP / Liter ist Bakschisch. Ach so, aber vorher ausgemacht war das nicht. Ich wittere eine Chance ans Wasser zu kommen. Einen Hahn habe ich auch schon erspäht, so gebe ich Ihm sein Bakschisch und frage in einem Atemzug nach Wasser. Kein Problem, aber einen Schlauch haben Sie nicht. Das macht nichts, wir haben ja einen…
Ca. 230 Liter Wasser wandern in unseren Tank. Das dauert recht lange, da zu wenig Druck auf der Anlage ist. In der Zwischenzeit werden wir nicht zum Tee eingeladen, sondern bekommen ihn einfach serviert. Eine nette Geste. Ein Gespräch ist leider nicht möglich, denn keiner an dieser Tankstelle spricht auch nur ein Wort englisch…
Das betteln…
Wir sind nicht nur überrascht, sondern auch sehr erfreut, denn in Syrien wir so gut wie gar nicht gebettelt. Nur ein einziges mal werden wir von zwei Mopedfahrern frech um Geld gebeten. Doch als sie merken, dass sie bei uns an der falschen Adresse sind, verschwinden die beiden auch schnell wieder…
Die Übernachtungen…
Wir waren kein einziges mal auf einem Campingplatz. Wir suchten uns immer einen ruhigen Platz außerhalb von Ortschaften und wurden nie belästigt. Einmal hatten wir einen Platz in einer Siedlung, direkt an einem Haus. Natürlich haben wir vorher gefragt, ob wir hier schlafen können und natürlich durften wir bleiben…
Die Straßenkontrollen…
Es gibt so gut wie gar keine Kontrollen. Nur einmal werden wir wie folgt kontrolliert: Zwei Männer in Zivil kommen auf uns zu und einer von Ihnen verlangt unsere Pässe. Da verlange ich erst mal seinen Ausweis, denn ich gebe nicht irgendjemand meinen Pass. Er sagt, er ist von der Polizei und will die Pässe. Ich antworte, zuerst sein Ausweis. Er verzieht sein Gesicht, zeigt mir aber tatsächlich einen gelben Ausweis. Ob er echt ist kann ich natürlich nicht beurteilen, denn die arabische Sprache beherrsche ich nicht. Aber zumindest hat er einen und so gebe ich Ihm mit einem unguten Gefühl unsere Pässe. Er verschwindet damit in einem Bus, um etwas zu notieren. Tatsächlich schreibt er alles auf, fragt noch wohin wir wollen und gibt uns dann die Pässe zurück. Dann steigen beide in den Bus ein und fahren weg. Das war also unsere erste syrische Polizeikontrolle. Und auch unsere letzte…
Das Dorf Maalula…
Am Abend ruft der Muezzin, am Morgen läuten die Kirchenglocken. Maalula ist ein christliches Dorf, doch inzwischen vermischen sich Christen und Muslime. Hier gibt es auch Wein und Bier zu kaufen und das zu einem passablen Preis. Also kaufen wir 6 Flaschen Wein und dürfen hier übernachten…
Damaskus…
Wer glaubt, das Durchfahren von Istanbul oder einer anderen Hauptstadt wäre der reinste Horror, der war noch nie in Damaskus. Das ist der reinste Horror. Wie idiotisch von uns zu glauben, wir könnten hier irgendwo parken. Der Verkehr ist viel schlimmer als in Aleppo (der größten Stadt Syriens, wo wir problemlos einen guten Parkplatz bekommen haben), es gibt noch mehr Autos und noch weniger Regeln. Die Polizisten versuchen an Kreuzungen und Kreisverkehren das Chaos irgendwie zu regeln, doch es gelingt ihnen nicht immer. Hier fährt jeder wie er will und wohin er will. Wir geben auf und sehen zu, dass wir hier unfallfrei wieder rauskommen. Ist zwar sehr schade, die Hauptstadt nicht besichtigt zu haben, aber was nicht geht, das geht nun mal nicht…
„You are welcome” or „Welcome in Syria“
Es ist nicht zu glauben, aber diese beiden Sätze hören wir bestimmt 100-mal. Ob an den Sehenswürdigkeiten, bei der Frage nach dem Weg oder beim Einkaufen, überall werden wir herzlich begrüßt und willkommen geheißen. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und das ist auch nicht gespielt. Das ist wirklich echt. Sehr oft winken uns Kinder und Erwachsene zu und wir winken auch immer zurück. Nie verhält sich jemand uns gegenüber bösartig oder schlecht, allenfalls neugierig. Wir sind begeistert von diesem Land und seinen Menschen und werden vielleicht noch mal wieder kommen. Irgendwann…
Besondere Sehenswürdigkeiten - Das Simeonskloster - Die toten Städte - Aleppo - Palmyra - Bosra - Maalula
Dieser Reisebericht wurde am 06. Juli 2007 von globetrotter_ontour
verfasst.
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