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Jordanien - das Land am tiefsten Punkt der Erde

Rundreise, Wohnmobil

Ein Teil aus "Afrikadurchquerung in Etappen" - Jordanien

Der Grenzübergang

Wir fahren nach Der´a, um noch einzukaufen, Geld zu tauschen und zu tanken, denn in Jordanien ist alles teurer. Als wir einen Polizisten nach der Bank fragen, kommt die bittere Wahrheit: heute ist Freitag, und alles ist zu. Sonst haben wir immer daran gedacht, aber diesmal nicht. Also, wir können es nicht ändern, da wir heute noch ausreisen müssen und fahren zu Grenze. Die Ausreise geht schnell, das Carnet wird gestempelt und 100 SYP Ausreisesteuer fällt an. Danach noch zum Passbüro, wo unsere Pässe gestempelt werden und fertig. In einer halben Stunde sind wir durch. Jetzt geht´s zum jordanischen Checkpoint. An der ersten Station eine flüchtige Passkontrolle, hier bekommen wir eine blaue Karte. An der zweiten Station noch eine flüchtige Passkontrolle und zum ersten mal seit langem wird der Hundepass verlangt. Dann die Lauferei von Pontius nach Pilatus. Na ja, so wäre es sicherlich gekommen, wenn da nicht der nette Mann in blauer Uniform gewesen wäre. Er hilft Touristen durch den Grenzübergang und die ganze Prozedur geht schneller. Zuerst geben wir das Carnet ab (Büro auf der linken Seite von Syrien kommend, ganz rechts) und gehen dann zur Passkontrolle auf der gegenüberliegenden Seite. Schnell sind die Passformalitäten erledigt, dann zurück zum Carnet. Hier müssen wir 52,70 JD für die Versicherung bezahlen, also zurück auf die andere Seite Geld wechseln. Wir wechseln 250 USD zu einem Kurs von 1USD = 0,7 JD. Wir zahlen die Versicherung, das Carnet ist jedoch noch nicht abgestempelt. Dies geschieht zwei Büros weiter. Hier werden alle Fahrzeugdaten in den Computer eingegeben und die Stempel landen im Carnet. In einem anderen Büro werden noch mal 15 JD an Gebühren fällig. Auf der großen weißen Karte, auf der mehrere Beamte irgendetwas auf Arabisch schreiben, fehlt noch ein Stempel und selbst unser Helfer weiß nicht so recht, wo dieser zu bekommen ist. Doch er fragt sich durch und wir landen in einem Büro hinter dem Gelände. Dieses hätten wir alleine nie gefunden. Hier wird auch der Hundepass verlangt und kräftig durchgeblättert. Der Stempel landet auf der weißen Karte und wir können zurück zum Büro, wo noch der Pass vom Klaus liegt. Hier wird wieder etwas auf der weißen Karte notiert und der Hundepass wird kopiert. Wir bekommen alle Unterlagen zurück und können durch den letzten Checkpoint. Zuerst geben wir die große weiße Karte ab, dann wird die blaue verlangt. Die hat jedoch noch unser Helfer, der weggerufen wurde. Die Karte brauchen wir aber, also muss ich zurück, unseren Helfer suchen. Dieser hat es jedoch gemerkt und kam gerade als ich gehen wollte mit unserer blauen Karte angerannt. Dann geht die Schranke auf und …



Wir sind in Jordanien.

Eine Stunde haben wir für die Einreiseprozedur gebraucht, ohne unseren Helfer hätte es bestimmt viel länger gedauert. Der Grenzübergang ist recht professionell und wir bekommen für alle Zahlungen eine Quittung.


Alles ist teurer als in Syrien…

An der Tankstelle der erste Schock: hier kostet der Diesel 36 Cent. Damit haben wir nicht gerechnet. Nach unseren Informationen sollte er nur 17 Cent kosten. Wir ärgern uns jetzt noch mehr, nicht noch in Syrien getankt zu haben. Viele werden jetzt denken, 36 Cent ist ja immer noch spottbillig. Ja, aber nicht wenn man vorher die Möglichkeit hatte für 11 Cent zu tanken.
Der zweite Schock: die Eintrittsgelder. Der Besuch von Jarash kostet etwa 11,50 €, Petra sogar 30 € pro Person. Wir sind wirklich nicht geizig, aber das finden wir für ein Land wie Jordanien echt übertrieben. Natürlich beißen wir in den sauren Apfel und zahlen…

Die Theodor – Schneller – Schule in Amman

Es ist eine Schule, für Weise, Halbweise und Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen, egal welcher Religion sie angehören. 200 Jungen (nur Jungen) leben hier und werden auf ein normales Leben in Jordanien vorbereitet. Wer will kann hier nach der Schule eine Ausbildung machen und hat später eine echte Chance, einen Job zu finden. Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein kleines Hotel, sowie ein Campingplatz (zumindest für Wohnmobile). Die Einnahmen kommen voll der Einrichtung zu Gute. Wir nehmen die Gelegenheit wahr und übernachten zum ersten mal nicht in freier Natur. Der Hintergrund ist: von hieraus können wir in die Stadt fahren und die lästige bis unmögliche Parkplatzsuche entfällt. Auch unsere Wasserreserven können wir hier auffüllen. Der Betreuer spricht gutes Englisch und steht für alle Fragen offen…

Das tote Meer…

Wir wollen es zunächst nicht glauben, aber das GPS zeigt eine Höhe von -391m an. Wir sind also am tiefsten Punkt der Erde angelangt.


Das gesamte Gebiet wird durch das Militär kontrolliert. Es gibt drei offizielle Checkpoints, an denen Pässe verlangt und nach dem „woher“ und „wohin“ gefragt wird, wobei das „wohin“ wohl wichtiger scheint. Doch alles verläuft freundlich und korrekt. Na und ausgerechnet hier ist der hintere linke Reifen jetzt wieder richtig platt. 6 Tage ist es gut gegangen, jetzt heißt es aber wieder: Montiereisen raus und los…
Diesmal brauchen wir nur 2,5 Std. wir werden immer schneller. Übung macht eben den Meister…
Kurz bevor wir fertig sind, hält ein LKW – Fahrer und will unbedingt helfen. Wir bedanken uns und sagen ihm, er könne ruhig weiterfahren, wir sind ja fast fertig, doch er lässt nicht nach und hilft noch den Reifen aufzuziehen. Auch hier sind wir von der Hilfsbereitschaft der Jordanier begeistert.
Es ist recht spät und so wollen wir am toten Meer übernachten. Schnell ist ein Stellplatz gefunden, doch der Motor ist noch nicht richtig aus, da steht schon ein bewaffnetes Militärfahrzeug vor uns. Also Pässe raus, was wir hier wollen und wohin wir fahren. Ich nenne unser Reiseziel und frage, ob wir hier übernachten dürfen. Wir dürfen nicht, aber so 10km weiter, kein Problem. Also fahren wir weiter, nach 10km endet das tote Meer und auch die Kontrollen. Adieu Stellplatz am Wasser. So müssen wir wohl in die Berge ausweichen…

Die Strecke vom toten Meer bis Petra und Aqaba ist für den Dicken eine echte Herausforderung. Berge über Berge. Aber er meistert seine Aufgabe und wir werden mit herrlichen Landschaften belohnt…

Fazit Syrien und Jordanien

Beide Länder erweisen sich für uns als sehr sympathische Reiseländer, wobei wir in Syrien etwas mehr Reisefreiheit genießen. In Jordanien gibt es mehr Militär-, und Polizeipräsenz, wobei wir von der Polizei immer durch gewunken werden.
Um unsere Sicherheit müssen wir nie fürchten. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung stehen an der Tagesordnung.


Auch in Jordanien hören wir immer wieder: „You are welcome” oder „Welcome in Jordan“
Alles war neu für uns, doch man hat uns herzlich empfangen und uns keine Steine in den Weg gelegt…

Morgen geht es dann weiter nach Ägypten. Hier erwarten wir unseren schwierigsten Grenzübergang, die Bürokratie am Hafen von Nuweiba soll wohl grausam sein. Abschrecken lassen wir uns nicht, wer sind nicht die ersten und nicht die letzten, die so einreisen. Wir werden sehen…

Besondere Sehenswürdigkeiten
- Jarash
- Petra
- Das tote Meer

Dieser Reisebericht wurde am 06. Juli 2007 von globetrotter_ontour verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Rundreise, Wohnmobil, Jordanien - das Land am tiefsten Punkt der Erde, Amman, das tote Meer, Jarash, Petra.

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