Durch den morgendlichen Dunst des Sonnenaufganges sieht man nur die schroffen Silhouetten der felsigen Berge. Meine Hose bleibt an einem Dornenbusch hängen und ich muß an Jesus denken.Viele orange-rosafarbene Kaktusfrüchte an noch mehr Kakteen stehen in der arabischen Morgensonne. Auch unser Dorf Manakha leuchtet hier auf 2200 m im Sonnenaufgang, der volle Mond verschwindet gerade hinter der Moschee und für 20 Rial verkauft mir das Mädchen mit Kopftuch ein Stück Brot aus ihrem Korb. Aiwa. Rauh, felsig, schroff, trocken, hohe Felsspitzen, ausgetrocknete, tiefe Wadis, dunstige, warme Luft, durstiges Land. Das Haraz-Gebirge im Jemen.Die Menschen ruhig, freundlich. Als Mann in Wickelrock, Sakko und Bart, manchmal mit Turban, aber immer mit Jambiya, ihrem Krummdolch am Gürtel. Als Frau fast immer in schwarz, selten bunt, Kopftuch, für die Öffentlichkeit meist nur ein kleiner Schlitz für ihre dunklen Augen. Als Kind fröhlich und natürlich, die Mädchen im bunten Kleid, die Jungs im Mini-Sakko. Und süß!!!
Aiwa.
Die Baumeister dieser Häuser wollten wohl ihrem Gott ein Stück näher sein. Vier oder fünf Stockwerke hoch, um das kleine Stückchen Fels optimal auszunutzen, stehen diese quader-förmigen Häuser dicht gedrängt auf den höchsten Felsspitzen und ragen wie Festungen schroff und doch zierlich verziert in den Himmel über Arabia felix.Wenn ich durch die engen Gassen von Al-Hajjara oder Qahil gehe, den Blick zwischendurch über die trockene schroffe Landschaft werfe, mich dann in den Schatten des Akazienbaumes setze und ein Esel und ein paar Schafe an mir vorbei trotten, muß ich schon wieder an Jesus denken. Hat sich glaub ich nicht viel geändert seitdem.
Aiwa.
Abendessen im Mafradj, dem großen gemütlichen Raum zum Palavern, Qat kauen oder Essen. Ein ausgerollter Bambusteppich ist unser Tisch, darauf stehen riesige Teller und Töpfe mit Chupps, Foul und Chodra, großes Fladenbrot, Bohnen und Gemüse, dazu Shai-Tee aber kein Besteck und keine eigenen Teller.Teilen macht Spaß, dieses Essen auch, jeder nimmt sich einfach, was er möchte, und der Mann mit der Aoud spielt uns ein Gute-Nacht-Lied.
Aiwa.
Welt voller Wunder, mach Dich bereit, hier kommt Dein Liebhaber. Bin ich hier richtig? Aiwa!!!Asala malaikum Ihr Alle!
Auf dem Suq in Sanaa - 20 Worte für 1001 Eindrücke
>Kaffeegeruch> Dunkle Augen> Jambiya (Krummdolch)> Bärte> Tabakblätter> Dicke Qat-Backe> Kardamomgeruch> Frische Kaktusfrucht> Pistazien> Asala Malaikum> Rosinenberge> Menschen, ganz viele> Kalkweiße Fensterrahmen> Huup, Huup!> Hijab und Chimar in schwarz (Kopftuch und Gesichtsschleier)> Welcome to Yemen!> Enge Gassen> Süßer Shai-Tee> Datteln> Silber und GoldSanaa - Sonne geht hinter dem Berg auf, steht mittags über den Häusern Sanaa´s und geht am frühen Abend hinter den Hügeln im Westen der Stadt wieder unter. So viel zur Theorie.> Es fällt nicht unbedingt leicht, einen Tag in Old Sanaa zu beschreiben, in dieser Stadt, in der die alten hohen Häuser rotbraun, verziert mit kalkweißen Fensterrahmen und Mosaikfenster dicht gedrängt in der Sonne stehen. In der die Menschen mit ihren Turbanen und Schleiern ganz anders aussehen als bei uns. Immer wieder werden wir mit einem "Welcome to Yemen!" begrüßt (Wer hat eigentlich in letzter Zeit einmal "Willkommen in Deutschland!" gesagt?). Die Jungs spielen in den engen Gassen Fußball, die Mädchen fragen nach "Sura", einem Foto (weil spätestens mit 15 oder 16 Jahren darf das nicht mehr), und die Rufe der Muezien schallen über die Stadt. Ab nachmittags läuft, besser gesagt sitzt das ganze Volk mit einer dicken Backe herum; prall gefüllt mit grünen Qat-Blättern. Soll irgendwie beflügeln, sieht aber sch. aus. Und abends dann im Suq, dem engen, wuseligen Markt-Viertel, begegnen uns ständig eben diese 20 Worte. und noch viele mehr.
Willkommen in 1001 Nacht! Welcome to Yemen!
Dieser Reisebericht wurde am 24. September 2007 von Thoms
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Manakha, Sanaa, , Yemen - Manakha & Sanaa, Suq sanaa Manakha, reisebericht bericht urlaub.
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