Verzeichnis » Urlaub mit dem Wohnmobil » Wohnmobil-reisen wie Gott in Frankreich

Wohnmobil-reisen wie Gott in Frankreich

Paris, Ile d'Oléron, Carcassonne, Languedoc, Wohnmobil

Endlich Urlaubszeit! Lange, ermüdende Monate hatte ich auf diesen Sommerurlaub hingearbeitet. Hatte als fleißige Studentin gelernt, gelesen und nächtelang am Computer gesessen, um endlich meine Abschlussprüfung zu machen. Hatte sie schließlich geschafft und fühlte mich völlig ausgelaugt. Jetzt die Zukunft in Angriff zu nehmen und mich auf dem Arbeitsmarkt frustieren zu lassen, war keine Option. Erstmal wollte ich verreisen, ausspannen und mein Studentenleben weit hinter mir lassen. Und das am liebsten außerhalb Europas - Australien lautete mein Traumziel. Beim Blättern in diversen Katalogen fielen meine Illusionen allerdings in sich zusammen wie ein Kartenhaus: Einen Flug nach Downunder konnte ich mir partout nicht leisten. Hatte ich doch die letzten Monate von der Außenwelt abgeschirmt in der Uni-Bibliothek verbracht - für einen Nebenjob hatten mir sowohl die Zeit als auch die Nerven gefehlt. Doch was tun, so ohne Geld?



Mit Bonzo on the road

Meinem Freund ging es wie mir. Auch er wollte weit weg. Auch er hatte keinen Pfennig. Unsere Urlaubslaune wandelte sich in äußerst schlechte Stimmung um. Sollte das alles gewesen sein, mein glorreicher Sommer als diplomierte Absolventin? Gerade als wir uns auf verregnete Tage auf Balkonien eingestellt hat, meldete sich der rettende Engel: mein Vater. Als abenteuerlustiger Frührentner hatte er sich ein uraltes Wohnmobil gekauft. Marke Hymer, Baujahr 1982. Den wollte er uns gerne leihen. Wir waren skeptisch. Wohin sollte uns diese alte Klapperkiste wohl bringen? Auch eine erste Inspektion des Gefährts stimmte uns nicht optimistischer. Da Zuhausebleiben aber eine allzu traurige Alternative war, beschlossen wir, es zu wagen. Mit "Bonzo", wie mein Vater sein Wohnmobil liebevoll getauft hatte, wollten wir Europa erkunden. Jedenfalls so lang, wie man in unseren kostbaren vier Urlaubswochen kommen konnte. In einem 25 Jahre alten Wohnmobil, wohlgemerkt.

Reisen auf französisch

Frankreich sollte unser Ziel sein. Warum? Weil wir Croissants lieben. Weil uns zwar Gleichheit und Brüderlichkeit nicht sehr interessieren, aber Freiheit dafür umso mehr. Endlich frei sein! Keine Termine mehr, keine festen Pläne, keine konkreten Vorstellungen vom Zielort. Nunja, Paris wollten wir auf dem Weg in den Süden einen Besuch abstatten. Paris, die glorreiche Hauptstadt der Franzosen, erschien uns Pflicht. Schade, dass es dann in der Stadt der Liebe nur regnete. Unser Campingplatz "Camping International" im Vorort Maisons-Lafitte lag zwar so dicht an der Metro-Station, dass wir problemlos mit der U-Bahn die Stadt erkunden konnte - bei Regen allerdings kein großer Genuss. Nicht einmal, wenn man unter dem Eiffelturm nass wird! Dummerweise befand sich der Campingplatz auch so nah am Fluss Seine, dass sich die Wasserratten auf unserem gemieteten Stückchen Zuhause tummelten. Dazu nasse Klamotten, nasse Füsse und nasse Handtücher - das Dach unseres Campers war undicht. Grrrr! Nach zwei Tagen hatten wir genug und machten uns auf gen Süden.



Urlaubsfreude adé?

Regentropfen prasselten gegen die Windschutzscheibe. Bei dem Wetter traute sich mein Freund nicht, schneller als 80 km/h zu fahren. Der Motor unseres alten Gefährts dröhnte derart laut, dass kein Gespräch möglich war. Worüber auch? Die Urlaubsstimmung war jedenfalls futsch. Bis etwa 200 Kilometer südlich von Paris das Wetterwunder geschah und die dichte, graue Wolkendecke aufriss. Innerhalb von Minuten hatte sich der Himmel babyblau verfärbt und die Sonne trocknete die Wassertropfen, die sich noch auf der Frontscheibe tummelten. Juhu, Süden, wir kommen! Ebenso schnell wie das Wetter besserte sich auch unsere Stimmung. Nun wollten wir nur noch eins: an den Strand. In der Sonne liegen, baden, endlich unsere Ferien genießen! Eine kurze Tankpause und unser Ziel war festgelegt. Wir befanden uns gerade auf der Höhe zweier Halbinseln im Atlantik, die unser Interesse geweckt hatten: die Ile d'Oléron und die Ile de Ré. Zwei Urlaubsparadiese, die unsere Herzen in freudiger Erwartung höher schlagen ließen. Diverse Telefongespräche später und um ebenso viele Euro auf der Handyrechnung ärmer hatten wir schließlich einen Standplatz auf einem Campingplatz ergattert.

Glücksfall Atlantikküste

Was dann kam, waren die schönsten und entspanntesten Tage meines Lebens. Am Campingplatz "Le Suroit" auf der Ile d'Oléron mieteten wir uns Fahrräder und erkundeten die gesamte Insel. Die Sonne strahlte ohne Unterlass, die traumhaften Atlantikstrände weckten eine nie gekannte Euphorie in mir: wilde Wellen zum Schwimmen und Jauchzen, ein hundert Meter breiter Strand, dahinter sanfte Sanddünen. Das alles rund um die Insel. Innerhalb von einer Woche fuhren wir bestimmt über hundert Kilometer zusammen. Die weiteste Tour führte uns an die Nordspitze der Insel, wo mein Freund darauf bestand, mit einem Motorboot zum Fort Boyard hinaus zu fahren - eine Festung aus dem 19. Jahrhundert zum Schutz Frankreichs vor den Engländern. Die Abende verbrachten wir bei Pizza und Wein vor unserem Camper, beobachteten unsere Nachbarn in ihren moderneren Wohnmobilen und gingen früh schlafen.



Höhepunkt des Südens

Nach einer Woche waren wir entspannt, braun gebrannt und bereit für neue Abenteuer. Die Autobahn sollte uns weiter in den Süden Frankreichs bringen: zum Mittelmeer bei Montpellier. Während wir über die Autobahn tuckerten und uns noch über die teure Maut ärgerten, entdeckte ich plötzlich im Südwesten einen Wegweiser nach Carcassonne. Genauso hieß das Brettspiel, das mein Vater immer zu spielen pflegte - ein Strategiespiel, in dem man eine Burg aufbauen musste. Die Entscheidung war klar: Dort mussten wir hin und dem edlen Spender unseres Fahrzeugs vom echten Carassonne berichten. Was wir sahen, war allerdings schwer in Worte zu fassen. Wie so viele südfranzösische Städte besitzt Carcassonne einen wunderschönen historischen Stadtkern mit engen Gassen, Kopfsteinpflaster und unzähligen Boutiquen. Den Vogel schoss jedoch die Burg ab: Außerhalb der Stadtmauern gelegen thront sie auf einem Hügel über dem Ort. Die Sonne war bereits untergegangen, als wir den Weg hinauf erklommen hatte und so war der Eingang der Burg von Fackeln erleuchtet. Oben fanden wir ein fantastisches Schauspiel von Buden, Ständen, Restaurants und begeisterten Touristen vor. Dazu eine herrliche Aussicht über die Lichter von Carcassonne. Wir waren so euphorisch, dass uns nicht einmal die Nacht an einer Autobahnraststätte die Laune verderben konnte.

Epilog

Weitere sonnige Tage auf dem Campingplatz "L'Espiguettes" krönten den Abschluss unserer Reise. Drei Minuten Fußmarsch und wir lagen am Mittelmeer. Sonnen, schlafen, essen und sich an der herrlichen Landschaft des Languedoc erfreuen - mehr stand nicht auf unserem Tagesplan. Auch die Rückreise war weniger beschwerlich als befürchtet: Brav brachte Bonzo uns auf direktem Wege quer durch Frankreich zurück nach Norddeutschland.

Dieser Reisebericht wurde am 13. Juni 2007 von Bonzo verfasst.

Hat Ihnen dieser Bericht gefallen?

Bisher hat 1 Leser diesen Bericht bewertet. Loggen Sie sich ein, damit auch Sie diesen Bericht bewerten können.

4 Sonnen (Gut)

Wie bewerte ich Berichte?

4 Kommentare zu diesem Reisebericht


15. April 2013, 21:34:58. agrillagfrovA sagt:

Подскажите, получается ли у вас скачать шаблоны для dle? Если да, то можете ли файл загрузить сюда? А то просто беда какая-то, нашел вроде нужный файл, а скачать не могу. Заранее спасибо.
14. April 2013, 13:23:20. agrillagfrovA sagt:

Подскажите, получается ли у вас скачать русские шаблоны для wordpress? Если да, то можете ли файл загрузить сюда? А то просто беда какая-то, нашел вроде нужный файл, а скачать не могу. Заранее спасибо.
05. April 2013, 03:41:11. agrillagfrovA sagt:

Хочу взять взять кредит наличными в самаре, но я не могу взять документы для подтверждения дохода, а займ нужен срочно!
31. März 2013, 11:49:55. agrillagfrovA sagt:

Не могу сбербанк россии кредит, а мне нужно зайти в система сбербанк онлайн. Достало что никак не получается зайти для оплаты.

Möchten Sie diesen Bericht kommentieren?


Dann loggen Sie sich ein und los geht's! Wir freuen uns über Ihre Meinung.

Diesen Reisebericht verlinken:



Login


Benutzer:
Passwort:
Nicht registriert?

Jetzt kostenlos bei adios.de registrieren


Passwort vergessen?

Neues Passwort per Email anfordern