„Auf nach Sankt Petersburg!“ Also ehrlich, einen schönen Urlaub hatte ich mir anders vorgestellt, aber die Mehrheit in unserer Familie hatte beschlossen, nach Sankt Petersburg zu fahren und dort jede Menge Spaß zu haben. Mir vielen eigentlich nur die ganzen Vorurteile ein, die man als Deutscher so gegen Russen hat. Und jetzt sollte ich in das Zentrum der Russen fliegen, na Mahlzeit! Meine Urlaubsvorbereitungen fingen mit der Lektüre eines Reiseführers an.
Sankt Petersburg wurde 1703 als Sankt-Pieterburch gegründet und bald in Sankt Petersburg umbenannt. Zwischen 1924 und 1991 wurde es auch Leningrad genannt, darum sollte man auch heute nach Leningrad suchen, wenn man irgendetwas über Sankt Petersburg inden möchte. Die Stadt ist mit über vier Mio. Einwohnern direkt nach Moskau die zweitgrößte Stadt in.
Nun, das waren schon einmal ein paar allgemeine Informationen, die bestimmt ganz interessant waren. Den Rest sollte ich nach meiner Ankunft in Sankt Petersburg erfahren. Wir flogen mit einem “Russenbomber”, so nennen die Deutschen ziehmlich verächtlich russische Maschinen, direkt nach Sankt Petersburg. Ich muß gestehen, ich hatte meine bedenken, als ich in dieses Flugzeug stieg, aber das Personal an Bord machte einen freundlichen und zuversichtlichen Eindruck.
Im Flugzeug laß ich weiter in meinem Reiseführer: “Die Stadt wurde ursprünglich in einem Sumpfgebiet erbaut. Sankt Petersburg liegt an der Mündung der Newa. Die Stadt ist 606 km² groß davon sind ca 10 % Wasser”. Kleines Venedig dachte ich so bei mir. “Die Stadt an sich, besteht aus 42 Inseln. Durch Sankt Petersburgs Lage, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, ist die Stadt stets von Hochwasser gefährdet.Die Stadt hat ein typisches Meeresklima. Das Wetter kannschnell umschlagen. Die Sommer sind mild jedoch sinken im Winter die Temperaturen auf –4° bis –8°. Durch die Lage, wird die Stadt um die Sommersonnenwende nachts nicht richtig dunkel.
Die Kultur: In Sankt Petersburg trifft man aller Orts auf Kunst. Theater, Balett und Kunst müssen die kleinen Babys schon mit der Muttermilch in sich aufnehmen.
Als wir endlich den Flughafen von Sankt Petersburg erreicht hatten (ohne abzustürzen wie ich vorher vermutet hatte) erkundigten wir uns zuerst nach einer Möglichkeit, die Stadt etwas näher kennen zu lernen (schließlich riskiere ich nicht ohne Grund mein Leben).
Wir machten also einen Stadtrundgang:
Höchstes Gebäude der Stadt und zugleich ein beeindruckendes Bauwerk, ist der Fernsehturm Sankt Petersburg. Er liegt ein bischen außerhalb der Innenstadt und kann gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.
Weitere Sehenswürdigkeit (für meinen Geschmack recht wichtig!) war der Newski-Prospekt.
Es ist die Hauptstraße der Stadt und führt von der Admiralität über den Parade- und Schlossplatz, bis zum Kloster von Alexander Newski. Hier bekommen Sie wirklich alles.
Nicht weit vom Newski-Prospekts sind weitere Sehenswürdigkeiten.
o das Russische Museum
o die Isaakskathedrale
o die Peter-und-Pauls-Festung
o Der Kreuzer Aurora
o der Katharinenpalast mit dem legendären Bernsteinzimmer
Die Wirtschaft:
Die Stadt ist ein Verkehrsknotenpunkt und zugleich das Zentrum der russischen Forschung und Entwicklung. Hier finden sich Firmen aus fast allen Zweige der Industrie. Viele russische Konzerne, vor allem die mit hohem Staatsanteil, verlegen momentan ihre Hauptquartiere aus der Hauptstadt Moskau an die Newa. Der Erfolg der Wirtschaftsansiedlung ist aber nur in Teilen auf die Petersburger Investitionsbedingungen zu schieben. Ein russischer Konzern will in der Nähe eine 220 Millionen Dollar teure Glasfabrik errichten.
Neben der wachsenden Automobilindustrie haben sich ausländischen Unternehmen angesiedelt. So zum Beispiel:
o Wrigley,
o Gillette,
o Rothmans,
o Unilever,
o Japan Tobacco,
o Coca-Cola
und viele mehr. Wichtigen Anteil hat auch die Baltika-Brauerei die zur dänischen Carlsberg-Brauerei gehört. Der wichtigste Außenhandelspartner der Stadt ist die Bundesrepublik Deutschland. Die Landwirtschaft hingegen spielt keine große Rolle. Der Tourismus wird ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor. Laut der UNESCO zählt die Stadt zu den 10 für Touristen reizvollsten Städten der Welt.
Der Verkehr:
Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt stellt eine wichtige Verknüpfung der Seeschifffahrt und Eisenbahn dar. Der Hafen ist der größte Hafen Russlands.Es fahren Fähren nach Kaliningrad. Weitere Fährverbindungen gibt es nach
o Stockholm,
o Helsinki,
o Kiel,
o Rostock,
o Lübeck,
o Sassnitz
und anderen Hafenstädten an der Ostsee. In Sankt Petersburg fahren Schiffe in der Nacht durch das Stadtgebiet, hierfür können Klappbrücken hochgeklappt werden. Die erste Eisenbahn führte von Sankt Petersburg nach Zarskoje Selo. Sie verband Moskau mit dem „Zarendorf“.
Heute gibt es Eisenbahnstrecken nach:
o Murmansk,
o Helsinki
o Kirow
o Moskau
o Kaliningrad
o Minsk und Berlin
Die Stadt Sankt Petersburg wurde durch 12 Autobahnen erschlossen.
Das Hochklappen aller Newa-Brücken, besonders in den Weißen Nächten ist touristisch hoch interessant.
Rund 12 Kilometer im Süden der Innenstadt ist der Flughafen Pulkowo . Von Hieraus fliegen zahlreiche ausländische Fluglinien, darunter die zum Beispiel die Air Berlin, Germanwings oder Lufthansa. Hier können Sie direkt nach Berlin, Frankfurt am Main, Köln/Bonn, München, Münster undoder Wien fliegen. Ich werde mir für meinen Rückflug überlegen, ob ich nicht eine dieser Fluggesellschaften nutzen werde. Für meine Flugangst ist das sicher besser.
Alles in Allem war Sankt Petersburg wirklich eine Reise wert. Ich habe viele neue Eindrücke gesammelt und meine Vorurteile gegenüber Russland weitest gehend abgebaut. Ich würde immer wieder in die schöne Stadt an der Newa reisen. Die weißen Nächte sind einfach traumhaft schön.
Dieser Reisebericht wurde am 03. Juni 2007 von Vodka
verfasst.
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