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Unsere zweite Russlandreise

Moskau - St. Peterburg, MS Nikolaij Karamsin (05. Juni 2002)

Nach unserer ersten Russlandreise, stieg auch das Bedürfnis nach mehr Wissen. Daher buchten wir eine Flusskreuzfahrt von Moskau nach St. Petersburg, um auch ein wenig vom Land dazwischen kennen zu lernen. Zwei Pärchen, die wir auf einer Ägyptenreise kennen lernten, fuhren mit uns. Am 5.6.2006 flogen wir nach Moskau und checkten auf dem Schiff „Nikolaj Karamsin“ am Nordhafen ein. Nachdem der erste Tag zur freien Verfügung stand, machten wir auf eigene Faust eine erste Moskau Besichtigung. Mit der Metro, ich kannte mich ja schon aus, fuhren wir direkt zum Roten Platz. Nun konnte ich mit meinem Sightseeingwissen glänzen und war, wie ich glaube, ein ganz guter Guide. Nach 2 1/2 Tagen in Moskau mit reichhaltigen Besichtigungsprogramm begann unsere eigentliche Flusskreuzfahrt. Diese führte uns durch 18 Schleusen, mit denen wir einen Höhenunterschied von 162 Meter überwanden, bis wir schlußendlich Meeresniveau erreichten.



Die Strecke hatte eine Länge von 1830 Kilometer. Mit einem flotten Marsch aus dem Bordlautsprecher der „MS Nikolai Karamsin“ ging es los. Es folgten etliche Sehenswürdigkeiten:In Uglic die Dmitrij-Kirche auf dem Blut, die an der Stelle erbaut wurde an der der Zarewitsch von Iwan dem Schrecklichen auf mysteriöse Weise den Tod fand. Auf Grund des Todes Dmitrijs wurden 200 Einwohner von Uglic geköpft, die übrigen 5000 mussten die Stadt verlassen und nach Sibirien marschieren Der Glocke, die damals das Unglück verkündete, wurde die Zunge herausgerissen (der Klöppel), sie wurde ausgepeitscht und nach Tobolsk in Sibirien verbannt. Zurück kam sie erst 1847. Jaroslawl urkundlich 1071 erwähnt, wurde durch Fürst Jaroslaw Mudry, dem Weisen bei der Einmündung des Kotorosl in die Wolga gegründet. Der Legende nach stieß der Fürst in dieser Einöde auf einen Bären, den er mit der Axt tötete. Daher ist heute im Stadtwappen ein Bär abgebildet. Der Fürst Jaroslaw war einer der Gründer des späteren Russlands. Die Wandmalerei in der Hauptkirche der Prophet-Elias-Kirche hat einen Erhaltungszustand, dass man nur so staunt. Sie wurde in nur 84 Tagen von nur 15 Handwerkern auf den noch feuchten Putz gemalt und noch nie renoviert. Das Kirillo-Belozerskij-Kloster bei Goricy liegt am Ufer des Siverskoje-Sees, der aufgestauten Scheksna und ist von einer 11 Meter hohen Befestigungsmauer umgeben. Der Gründer des Klosters und dessen erster Vorsteher, dem es seinen Namen verdankt, war der heilige Eremit Kirill Belozerskij (1337-1427). 1529 war es Wallfahrtsort für Zar Vasilij III. und seiner Frau Jelena Glinskaja, die um ein Kind baten. Ein Jahr später kam ein Sohn zur Welt. Iwan der Schreckliche.Wir durchquerten den Weißen See, wieder ein Stausee und fuhren vorbei an der überfluteten Christi-Geburts-Kirche von Krochino. Eigentlich fuhren wir über den ehemaligen Hauptplatz. Weiter ging es durch die Flüsse Kovza und Vytegra, bis wir den 30-120 Meter tiefen Onegasee erreichten, in den 50 Flüsse und Tausende von Bächen münden. Der Abfluss ist der Swir. Im See liegen 1.300 Inseln. Eine davon besuchten wir. Einer der Höhepunkte unserer Reise. Kizhi, die nördlichste Insel im Onegasee und gleichzeitig unser nördlichster Ort der Reise. Weltkulturerbe der UNESCO. Auf dieser "Museumsinsel", die ihren Namen aus dem Karelischen hat, bedeutet: Lustbarkeit. Sie ist nur 5x1 km groß und auf ihr stehen 82 verschiedene Bauwerke, alle aus Holz. Die beiden größten Kirchen, die Mariä-Schutz und Fürbitte-Kirche (Winterkirche) und die Christi-Verklärungs-Kirche (Sommerkirche) werden auch das 8. Weltwunder genannt, und werden von einer Mauer aus Balken umgeben. Übrigens herrscht auf der gesamten Insel Rauchverbot, was auch von einer eigenen Polizei kontrolliert wird. Die Sommerkirche ist 37 m hoch und hat 22 Türme, welche mit 30.000 Espenholzschindeln gedeckt sind, die in der Sonne silbern glänzen. Sie wurde 1714 ohne einen einzigen Nagel, nur mit der Axt, errichtet. Sein legendärer Baumeister soll nach der Fertigstellung seiner Arbeit folgendes gesagt haben: "Errichtet hat diese Kirche Meister Nestor, gab es nicht, gibt es nicht und wird solch eine nie geben". Und dabei warf er seine Axt in den Onegasee. Die öfter verwendete Winterkirche steht neben der Sommerkirche und ist kleiner. "2 Monate ist die Temperatur angenehm, 10 Monate warten wir auf den Sommer" ist die Antwort auf die Frage nach dem Wetter. Da wir uns nördlich des 63. Breitengrades befanden und gerade die Zeit der "Weißen Nächte" war, mussten wir aufbleiben, um einen Sonnenunter-/-aufgang um 0:12 Uhr zu erleben. Hier geht die Sonne nicht mehr unter. (siehe Foto) Wir durchfuhren den Swir, die Verbindung zum Ladogasee und erreichten Mandrogi. Svirstroj hieß das Dorf vor der völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg. 1996 hatte der Privatunternehmer Sergej Gutsait die Idee, das Dorf wieder aufzubauen und für den Tourismus zu nützen. Seither lockt das Dorf Kunsthandwerker aus ganz Russland und Touristen an.Schließlich erreichten wir den Ladogasee. Europas größten See (210x124 km). Er liegt nur 4 Meter über Meeresniveau.



Zum Glück gab es fast keine Wellen, denn bei Herbststürmen können diese schon 5-6 Meter Höhe erreichen, was unser Schiff nicht verkraften könnte. Es gibt zwar am Südufer 2 Umfahrungskanäle, diese sind aber nur von kleinen Schiffen befahrbar. Weiter durch die Newa erreichten wir unser Ziel Sankt Petersburg. Wir legten am Passagierhafen an und verbrachten 3 "Weiße Nächte" bei einem reichhaltigen Besichtigungsprogramm.Diese Stadt fasziniert mich der Kunst und der Geschichte wegen. Oft wurde ich gefragt: „Welch Stadt hat dir besser gefallen?“ Meine Antwort war immer: „Ich weis es nicht!“. Jede hat ihren eigenen Reiz. Und die Klöster und Kulturstätten dazwischen auch. Einzelheiten der beiden Russland-Reisen finden Sie auch auf den Reiseberichten unserer Homepage: http://www.familiemusil.org


Dieser Reisebericht wurde am 23. August 2007 von russi45 verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Moskau - St. Peterburg, MS Nikolaij Karamsin, Unsere zweite Russlandreise, Moskau, Petersburg, Kunst, Kultur, Karelien, Weltkulturerbe.

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1 Kommentar zu diesem Reisebericht


23. August 2007, 16:43:59. superschida sagt:

Eine echte GFM-Reise in gewohnt perfekter Planung und Ausführung! Viel Vergnügen mit diesem Bericht! h.s.

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