Verzeichnis » Osteuropa » Russland » Eine Woche Sankt Petersburg -Teil 2

Eine Woche Sankt Petersburg -Teil 2

Sankt Petersburg, Oktjabrskaja, Dostojewski (09. Juli 2008)

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Zarenschlösser außerhalb des Stadtkerns. Am Vormittag besichtigten wir das Schloss Katharinas der Großen mit dem rekonstruierten Bernsteinzimmer, welches durch den unglaublichen Prunk in den anderen Räumen gar nicht so sehr heraussticht.


Da fand ich die Dekoration mit grün und rot gefärbter Alufolie doch wesentlich lustiger. Nicht das es schlecht aussah: Ganz Im Gegenteil. Wer seiner Wohnung den Glanz der Zarenzeit verleihen möchte, der nehme Alufolie aus der Drogerie, färbe sie und bringe sie hinter Glas an einer Wand an und schon fühlt er sich wie bei Katharina der Großen.
Nach dem Besuch des Katharinenschloss stand am Nachmittag mit dem "Russisches Versailles" genannten Schloss Peterhof eine Anlage auf dem Programm, welche Zar Peter der Große an der Ostsee anlegen ließ um dem französischen Hof Konkurrenz zu machen. Nach den prunkvollen Eindrücken des Vormittags waren wir ganz froh, dass wir in Peterhof nur den Park und nicht auch noch die Räumlichkeiten besichtigten. Und dieser Park hatte es in sich (siehe Fotos). Springbrunnensysteme, die ohne Pumpen funktionieren und diverse Scherzfontänen, da Peter der Große es irgendwie besonders witzig fand, seine Gäste nass zu spritzen, wenn sie an einer als Baum getarnten Fontäne vorbeispazierten.
Trotz des regnerischen Wetters waren wir von der Sichtmagistrale die sich vom Schloss in gerader Linie bis zur Ostsee bildete äußerst beeindruckt.



Dieser Besuch des Schlosses Peterhof bildete auch den Abschluss unserer Gruppenreise und stellte den Beginn der beiden Individualreisetage dar, welche wir zusätzlich gebucht hatten. Dazu zogen wir am nächsten Morgen in das Hotel Dostojewski um und besuchten passenderweise auch gleich das Museum im ehemaligen Wohnhaus des berühmten Schriftstellers.

Auch sonst widmeten wir diesen Tag unseren persönlichen Interessen, wie zum Beispiel dem Panzerkreuzer Aurora, jenem berühmten Kriegsschiff, was 1917 mit einem Blindschuss die russische Revolution einleitete. Komischerweise bezahlten wir für dessen Besichtigung nicht ein einziges Rubelchen, wo doch sonst überall kassiert wird. Ich habe die Vermutung, dass Monumente, welche die sozialistische Vergangenheit darstellen zur Volksaufklärung kostenlos sind. Überhaupt haben wir festgestellt, dass die Russen wesentlich lockerer mit ihrer Vergangenheit umgehen als das hierzulande der Fall ist. Oder wo sieht man hier in der ehemaligen DDR an einem Stadtratsgebäude eine Reihe sozialistischer Orden hängen?

Unser erstes individuelles Mittagessen nahmen wir etwas abseits der Touristenwege in einem niedlichen kleinen Fischrestaurant ein, wo uns ein bärtiger Russe Volkslieder auf seiner Gitarre darbot. Die Abenddämmerung erlebten wir vom Dach der Isaakskathedrale aus, von wo aus sich uns ein atemberaubender Blick über alle Teile dieser riesigen Stadt bot.



Jede Nacht werden in Sankt Petersburg die Brücken über dem Hauptfluss Newa hochgezogen und frühmorgens wieder fahrbar gemacht.
Dieses Schauspiel in den Weißen Nächten zu erleben wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Also stellten wir uns den Wecker und joggten um 4 los um dann feststellen zu müssen, dass die Petersburger Gelben Seiten falsche Informationen verbreitet hatten und die Brücke schon ohne uns wieder runtergezogen wurde.

Also machten wir ein paar schöne Fotos der Morgendämmerung und joggten dann zurück ins Bett.
Am Vormittag hatten wir ein Einkaufserlebnis der besonderen Art. Als wir einen kleinen Blick in einen Innenhof warfen erstreckte sich dahinter ein riesiges Universum von kleinen Ständen. Jeder verkaufte das, was er zuhause noch finden konnte: Von Besteck über Unterhosen bis Waffen war alles dabei. Das ganze Gegenteil stellte das große Kaufhaus Gostiny Dvor dar, in dem alle großen europäischen Marken ihren Laden hatten.

Am späten Nachmittag wollten wir den Tag mit einem Besuch des, dem russischen Nationaldichter Puschkin gewidmeten Museum abschließen.
Doch 2 Stunden vor der Schließzeit hieß es plötzlich: "Tickets finished!".
Tja, auch das ist Russland!
Also beendeten wir unseren Russlandbesuch in der Bliny-Bar und ließen uns russische Eierkuchen schmecken.

Fazit: Es bleiben beeindruckende Erlebnisse und ein umfangreiches Wissen über die russische Geschichte seit 1703.

Dieser Reisebericht wurde am 18. August 2008 von rofrie11 verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Sankt Petersburg, Oktjabrskaja, Dostojewski, Eine Woche Sankt Petersburg -Teil 2, Petersburg, Zaren, Russland, Gruppenreise.

Hat Ihnen dieser Bericht gefallen?

Dieser Reisebericht wurde noch nicht bewertet. Loggen Sie sich ein, damit auch Sie diesen Bericht bewerten können.

0 Sonnen (Unbewertet)

Wie bewerte ich Berichte?

Möchten Sie diesen Bericht kommentieren?


Dann loggen Sie sich ein und los geht's! Wir freuen uns über Ihre Meinung.



Diesen Reisebericht verlinken:




Login


Benutzer:
Passwort:
Nicht registriert?

Jetzt kostenlos bei adios.de registrieren


Passwort vergessen?

Neues Passwort per Email anfordern