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Eine Reise an der Nordgrenze Polens

Stettin, Danzig, Leba (06. August 2006)

Unsere Rundreise durch den Norden Polens
Um den langweiligen "all inclusive Strandurlauben" entgegenzuwirken entschieden wir uns, mit Auto und Zelt eine Rundreise durch den Norden Polens anzutreten und dabei unser östliches Nachbarland besser kennen zu lernen.



Von Dresden kommend fuhren wir in Richtung Norden und überquerten die Grenze bei Stettin unserer ersten Station. Doch bis auf einen schönen Marktplatz mit alten Bürgerhäusern und eine sehr empfehlenswerte, propagandistisch angelegte, repräsentive Hafenpromenade zeigte sich die Stadt in dem eher tristen Image einer polnischen Großstadt: viel Verkehr, Dreck, laut und ungemütlich. Daher entschieden wir uns den ersten Übernachtungsstandort an die polnische Osteeküste zu verlagern, wo wir auch bald einen gemütlichen Zeltplatz in einem kleinen Dorf an der Steilküste fanden. Da noch Zeit für einen schönen Strandspaziergang war, nutzten wir diese Möglichkeit ausgiebig und beschlossen noch einen weiteren Tag zu bleiben. Das wurde jedoch verhindert durch die sintflutartigen Regenfälle der Nacht und des nächsten Tag, so dass wir beschlossen die Reise in Richtung polnische Sahara fortzusetzen.

Da auch dort der Regen vorerst nicht aufhören wollte, beschlossen wir uns in Leba ein Hotel zu suchen, in der Hoffnung, dass der nächste Tag ein besseres Wetter bringen würde. Das Hotel war ein echter Glücksgriff. Zamek Soplica befindet sich etwas außerhalb von Leba und liegt daher sehr ruhig. Die Zimmer in dem 500 Jahre alten, und entsprechend restaurierten Schloss sind ansprechend und großzügig gestaltet und bieten auch für drei Leute ausreichend Platz.  Ein Erlebnis der besonderen Art stellte die Badtür dar. Einmal nicht aufgepasst, und schon hatte ich die Klinke in der Hand und das (Tür-) Schloss musste von außen abgeschraubt werden, damit ich aus meiner Gefangenschaft befreit werden konnte. Am späten Nachmittag klarte auch der Himmel auf und wir entschlossen auf dem nahegelegenen See, dem Sarbsko See eine Runde Wassertreter zu fahren. Diese Fahrt in der Abendsonne wurde zum einmaligen Erlebnis, es war warm, die Sonne schien und am Himmel bildeten sich spektakuläre Wolkenformationen. Sogar ein Badeerlebnis war uns zum ersten mal in diesen Tagen vergönnt.


In wahrhaft königlichen betten sammelten wir unsere Kräfte für die Wanderung zur polnischen Sahara,w elche am nächsten Tag folgen sollte.

Von Leba fuhren wir mit dem Drachenboot über den Lebsko See und erreichten den Ausgangspunkt der Wanderung. Und, man glaubt es kaum die Ausmaße der polnischen Wanderdünen sind überaus gewaltig. Die Bezeichnung "polnische Sahara" ist selbstverständlich nicht hundertprozentig zutreffend, aber in der Übertreibung liegt ja bekanntlich die Anschaulichkeit. In einem Punkt kann die polnische, Übertreibung hin oder her, nicht mit der echten Sahara mithalten und das ist die Einsamkeit. Massen von Menschen tümmeln sich bei schönem Wetter auf den gewaltigen Dünen und es war uns nur mit größter Mühe möglich, durch geschickt postierte Fotoapparate zumindest auf Fotos einen Eindruck der Einsamkeit und des Verdurstens zu vermitteln.
Das eigentliche Erlebnis war allerdings der Rückweg über den Strand. Zum zweiten Mal während dieses Urlaubs wurden wir von sintflutartigen Regengüssen überrascht und waren gezwungen die letzten Kilometer vollkommen durchnässt zurückzulegen.

Aufgrund dieser tatsache beschlossen wir noch eine Nacht in dem schönen Schloss zu verbringen und unsere Reise erst am nächten Tag fortzusetzen.


Das schöne Wetter gab uns Recht und Danzig (Gdánsk) erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein. Um das Flair der alten Hansestadt so richtig aufnehmen zu können, buchten wir ein Zimmer an der Hafenpromenade mit Blick auf den Fluss. Das Hotel, Kamienica Goldwasser, war der zweite Glücksgriff im zweiten Hotel. Es wurde von einem deutschen geführt und vom Balkon aus hatten wir einen herrlichen  Blick auf die auf der Uferpromenade flanierenden Touristen, den großen Verladeturm und die Speicherhäuser.

Für mich bleibt Danzig als eine der schönsten, bisher von mir besichtigten Städte in Erinnerung. Wie besichtigten die alte Werft, den Ausgangspunkt für die Solidarnosc Bewegung, die Westerplatte, den Ausgangspunkt für den Zweiten Weltkrieg, aber auch das Geburtshaus von Günter Grass, den Mariendom, diegrößte gotische Hallenkirche, in welcher wir eine Hochzeit miterleben durften.
Die fast komplett restaurierte Altstadt stellt deutsche Hansestädte wie Lübeck deutlich in den Schatten. Da zeigt sich die große Kunst der polnischen Restaurateure.

Auf Danzig folgten noch weitere Stationen unserer Rundreise durch den Norden Polens. Über diese werde ich in einem anderen Text berichten.

Dieser Reisebericht wurde am 02. Juli 2008 von rofrie11 verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Stettin, Danzig, Leba, , Eine Reise an der Nordgrenze Polens, Danzig, Stettin, Leba.

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