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Stopover in Mexico City

Mexico City, keine Übernachtung

Mexico City in nur 7 Stunden...


Hier berichte ich nun über einen Kurzaufenthalt in Mexico City. Genauer gesagt, verbrachte ich und mein Reisepartner lediglich neun Stunden in der mexikanischen Hauptstadt zwischen zwei Flügen.




Wir kamen aus San José in Costa Rica morgens um acht Uhr in Mexiko Stadt an, hatten dann ein paar Stunden Aufenthalt und wollten am Abend dann den großen Flug über den Atlantik antreten, um wieder nach Deutschland zu gelangen. Es dauerte eine Weile, bis wir uns im Flughafen von Mexico City zurechtfanden. Glücklicherweise war unser großes Reisegepäck gleich nach Frankfurt durchgecheckt worden, sodass wir lediglich mit Tagesrucksäcken losziehen konnten. Als relativ schwierig erwies es sich, aus dem Gebäude heraus zu finden und einen Weg in das interessante Stadtzentrum ausfindig zu machen. Wir folgten zuerst den Bus-Schildern um festzustellen, dass es sich bei dem Busbahnhof lediglich um einen für Überlandbusse handelte und uns so nicht wirklich weiterhelfen konnte. Etwas genervt mussten wir wieder den ganzen Weg zurück, bis wir an einem Ausgang endlich ein Metro-Schild leuchten sahen.

keine Annahme von US Dollars 

So weit so gut, der Weg zur Metro war kurz und kein Problem. Unser Geld aber schon! In der Annahme, man könne hier auch mit US-Dollars bezahlen, kamen wir nicht weit und mussten uns von einer Dame das Fahrgeld schenken lassen. Und das, obwohl wir sicherlich die besser betuchteren Fahrgäste waren… Also haben in dem Moment sämtliche Mexikaner schon mal einen riesigen Plus- bzw. Sympathiepunkt bei uns gesammelt. Schwieriger erwies es sich für uns, die geeignete Haltestelle zu finden. Wir passten einen möglichst schlechten Zeitpunkt ab und standen irgendwo in einem eher hässlichen Viertel. So richtig zum Wohlfühlen war die Gegend dort nicht und so versuchten wir mit Hochdruck, ein Taxi zu finden. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt endlich auch eins, das uns ins Zentrum der Kathedrale fährt. Der Fahrer ist nett und erzählt in gutem Englisch viel über die Gebäude und Plätze, an denen wir meist hupend vorbei fahren. Im Verkehrsbild von Mexico City dominiert mit einigem Abstand ein Auto: der VW-Käfer. Da er in Mexico noch bis vor wenigen Jahren noch hergestellt wurde, verwundert das an sich nicht, jedoch sind die vielen Käfer (Taxi-Käfer sind grün-weiß) schön anzusehen und geben der Stadt ein gemütliches, etwas altertümliches Flair. Da ich noch nie in Rom war, ist die Kathedrale von Mexico City das größte Gotteshaus, das ich mir bisher staunend angesehen habe. Sie ist aus rötlichen Steinen gebaut und von außen nicht symmetrisch, die einstmals schicken Verschnörkelungen und Spitzen an der Fassade leiden jedoch sehr unter dem Verkehr und dem Smog. Zur Luft kann man allgemein sagen, dass sie in den Bergen Guatemalas sicherlich sauberer war, dass ich sie mir vom Hörensagen jedoch weitaus verpesteter vorgestellt hätte. Nach der Kathedrale fangen wir an, recht ziellos durch die angrenzenden Viertel zu laufen. Dummerweise hatte ich mich von meinem Reisepartner dazu überreden lassen, Flip Flops zu tragen. Da wir aber viel laufen und gerade in den Straßen, wo Markt ist, viel Unrat am Boden herumliegt, bereue ich diese Entscheidung sehr bald. Durch überfüllte Gassen, in denen aller nur erdenkliche Ramsch und Plastikkram angeboten wird, den man bei uns nicht einmal bei KIK oder in einem Ein-Euro-Laden findet, kämpfen wir uns hindurch zu einem netten kleinen Restaurant, in dem wir für 30 Pesos pro Person ein fantastischer mexikanisches Menu bekommen. Geld tauschen war übrigens die erste Aktion, die wir nach dem Taxi, dessen Fahrer kein Problem mit US-Dollars hatte, durchgeführt haben. Toll an typisch mexikanischen Essen ist, dass auf jedem Tisch eine Schüssel mit einer höllisch scharfen Soße steht, mit der man eigentlich jedes Essen garnieren kann und die von jedem Koch anders zubereitet wird, sodass man sich sicher sein kann, nie zweimal die gleiche Soße zu testen. Im Häusergewirr versteckt stoßen wir auf einige nette Kapellen und Kirchen, die an Prunk und Größe natürlich nicht mit der Kathedrale mithalten können. Orientieren tun wir uns anhand eines Turms, den wir vor der Kathedrale stehend links von ihr gesehen haben. Da uns einmal der Turm aus den Augen gerät, hatten wir dann unsere liebe Not und Mühe, wieder in bekannt Teile der Stadt zurück zu finden. In einer Straße steht neben Ständen von Händlern vor beinahe jedem Hauseingang eine Prostituierte. Muss es ja auch geben… Weiterhin zu Fuß schlagen wir uns nun zu dem Turm durch, der uns bisher als Bezugspunkt diente. Auf dem Weg dahin sehen wir einen Platz mit skurrilen Skulpturen, eine außen beflieste Kirche und das Musem für Architektur. Da uns die Fahr auf die Aussichtterrasse des Hochhauses zu teuer ist, trinken wir lieber auf der Terrasse eines riesigen Kaufhauses im fünfzehnten Stock einen Kaffee, der zwar nicht gut, die Aussicht von der Terrasse auf den tollen Bau des Museums und auf die Dächer der umliegenden Viertel dafür aber umso besser ist. Müde und erschöpft von den Strapazen des Flugs und den vielen Kilometern, die wir in den ersten sechs Stunden in Mexico City zurückgelegt haben, machen wir uns daran, mit der U-Bahn wieder in Richtung Flughafen zu fahren. Diesmal finden wir uns im U-Bahn-Netz gut zurecht und kommen schnell wieder zum Airport. Die verbleibende Zeit verbringen wir damit, im Duty-Free-Bereich teuern Tequila zu kosten und letztendlich zwei Flaschen Tequila mit Wurm, der dann Mezcal heißt zu kaufen. Angeblich soll es sich dabei um eine Spezialität handeln, jedoch schmeckt der Schnaps eher wie wenn man Schornsteinfegerklamotten mit Ethanol auswaschen würde, also rußig, rauchig und sehr stark.


Pünktlich hebt anschließend unsere Lufthansa-Maschine ab und wir nähern uns nun der Heimat.




Dieser Reisebericht wurde am 08. Dezember 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Mexico City, keine Übernachtung, Stopover in Mexico City, VW-Käfer, Kathedrale, Museum der Architektur, größte Stadt Mittelamerikas.

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