Wir, also ich und mein Reisebegleiter, landen mit Air Mexicana in Cancun/Yucatan, nachdem vor endlos erscheinender Zeit in Frankfurt gestartet sind. In Cancun ist es jetzt Mitternacht, der Flughafen weitgehend leer und Busse ins Stadtzentrum gibt es auch keine mehr. Da es unser erster Tag auf unserer Mittelamerika-Reise von Cancun nach San José (Costa Rica) und unsere Ortskenntnis begrenzt ist, nehmen wir uns ein Taxi und lasen uns vom Fahrer im Zentrum Cancuns nahe dem Busbahnhof rauswerfen. Obwohl die Uhr eins anzeigt, sind noch viele Straßenzüge hell beleuchtet und voller Leuchtreklame. Es sieht touristisch aber durchaus nett aus. Am meisten fallen uns die anderen Temperaturen im Vergleich zu Deutschland auf - es ist selbst jetzt noch heiß und vor allem schwül - wir sind sehr gespannt auf das Wetter bei Tage!
Da wir eine eher untouristische Reise machen wollen, wollen wir gar nicht erst in Cancun bleiben, sondern gleich weiter an der Küste Yucatans südöstlich zur Grenze nach Belize ziehen, um unterwegs in weniger touristischer Orten Halt zu machen. Mit anderen Menschen warten wir im klimatisierten Busbahnhof und nehmen den ersten Bus um halb fünf in Richtung Tulum. Durch Palma del Carmen, einer weiteren Bettenhochburg, hindurch gelangen wir so recht zügig nach Tulum, wo es dann auch dämmert bzw. hell wird. Da Mexiko eben einfach total anders als Deutschland ist, verbringen wir die erste Stunde damit, durch die Stadt zu laufen und uns die Lebens- und vor allem Bauweise der Menschen hier anzusehen. Zu Fuß - unser Gepäck auf dem Rücken - laufen wir anschließend zum Strand, wo wir das erste Mal während der nächsten Wochen an einem traumhaften Strand baden gehen. Das Ufer ist mit Palmen und andere tropische Pflanzen übersäht, der Sand weiß und so fein wie Mehl. Das Wasser ist ein einziger Genuss, sehr warm, schön klar und mit einem türkisenen Farbstich aufgrund des natürlich blauen Himmels. Nach dem Bad lutschen wir die geschmolzene Schokolade, die wir dummer Weise aus Deutschland mitgebracht haben. Da es schon ziemlich warm ist und wir am ersten Tag natürlich noch nicht an das Klima hier gewöhnt sind, läuft uns der Schweiß in Strömen. Zurück in der Stadt machen wir einen Stunde in einem gut klimatisierten Supermarkt Mittagspause - bei Herauskommen trifft uns dann jedoch wieder der Hitzeschlag. Mit einem Kleinbus geht es dann zu den archäologischen Stätten von Tulum, die sich direkt am Meer an einem traumhaften Strand zwischen Felsen befinden. Die Besichtigung lohnt sich, einige gut erhaltene Gebäude warten auf den Besucher. Die Stimmung der Ruinen ist bestimmt auch wegen der tollen Atmosphäre (Wetter, Meer, Strand) so beeindruckend. Überall auf dem Gelände und auch außerhalb laufen Leguane in allen möglichen Größen herum, bunte und teils auch laute Vögel runden das harmonische Bild ab. Gegen Abend laufen wir mit unseren Stränden am Strand entlang, um einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Diesen gibt es dann auch direkt am Meer unweit eines Clubhotels. Es stört niemanden, dass wir dort unser Zelt aufstellen, die vielen und gemeinen Mücken freuen sich sogar sehr über unsere Anwesenheit. Nach einem Bad, einem stimmungsvollen Abendessen beim Sonneuntergang über dem Meer decken wir uns mit Mückenspray ein, beobachten die Sterne und probieren dann zeitig zu schlafen. Da es im Zelt für zwei einfach zu heiß und stickig ist, klettere ich wieder raus und such mir auf einer Liege ca. 15 Meter vom Meer entfernt eine Ruhestätte. Hier im sanften Wind stören mich keine Mücken, der Blick in die Sterne ist unverdeckt und ich denke daran, dass wir jetzt gute 40 Stunden auf den Beinen waren und dafür aber auch viele tausend Kilometer von zu Hause weg sind. Am nächsten Morgen machen wir eine geführte Schnorcheltour, die sich auf jeden Fall lohnt und uns einen ersten Einblick in die Unterwasserwelt des karibischen Meeres gewährt. Mein Reisepartner stößt sich beim tauchen an Korallen, die schöne rote Flecken auf seinen Rücken zaubern und von denen er noch mehr als eine Woche zehren wird. Selbst geerntetes Kokosnüsse löschen unseren Durst, nachdem wir erst leichte Schwierigkeiten hatten, sie von den Palmen herunter zu bekommen und sie zu öffnen. Zurück in Tulum - nass geschwitzt wie derzeit rund 90 Prozuent des Tages - nehmen wir einen Bus in Richtung Chetumal, der letzten größeren Stadt vor der Grenze zu Belize. Busfahren zeigt sich als etwas gewöhnungsbedürftig, denn man Glück mit dem Bus, aber eben auch viel Pech haben. Diesmal haben wir leider ein etwas älteres Modell erwischt und die Fahrweise des Fahrers ist auch etwas abenteuerlich. Als wir in Chetumal ankommen, ist es bereits Dunkel, da wir unterwegs uns noch zwei kleine Städte angeschaut haben. Da wir uns bei Dunkelheit in fremden Städten noch nicht so gut orientieren können, leisten wir uns ein Taxi zum Meeresufer, wo wir probende Musikbands zum anstehenden Nationalfeiertag beobachten. Im Brackwasser sehen wir einen Kaiman und beschließen, auf jeden Fall nicht direkt am Ufer wie die letzte Nacht zu verbringen. Von unserem ersten Schlafplatz, einer schönen Hafenpromenade, werden wir um Mitternacht von einem Wächter aus dem Tiefschlaf geweckt und verjagt. Wir erschrecken, da wir den Wächter beide nicht haben kommen hören - unsere gesamten Sachen hätte man uns klauen können. Da wir um die Uhrzeit kein Hotel mehr finden, übernachten wir auf einem Kinderspielplatz - mitten in einer unbekannten mexikanischen Stadt. Die Nacht verlief aber ruhig und der nächste Morgen begrüßt uns mit strahlender Sonnen und der ersten defekten Digitalkamera, leider. Wir schnappen uns einen Bus und machen uns mit kleinen Zwischenstopps auf in Richtung Belize.
In Erinnerung bleiben uns in erster Linie die traumhaften Sandstrände und einfach das gesamte karibische Flair der Küste.
Dieser Reisebericht wurde am 02. Dezember 2007 von montechristi
verfasst.
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