Einen zweiten Sommer im Herbst erleben, das wollte ich schon immer mal! Auch die Niagara-Wasserfälle wollte ich einmal sehen. Die Zeit war reif, dieses Jahr sollte es Kanada sein!
Ich fliege von Düsseldorf direkt nach Toronto. Der Flug dauert etwa acht Stunden und ich kann in Ruhe meinen Reiseführer durchgehen. Quebec, Montreal und der Zoo von St. Felicien stehen auf meiner Liste. Alles andere kommt dann. Ich habe schon Geld gewechselt. Die Münzen sind verziert mit Tiermotiven oder dem bekannten Ahornblatt. Auch habe ich zwei Sprachführer dabei, denn Kanada ist ja zweisprachig. Ich muss unbedingt mein Französisch etwas aufbessern.
Der Flughafen von Toronto ist riesig. Alles ist sauber und sehr gedämpft, Wände und Böden glänzen und die Vorhalle ist selbst zur Hauptreisezeit fast leer. Hier findet sich jeder sofort zurecht, alles ist sehr übersichtlich und langes Warten scheint es hier nicht zu geben. Nach einigen Minuten habe ich meinen Koffer und mache mich auf den Weg ins Hotel. Das Comfort Downdown liegt direkt in der Stadt, inmitten der Einkaufsstraßen und Bars. Die beliebte Yonge-Street ist direkt um die Ecke und gleich nach dem Einchecken ins Hotel schlendere ich die lange Straße einmal auf und ab. Hier gibt es alles was das Herz begehrt, nicht nur zum Einkaufen, auch zum Sehen und gesehen werden ist man hier an der richtigen Adresse.
Toronto
Toronto ist nicht besonders groß, es erinnert eher an ein Ballungszentrum. Hier gibt es Wolkenkratzer und hohe Hotels dicht an dicht. Die Stadt ist sehr gepflegt, voll von Menschen vieler Nationen und alles hat einen gemütlichen, verspielten Flair. Toronto hat viel zu bieten. Allein die Sonnenuntergänge über den vielen Schiffen und Fischerbooten in den Häfen ist einige Fotos wert. Viel interessanter sind jedoch die unterirdischen Einkaufsarkaden; ganze Märkte, Cafés und exklusive Modeläden finde ich hier vor. Oben ist ja auch nicht mehr viel Platz, da nutzt man einfach den Eingang zur U-Bahn als weitere Verkaufsebene. Später am Tag fahre ich zum CN-Tower und schaue hinab. Im Tower gibt es nämlich eine dicke Glasscheibe im Boden, die Leute drängen sich um das Fenster im Boden, doch keiner will direkt darauf stehen. Mir wird da ganz anders! Aber der Ausblick ist phänomenal. Abends komme ich an der Toronto City Hall vorbei. In vielen Büros brennt noch Licht und ich bekomme ich vage Ahnung, wie sich die zwei Halbmonde gegenüberstehen. Das Gebäude ist architektonisch atemberaubend, riesig und wahrscheinlich auch einzigartig.
Ausflug an die Niagarafälle
Am nächsten Tag geht es nach Niagara on the Lake in Ontario. Die kleine Stadt an den Niagara-Fällen ist wunderschön, altmodisch und sehr detailgetreu. Hier gibt es schicke Einkaufsgässchen und blumengeschmückte alte Laternen. Ich laufe an vielen kleinen Läden vorbei, die Handgemachtes feilbieten: Bilder, Haushaltswaren, Geschenke. Alles Unikate. Die Stadt versprüht viel historischen Charme und an jeder Ecke findet man ein kleines Stück Geschichte. Danach geht es auch schon ab in die Wasserfälle. Die Schiffe sind immer überfüllt und ich komme mir in meinem blauen Plastiküberzieher ein bisschen albern vor. Man kann schlecht Fotos machen. Die Gischt fegt über Bord, das Boot bäumt sich permanent gegen die Wellen auf und ständig sprühen Wasserfontänen über meinen Kopf. Ganz zu schweigen vom ohrenbetäubenden Donnern der Wasserfälle. Ich fahre fast bis hinein. Für einige Sekunden sehe ich nichts als grauen Niesel und der Lärm ist fast unerträglich. Dann schippern wir auch schon wieder hinaus ins Wasserbecken und alle Mitreisenden entspannen sich etwas.
Zoo St. Felicien
Später besuche ich den Zoo von St. Felicien und kann so manches tolle Foto von typischen kanadischen Tieren in freier Wildbahn machen. Nachmittags versuche ich Wale im St. Lorenz-Strom zu sehen. Das Wetter ist regnerisch und ziemlich kalt, die Sicht ist schlecht und es nieselt unentwegt. Der Strom ist voll von Robben und Belugawalen. Trotzdem freue ich mich auf mein warmes Hotelbett.
Quebec
Einige Tage später fahre ich weiter nach Quebec. Französisch ist die Landessprache und ich merke sofort den Unterschied. Es gibt Baguette und Bruschetta, feinen Kaffee und Käseplatten. Quebec ist nett anzuschauen, alles sieht neu und unberührt aus. Das Chateau Frontenac am Hafen schaut majestätisch über die Altstadt hinweg. Egal aus welchem Winkel ich es fotografiere, es bietet einen faszinierenden Anblick. Auch andere Gebäude sind architektonische Meisterwerke. Das Zivilisationsmuseum in Gatineau zum Beispiel.
Montreal
Am Morgen geht es nach Montreal. Hier wohne ich im Best Western Europa, einem alten Wohnhaus, das zum Hotel ernannt wurde. Von der Außenfassade bröckelt der Putz doch innen kann man ganze Suiten beziehen. Zum ersten Mal wohne ich wie zu Hause, mit extra Schlafzimmer, einer kleinen Treppe vom Flur zum anschließenden Wohnzimmer. Selbst in der Küche mit Mikrowelle und Spüle befindet sich noch ein kleiner Essplatz. Schade, dass ich schon bald wieder nach Hause muss. Dabei ist Montreal wirklich schön. Man kann sogar auf der Rennstrecke umherfahren und auch mal auf der Pol-Position parken.
Auf allen Reisen zwischen den einzelnen Orten ist der Indian Summer das schönste Motiv gewesen. Die Seen sind tiefblau, die Wälder strahlen in sattem Rot und Gelb, der Himmel ist wolkenlos. Das Wetter ist einfach fantastisch. Ganz mild und angenehm warm schmeichelt die Sonne. In den Parks und Wäldern kann man Eichhörnchen und Hirsche beobachten. Alles in allem war es ein großartiger Urlaub mit vielen tollen Eindrücken!
Dieser Reisebericht wurde am 31. August 2007 von Reisefreund
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Toronto, Quebec, Montreal, Comfort Downdown, Indian Summer in Kanada- Reisebericht, Toronto indian summer kanada urlaub reisen bericht erfahrungen tipps.