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Nepal - Everest BC Trecking

Kathmandu, Lukla, Namche Bazar, Kala Patar, Hotel Rara (KTM)

Montag, 24.2.2003 München ->

Von Chemnitz fahre ich mit dem ICE über Nürnberg nach München. Der Zug hat eine Stunde Verspätung, weil die Neigetechnik ausgefallen ist. 17:30 Uhr bin ich am Flughafen. Heiko, unser Guide von Adventure Train, und sechs weitere Teilnehmer sind schon da. Die Restlichen finden sich auch noch bis 18:30 Uhr ein. Anschließend checken wir ein und starten planmäßig mit Qatar Airways.




Dienstag, 25.02.2003 -> Qatar -> Kathmandu

Am frühen Morgen landen wir in Qatar zwischen. Hier haben wir ein paar Stunden Aufenthalt, die wir größtenteils auf unserem Gepäck schlafend verbringen. Der Flughafen ist prächtig. Auf dem Rollfeld beaobachten wir große US-amerikanische Militär-Transporter. Wir vermuten, daß ein Krieg gegen den Irak nur noch eine Frage der Zeit sein wird. Nach ein paar Stunden Aufenthalt fliegen wir weiter nach KTM. Wir werden von einem gut deutsch sprechendem Nepalesen unserer Agentur in Nepal empfangen. Unser Gepäck wird in einen Kleinbus verladen und wir fahren in unser Stadthotel in KTM. Es heißt Rara, ist sehr einfach - aber okay.

18:00 Uhr treffen wir uns in der Lobby mit unserem Trekking Guide: Danu Sherpa - eine erfahrener Mann wie mir scheint. Er war schon auf dem Lhotse (wenn ich ihn richtig verstanden habe - sein Englisch ist etwas gebrochen). Wir klären die Formalitäten für unsere Trekkingtour und für die Permits für den Island Peak.

Anschließend gehen wir gemeinsam ein Stück in die Stadt zum Abendessen in ein kleines Restaurant. Essen und Trinken sind spottbillig aber gut. (Chicken Curry + 2 Flaschen San Miguel kosten 300 Rs = 3,65 EUR) Tauschkurs ist ca. 1 EUR zu 82 Rs. Nach dem Essen gehen wir noch eine kleine Runde durch die Gassen von KTM. Man kommt sich vor wie ins Mittelalter zurückversetzt.

Wetter: sonnig, bewölkt, 21°C, Abends kurz Regen


Mittwoch, 26.02.2003 Kathmandu

Heute steht eine Stadtbesichtigung in KTM auf dem Programm. 9:00 Uhr beginnen wir unseren geführten Stadtrundgang. Der Verkehr ist chaotisch. Die meisten Straßen sind nicht asphaltiert. Die Bausubstanz der Häuser ist zum Teil in bedrohlichem Zustand. Wir sind in einer völlig fremden Welt - unglaublich arm, unglaublich dreckig, aber trotzdem faszinierend und schön. Wir essen auf der Dachterrasse eines Restaurants unter freiem Himmel mit herrlichem Blick über die Altstadt und den Königspalast. Mittag (Chicken Momo - das sind Maultaschen mit Huhn gefüllt - sehr lecker + 1 Bier = 500 Rs).

Anschließend erkunden wir die Stadt noch etwas auf eigene Faust. Ich kaufe mir noch ein Fleece Inlet für meinen Schlafsack für 5 EUR. Überhaupt kann man in KTM sehr günstig gut verarbeitete echte Fälschungen teurer Markenkleidung kaufen. Tip: Bei einem einfachen Fleece ist das okay. Bei Funktionsmaterialien, die auch unter härtesten Bedingungen eingesetzt werden sollen, würde ich allerdings vom Kauf abraten. 18:00 Uhr gehen wir wieder zum Abendessen in die Stadt (Buff Momo Fried + 3 San Miguel = 380 Rs).

Wetter: sonnig, warm, bedeckt, ab 18:00 Uhr Regen


Donnerstag, 27.02.2003 Kathmandu -> Lukla -> Phakding

5:00 Uhr Aufstehen, Frühstück. 6:00 Uhr Abfahrt zum Flughafen. Die Abfertigung unseres Gepäcks verläuft einigermaßen chaotisch. Wir haben etwas Übergewicht. Danu verhandelt mit den Beamten. Wir müssen als Gruppe 3000 Rs nachbezahlen - das ist okay. Bis zum Abflug dauert es noch etwas, weil Frühnebel über dem Land liegt und die Piloten nach Lukla auf Sicht fliegen müssen. Der Nebel verschwindet jedoch bald und gegen 10:00 Uhr können wir starten. Mit einer kleinen zweimotorigen Maschine der Shangri La Airlines fliegen wir an den gigantischen Eisriesen des Himalaja entlang nach Lukla. Tip: Auf diesem Flug sollte man versuchen einen Platz auf der linken Seite zu ergattern um diesen Blick auf die Berge zu haben. Die Landung in Lukla (2.840 m) auf der 600m kurzen und am Berg gelegenen, abschüssigen Piste gleicht einem kontrollierten Absturz.



In Lukla wird das Gepäck von unserer Mannschaft übernommen und auf Yaks (eigentlich sind es Kreuzungen aus Rind und Yak) verladen. Vorher machen wir eine halbe Stunde Pause. Um unser Gepäck für den Flug so leicht wie möglich zu halten, hatten wir die schweren Bergstiefel und mehrere Schichten Kleidung angezogen. Jetzt können wir uns wieder umziehen. Unsere heutige Etappe ist eine kurze. Es geht bergab bis hinter Phakding (2.610 m), wo wir zum ersten Mal unsere Zelte aufschlagen. Wir sind gegen 16:30 Uhr da, unsere Träger mit den 9 Yaks und unserem Gepäck auch. Schnell stehen die 5 Wohnzelte, das Gemeinschaftszelt und das Toilettenzelt. Kaum angekommen, stehen auch schon Tee und Kekse auf dem Tisch. 18:00 Uhr gibt's Abendessen und gegen 21:00 Uhr liegen wir in den Zelten.

Wetter: früh klar, am Nachmittag zieht es sich zu, warm.


Freitag, 28.02.2003 Phakding -> Namche Bazar

Habe ganz gut geschlafen. Im Schlafsack war es sehr warm. Das Zelt teile ich mir mit Olli, einem Zahnarzt aus Leipzig. Der Koch bringt heißen Tee und jedem eine Schüssel mit warmem Wasser zum Waschen ans Zelt. 8:30 Uhr gibt's Frühstück, das Wetter ist klar. 9:00 Uhr Abmarsch. Die heutige Etappe führt weiter am Fluß Dudh Koshi entlang nach Namche Bazar (3.440 m). Das Wetter ist sehr schön und wir sehen die ersten 6 und 7000er aus der Nähe. Unterwegs machen wir Pause, eine Plane wird ausgebreitet und es gibt Mittagessen sowie reichlich Tee. Nach der Hillary Bridge geht's dann den Weg steil hinauf. Kurz nach der Brücke sehen wir zum ersten Mal den Mt.Everest aus der Ferne. Am Nachmittag erreichen wir Namche, den letzten größeren Ort. Hier gibt es fast alles zu Kaufen, was man für Trekking und Bergsteigen braucht und auch eine deutsche Bäckerei ist vertreten. Unsere Zelte schlagen wir auf einem freien Platz mitten im Ort auf.


Samstag, 01.03.2003 Namche Bazar -> Khumjung -> Namche Bazar

Heute stehen wir 7:00 Uhr auf. Samstags früh findet in Namche Bazar ein Markt statt, den wir uns anschauen. Hier werden fast alle Lebensmittel umgeschlagen, die in den abgelegeneren Dörfern weiter oben gebraucht werden. Es führt keine Straße hierher. Alles wird von Lukla hierher und dann weiter in die Bergdörfer zu Fuß getragen.

Anschließend gibt's Frühstück. Heute ist ein Ruhetag geplant. Einige Mitglieder unserer Gruppe bleiben in Namche zum ausspannen. Wir anderen nutzen den Tag für eine Aklimatisationstour. Dabei steigen wir ca. 400 hm bis zum Everest View Hotel auf. Das Hotel ist mit Sauerstoffflaschen ausgestattet und so können auch reiche Japaner und Amerikaner, welche sich mit dem Hubschrauber herfliegen lassen, das phantastische Panorama mit Ama Dablam, Everest und Lhotse von hier aus genießen. Wir brauchen keinen zusätzlichen Sauerstoff, sondern trinken hier nur einen Tee. Danach gehen wir weiter nach Khumjung. Im dortigen Kloster wird ein Yeti-Scalp aufbewahrt - sieht einem Ziegenfell zum Verwechseln ähnlich ;o) Wir gehen weiter zu einer Yakfarm - leider sind keine Yaks da - und dann wieder zurück nach Namche Bazar. Ausruhen. Gegen 16:30 Uhr ziehen Mönche mit wilder Musik durch Namche Bazar. Es muß irgendein Fest sein. Die Musik hält noch bis nach Mitternacht an. Gegen 20:00 Uhr verschwinden wir in unsere Schlafsäcke.

Wetter: bis Mittag klar, am Nachmittag bewölkt und teilweise leichter Schneefall.




Sonntag, 02.03.2003 Namche Bazar -> Phortse Tenka

Heute geht es einen schönen Panoramaweg entlang nach Photse Tenka. Der Weg ist zum Teil noch schlammig. Höchster Punkt des heutigen Weges ist das Dorf Mong (3.990 m ). Hier machen wir Lunch und 1,5 h Pause. Danach geht es wieder etwas abwärts bis auf 3.630 m. Unterwegs beobachten wir Gemsen und wilde Yaks. Neben einer kleinen Lodge schlagen wir die Zelte auf. Unterwegs ist uns heute ein süßer Hund zugelaufen. Der begleitet uns von nun an.

Wetter: bis Mittag klar, am Nachmittag bewölkt.


Montag, 03.03.2003 Phortse -> Panboche

6:30 Uhr werden wir geweckt. Der Schlafsack ist wieder etwas feucht vom Kondenswasser im Zelt. Im Vorzelt waren in der Nacht -5°C. 8:00 Uhr ist Abmarsch. Zunächst geht es runter zum Fluß, nach der Brücke dann steil hoch bis nach Phortse. Größtenteils führt der Weg nun entlang der Höhenlinie zwischen 3.900 m und 4.050 m. Gegen 12:15 Uhr erreichen wir Pangboche. Hier gibt's Lunch und wir werden auch hier übernachten. Nach der Mittagspause steige ich gemeinsam mit fünf anderen Mitstreitern zur Aklimatisation bis auf 4.250 m auf und wir bleiben dort eine Stunde.

Wetter: heute den ganzen Tag wolkenlos. Der Wind ist frisch. Aber in der Sonne ist es sehr warm. Ich hab mich ganz schön sehr verbrannt im Gesicht und auf den Handrücken.


Dienstag, 04.03.2003 Pangboche -> Pheriche

Heute ist 6:00 Uhr wecken für alle die hoch hinaus wollen (Olli, Heiko, Mirko und ich). Die anderen können eine Stunde länger schlafen. Von Pangboche gehen wir zunächst auf die Hochalm Taboche Khorke, danach weiter aufwärts über steile Wiesenhänge und erreichen zum Schluß über einfache Blockkletterei einen 5.215 m hohen Vorgipfel des Taboche Peak. Nach einer kurzen Pause am Gipfel steigen wir auf der anderen Seite wieder runter nach Pheriche, unserem heutigen Ziel. Die anderen Kameraden sind auf einem Pfad unten um den Berg herumgegangen und sind schon da als wir ankommen. Die Tour war ganz schön anstrengend. 20:00 Uhr krieche ich in den Schlafsack. In der Nacht sind -14°C im Vorzelt. Im Schlafsack ist's warm.


Mitwoch, 05.03.2004 Pheriche -> Lobuche

Heute gehen wir einen einfachen Weg von Pheriche nach Lobuche. In Tughla machen wir Mittagspause, bevor uns der Weg 300 hm anstrengend auf die Endmoräne des Khumbu Gletschers hinauf führt. Hier stehen zahlreiche Gräber von Sherpas und verunglückten Bergsteigern. Gegen 15:00 Uhr sind wir in Lobuche. Der Boden ist ganz aufgeweicht und sehr schlammig. Deshalb schlägt uns Danu Sherpa vor, statt in den Zelten, die kommende Nacht in einer Lodge zu verbringen. Wir sind einverstanden (200 Rs p.P.)


Donnerstag, 06.03.2004 Lobuche -> Gorak Shep -> Kala Patar

7:00 Uhr ist wieder wecken und anschließend Frühstück. Heute wandern wir am Khumbu Gletscher entlang und erreichen gegen Mittag Gorak Shep (5.140 m). Ich habe Kopfschmerzen und auch keinen Hunger. Am Nachmittag wollen wir trotzdem das schöne Wetter nutzen um den Kala Patar zu besteigen. Die Luft ist ganz klar und die Sicht ausgezeichnet. Allerdings weht ein heftiger Wind und die Temperaturen sind eisig. Wir messen -12°C. Durch den Wind kommt es uns aber doppelt so kalt vor. Gegen 16:00 Uhr stehen wir auf dem Gipfel. Trotz der Kälte verweilen wir etwas hier und genießen die Aussicht auf den Everest und die anderen rießigen Berge, den Khumbu Eisfall und den Gletscher. Auch den Platz des Everest Basislagers kann man von hier sehen. Es sind aber noch keine Zelte da, weil noch Winter ist. Nach dem Abstieg lege ich mich in Gorak Shep sofort schlafen. Mir geht's nicht gut.


Freitag, 07.03.2004 Gorak Shep -> Pheriche

Als ich früh aufwache, bin ich heftig höhenkrank. Ich bin nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen und es fällt mir sehr schwer mich überhaupt zu artikulieren. Auch alleine geradeauslaufen geht nicht. Die einzige richtige Entscheidung lautet: Abstieg. Gemeinsam mit Gerlind und Gerd gehe ich 1000 hm runter bis nach Pheriche. Dorji Sherpa, unser zweiter Guide, begleitet und unterstützt uns dabei. Wir lassen uns in einer Lodge nieder. Langsam kehrt mein Apetit zurück und ich esse Noudle Soup und trinke viel Tee. In dieser Nacht schlafe ich sehr gut.


Samstag, 08.03.2004 Pheriche -> Dingboche

8:30 Uhr werde ich geweckt. Hab sogar durchgeschlafen. Ich fühle mich wieder völlig wohl. Nachdem ich meine Rechnung in der Lodge beglichen habe (850 Rs), machen wir uns wieder auf den Weg. Heute haben wir nur eine ganz kleine Etappe vor uns. Der Weg führt von Pheriche ins 200 hm höher gelegene Dingboche. Noch vorm Mittag sind wir da. Den Rest des Tages ruhe ich mich aus. Nachmittags treffen wir uns mit dem Rest der Gruppe wieder.


Sonntag, 09.03.2004 Dingboche -> Chhukung

Nach dem Frühstück unter freiem Himmel bei schönem Wetter, wandern wir heute über einen wunderschönen Panoramaweg von Dingboche nach Chhukung. Die Landschaft ist grandios. Nachmittags bewölkt es sich und es schneit wenige Flocken. Es ist ganz schön kalt. Direkt neben unserem Lagerplatz gibt es aber wieder ein Lodge, wo wir uns aufwärmen können. Nachmittags checken wir die Bergausrüstung für den Isalnd Peak - das ist aber eine andere Geschichte...

Den Reisebericht mit vilen Fotos gebt's auf meiner Homepage

Dieser Reisebericht wurde am 14. Juli 2007 von Juergen verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Kathmandu, Lukla, Namche Bazar, Kala Patar, Hotel Rara (KTM), Nepal - Everest BC Trecking, Kathmandu, Lukla, Namche Bazar, Panboche, Everest, Basislager, Kala Patar, Trekking.

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20. November 2007, 16:50:39. Yvonne sagt:


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