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Lago de Atitlán - Guatemala

Panajachel, Santiago Atitlán, Himmelszelt

Ein wunderschöner See mit Vulkanpanorama…


Bei unserer Guatemala-Reise wollten wir (mein Reisebegleiter und ich) unbedingt dem drittgrößten See Guatemalas, dem Lago de Atitlán,  der aber als schönster des Landes gilt, einen Besuch abstatten.




Von der Kolonialstadt Antigua aus ging es in einem zum Bersten gefüllten Bus nach Panajachel, der größten Stadt am See. Der Bus war so voll, das wir unsere Rucksäcke auf die Knie nehmen mussten. Es ist aber sehr fair von den Busfahrern, dass sie garantiert immer alle Fahrgäste mitnehmen, egal, ob diese sich im Bus stapeln müssen oder nicht. Über die Luft und die Gerüche in dem Bus lasse ich mich jetzt an dieser Stelle nicht aus…
Wir kommen nach endloser und vor allem unkomfortabler Fahrt abends im Dunkeln in Panajachel an. Die Stadt ist unter der Woche, insbesondere in der touristischen Nebensaison, eher leer und es ist wenig los. Zur Hauptreisezeit in Guatemala kommen täglich jedoch viele Touristen, um Boostfahrten auf dem See zu unternehmen oder umliegende Vulkane zu besteigen. Zudem ist der Ort ein beliebtes Ausflugsziel der Oberschicht von Guatemala City an den freien Sonntagen. Mit unseren Rucksäcken laufen wir etwas ziellos durch die Straße und Gassen, essen gut und einfach in einer Tagesküche. Die Bedienung freut sich, dass uns „Gringos“ ihr Essen schmeckt und dass wir statt Ketchup extra nach der landestypischen „salsa picante“ fragen, die bei Guatemalesen einfach zum Essen dazugehört. Nach einem Stadtbummel durch die noch recht belebten Hauptstraßen machen wir uns daran, den auf dem Stadtplan in unserem Reiseführer eingezeichneten „free camping ground“ zu finden. Dazu müssen wir den Stadtkern verlassen, einen Fluss auf einer abenteuerlichen Hängebrücke überqueren und in einem Vorstadtviertel ans Seeufer laufen. Wir erkennen, dass mit „free camping ground“ nicht etwa ein ausgewiesener Zeltplatz gemeint ist, sondern eigentlich gar nichts. Da wir nun aber mal hier sind, suchen wir uns Nahe der Flussmündung, rund 10 m vom See entfernt und mit Blick auf die Restaurants von Panajachel, ein geeignetes Plätzchen für unser Zelt.

Zelte aufbauen

Das Aufbauen im Dunkeln ist für uns mittlerweile Routine, Stirnlampen spenden uns genügend Licht zum Auspacken und Einrichten. Direkt am See in der Dunkelheit sitzend, offenbart sich uns ein einmaliger Sternenhimmel! Das ruhige und sanfte Plätschern der kleinen Wellen wirkt sehr beruhigend, mancherorts sieht man Lichter auf den Hängen des Seeufers. Kurz erschrecken wir uns, als auf einmal zwei Boote mit kleinen Laternen auf uns vom See her zukommen. Wir verstecken unser Geld und unsere Pässe und legen zur gesteigerten gefühlten Sicherheit unsere Taschenmesser bereit, als die Boote immer näher kommen und fast direkt am Ufer sind. Beängstigt schauen wir uns um, ob eventuell auch vom Lande her sich Jemand uns nähert und werden erst erlöst, als wir auf den Boote Bojen und Fischernetze erkennen. Beruhigt gehen wir zu Bett bzw. quetschen uns mit unserem gesamten Gepäck in das Zwei-Personen-Zelt.
Meinen Eltern fiel es nach unserer Reise schwer zu begreifen, wie man in einer unbekannten Stadt, in der man im Dunkeln ankommt, an einen unbekannten Seeufer wild campen kann, doch machten wir während unserer Guatemala-Reise nie schlechte Erfahrungen damit.
Der erste Blick am nächsten Morgen aus dem Zelt ist atemberaubend. Der See liegt flach und ruhig da, eingefasst von mächtigen Bergen und Vulkanen. Bei bestem Wetter eröffnet sich uns ein geradezu idyllisches Panorama. Das Wasser des Sees ist sauber und zum Baden angenehm warm, obwohl der Lago de Atitlán rund 1500 m über dem Meeresspiegel liegt. Viele Boote und Schiffe sind zu beobachten, die entweder zum Fischen oder zum Personentransport ausgelegt sind. Nach gemütlichen Obstfrühstück, einem kurzem Bad im See und dem Packen machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Die Stadt zeigt sich bei Tag von einer ebenso sympatischen und ansprechenden Seite, wie am Abend zuvor. Da heute Sonntag ist, kommen viele Besucher aus Guatmala City und Antigua, um einen Tag am See zu verbringen. Es gibt viele Händler und Läden, schöne Restaurants mit Seeblick und ansprechende Bars und Kneipen. Von Panajachel aus kann man Wanderung zu den umliegenden Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro buchen oder auf eigene Faust unternehmen. Nachdem wir etwas das sonntäglich Treiben in der Stadt genossen haben, kaufen wir uns ein Ticket für eine Fahrt über den See. Während wir auf das Boot warten, sonnen wir uns auf einem Steg. Mit einem kleinen Motorboot starten wir dann zur Seeüberquerung mit dem Ziel Santiago Atitlán. Die Überfahrt ist einmalig, von der Mitte des Sees hat man einen wunderbaren Rundumblick auf die steilen Hänge des Sees, die größtenteils unbewohnt sind. An Land in Santiago Atitlán nerven uns verschiedene Hotelbesitzer und von ihnen beuaftragte Kinder, die uns alle in genau ihr Hotel lotsen wollen. Da wir die einzigen Touristen an Bord waren, stürzen sich alle auf uns, auch Händler, die uns Hängematten verkaufen wollen. Leider scheint niemand zu verstehen, dass wir nicht in Santiago Atitlán übernachten wollen, sondern nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung und einem Abendessen weiter in Richtung Pazifikküste wollen. Santiago erscheint uns nicht so idyllisch wie Panajachel, es ist mehr ein Dorf und hat nicht das Flair von Panajachel. Auf einem großen Platz lassen Kinder selbst gebaute Drachen steigen, was wir in Guatemala nie zuvor beobachtet haben, da Kinder auch des Öfteren schon ihren Eltern im Geschäft helfen müssen. Mit einem letzten Blick auf den See verabschieden wir uns mit dem Bus nach Escuintla. Unterwegs stürzen unglaubliche Wassermassen vom Himmel. Also haben wir letzte Nacht beim Zelten Glück gehabt!



Fazit: Ein wirklich traumhafter See, tolle Landschaft, sauberes Wasser, beeindruckende Vulkane und sehr geschäftstüchtige Leute in Santiago Atitlán.

Dieser Reisebericht wurde am 01. Dezember 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Panajachel, Santiago Atitlán, Himmelszelt, Lago de Atitlán - Guatemala, Vulkan, Kratersee, Bootsfahrt, Berge, Zelten.

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