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Große Wellen in Monterico - Guatemala

Puerto San José, Iztapa, Monterico, ein mieses und ein gutes...

An der Pazifikküste Guatemalas


Nachmittags um 18 Uhr komme ich mit meinen Reisepartner mit dem Bus in Puerto San José, einer alten Industriehafenstadt am Pazifik, an. Gestartet waren wir am morgens am Lago de Atitlán, einem von Vulkanen eingerahmten See im Hochland Guatemalas. Während der Busfahrt war unser Gepäck auf dem Dach des alterschwachen Busses einem intensiven Regen ausgesetzt und komplett durchnässt worden. Angekommen in Puerto San José laufen wir zielsicher vom Terminal Terrestre zum Meer. In der einsetzenden Abenddämmerung kommen uns die Stadt und die Bewohner nicht so wirklich vertrauensselig um.

Zeltplatz am Strand 

Mit dem Ziel, einen Zeltplatz für die Nacht zu finden, laufen wir am Strand entlang. Das Einzige, was wir finden, ist ein alter, morscher und maroder Anlegesteg, auf dem Angler ihre gefangenen Fische ohne zu betäuben entschuppen. Der Steg sagt uns viel über den vergangenen Glanz der Stadt: Bahngleise bis ans Wasser, die in großen und verfallenen Hafengebäuden enden. Der Steg sieht so gefährlich einbruchgefährdet aus, dass es uns einige Überwindung kostet, auf ihm zu laufen. Ein toller Sonnenuntergang am Strand, der aufgrund des vulkanischen Gesteins wie alle guatemalesischen Pazifikstrände schwarz ist, entlohnt uns für die Erkenntnis, dass wir in Puerto San José lieber nicht übernachten wollen. Die Stadt ist laut, etwas unfreundlich und unsympatisch, sodass wir wieder zurück an die Hauptstraße gehen, um weiter ostwärts zu fahren. In einem Abwasserkanal, in dem viel Müll schwimmt, fängt ein kleiner Junge mit Taucherbrille und Harpune Fische, lecker. Nach anfänglicher Erfolglosigkeit finden wir doch noch einen Minibus, der uns nach Iztapa bringt. Dort suchen wir uns in der immer noch unerträglichen Schwüle und Hitze (es ist jetzt Dunkel und 21 Uhr!) ein Hotel. Diese Wahl bereuen wir aber wenig später, denn außer billig haben wir noch Schimmel an der Decke, kein fließendes Wasser in den Sanitäranlagen, komische Mitgäste und zwei richtig gammelige Betten. Und das alles für wenige Queztals pro Person! Nachdem wir unsere Rucksäcke komplett ausgepackt haben und die vom Regen durchnässten Sachen zum Trocknen aufgehängt haben, entfliehen wir der Tristheit unseres Hotels und erkunden die kleine Stadt, die uns wesentlich freundlicher und sicherer erscheint als das große Puerto San José.


Am nächsten Tag überqueren wir mit einem Boot den in Iztapa mündenden Fluss Maria Linda und gehen zum ersten Mal im Pazifik baden. Der schwarze Sand macht es bei der auch morgens schon sehr heißen Sonne unmöglich, länger als 10 Sekunden auf einem Fleck zu stehen. Dies macht ein an- und auskleiden sehr schwierig. Das Meer ist warm, etwas kälter als an der atlantischen Küste, dafür aber mit mehr Strömung und höheren Wellen. Die Mittagszeit verbringen wir mit Essen, einem leckeren frisch gepressten Fruchtsaft und dem Warten aufeine Mitfahrgelegenheit in Richtung Monterico. Endlich finden wir einen Pick-Up, der uns auf seiner Ladefläche mit lauter Palmensetzlingen mitnimmt. Die Fahrt ist echt klasse, wir sehen oft die endlosen Strände, dann wiederum Plantagen, Küstenregenwald und ab und an Häuser. Angekommen in Monterico stellen wir sofort fest, dass uns der kleine Ort direkt am Meer gefällt. Die Atmosphäre ist toll, man hört überall das Grollen und Rauschen des Meeres, es ist angenehm warm und nicht schwül, die Menschen sind nett und aufgeschlossen und die Häuser an sich sehen allesamt recht einladend aus. Wir quartieren uns in einem Hotel ein, das einen tollen, mit Säulen umgrenzten Innenhof, eine Dachterasse und einen Swimming-Pool hat. Für umgerechnet 7 US-$ p.P. und Nacht bekommen wir hier eine wirklich gute, saubere Unterkunft mit großem Bad, gefliesten Zimmern mit Ventilatoren und einem netten Wirt. Am gleichen Tag noch werfen wir uns in die Wellen, die echt unglaublich hoch und mächtig sind. Erst nach einer Viertelstunde trauen wir uns richtig weit hinein, da die Unterströmung und die Wasserwucht gewöhnungsbedürftig sind. Wir sind an diesem Tag die Einzigen, die ein Bad nehmen. Für Einheimische sind diese großen Wellen eher nichts. Auch hier und auch am Nachmittag verbrennen einem auf dem schwarzen Sand die Füße. Zum Erholen vom Meer legen wir uns noch mit einem Eis in den Pool, nachdem wir den Sand aus unseren Hosen entfernt haben. Abends trinken wir ein Bier, die Kneipen sind aber alle leer, da der September in Guatemala eher Nebensaison ist. Nur wenige andere Touristen sind zurzeit in Monterico, was uns nicht im Geringsten stört. Im Dunkeln laufen wir am Strand entlang, da wir aus dem Reiseführer und von unserem Hotelwort erfahren haben, dass im Moment die beste Zeit ist, um die seltenen Meeresschildkröten zu beobachten, die aus dem Meer an den Strand kriechen, um ihre Eier zu legen. Leider sehen wir keine, dafür aber wenige Tage später in El Salvador auf einem Fischmarkt die eingesammelten Eier :-(. Ein aufdringlicher Junge will es einfach nicht verstehen, dass wir ihn nicht als Guide brauchen, um am Strand entlang zu laufen und dass wir ihm auch nicht glauben, dass er das Geld nur für einen guten Zweck für das angrenzende Naturschutzgebiet nimmt.


Nach einer sehr guten Nacht erkunden wir am folgenden Tag zu Fuß die Umgebung Montricos. Außerhalb finden wir Plantagen mit schwammartigen Früchten, die wir in getrockneter Form schon oft auf Märkten gesehen haben. Zurück laufen wir am Meer, das uns mit eindrucksvollen Wellen und einem kilometerlangen, schwarzen Sandstrand begrüßt. Etwas unschön sind die vielen Häuser und Villen direkt, also maximal 50 m, vom Wasser entfernt, von denen viele verlassen und zerfallen sind und das Landschaftsbild verschandeln. Zurück im Dorf besuchen wir eine kleine Reptilienstation, die viele verschieden Schildkröten, Kaimane, Fische, Leguane und andere Echsen beherbergt. Beim Einkauf treffen wir abends zwei in Monterico lebende Deutsche, die uns gleich zu sich einladen. Da sie dann aber erwähnen, Zeugen Jehovas zu sein, lehnen wir dankend ab. Diese Leute trifft man eben einfach überall!
Am nächsten Tag treten wir nach einem ausgiebigen Wellenbad die Fahrt nach Taxisco an, von wo aus wir Guatemala in Richtung El Salvador verlassen wollen.

Dieser Reisebericht wurde am 01. Dezember 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Puerto San José, Iztapa, Monterico, ein mieses und ein gutes..., Große Wellen in Monterico - Guatemala, Pazifik, schwarzer Strand, Guatemala, Wellen, Schildkröten.

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