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El Salvador: auf der Durchreise...

San Salvador, La Libertad, San Miguel, verschiedene

2 Nächte im kleinsten Land Mittelamerikas…


Von Guatemala kommend und mit dem Ziel Honduras mussten wir (mein Reisebegleiter und ich) mehr oder weniger zwandgsweise durch El Salvador hindurch.


Mit dem Bus fahren wir von Guatemala aus über die Grenze bei La Hachadura. Wie üblich, muss man gewisse Formalitäten erledigen, d.h. die Grenzbeamten machen dir einen Stempel in den Reisepass und wollen ein paar Dollars haben. Wir fallen leider auf die Geldwechsler im Grenzort herein, die uns zu einem eher schlechten Kurs guatemalesische Queztal gegen US-$ tauschen. Wieder was gelernt! Erste Stadt in El Salvador, die wir besichtigen, ist Sonsonate, die aber bei uns keine bleibenden Eindrücke hinterließ und ich daher dazu jetzt auch nicht so viel mehr sagen kann, außer, dass wir in Sonsonate den Bus gewechselt haben. Angekommen in der Hauptstadt von El Salvador, San Salvador, nehme wir ein Taxi und sagen dem Fahrer, dass er für uns ein gutes, günstiges Hotel aussuchen kann. Der Mann ist nett und freut sich, dass wir Deutsche sind und erzählt und vom gestrigen Spieltag der Fussball Champions League. Im zweiten Anlauf bekommen wir ein Zimmer in einem „Hotel“. Etwas verunsichert uns das dicke Metallgitter vor dem Eingang, welches der Wirt vor und nach uns jedes Mal gewissenhaft verschließt. Eine Schweizerin im Nachbarzimmer, erzählt uns wilde Geschichten von den marodierenden Macas, bei denen es sich um gewaltbereite und kriminelle Jugendbanden handelt, die das Leben in El Salvador verunsichern. Egal, wir gehen abends doch noch einmal vor die Tür und laufen etwas im Viertel umher, in dem auch unser Hotel liegt. Wir wissen nicht, wo in San Salvador wir uns befinden, zumindest scheint es nicht der Stadtkern zu sein. Die Stadt ist recht dunkel, nur wenige Laternen spenden ein schummriges Licht. Andere Touristen sehen wir nicht, doch sind die Straßen noch voller Leben. Etwas unheimlich ist uns eine dunkle Straße, in der sich Prostituierte feilbieten und es unangenehm riecht.


Am nächsten Tag brechen wir auf in Richtung La Libertad, einer Fischerstadt am Pazifik mit einem guten Surfspot. El Salvador gilt unter Wellenreitern als Geheimtipp, jedoch muss man vielerorts an entvölkerten Stränden angeblich auf seine Sachen aufpassen. Die Fahrt nach Libertad beeindruckt uns daher, da wir aus dem zentralen und bergigen Hochland um die Hauptstadt herum nun auf Meeresebene gelangen, wo Klima und Vegetation total anders sind. Erwähnenswert an Libertad ist vor allem der große Fischmarkt, auf dem es neben allen erdenkliche Fischen in allen Größen auch Krebse, Garnelen, Muscheln, Seealgen und eben leider auch Schildkröteneier gibt, die die Menschen hier aus dem Sand ausgraben und so das Aussterben dieser Tiere fördern. An einem Steg werden frisch gefangenen Rochen in beachtlicher Größe geschlachtet und ausgenommen. Auf der Suche nach dem Surfspot werden wir von zwei Polizisten gewarnt, sich am Strand nicht zu Weit von der Stadt zu entfernen. Als wir die ersten Surfer sehen und diese uns, deuten sie uns an, umzukehren. Da wir unser gesamtes Gepäck mit allem drum und dran bei uns tragen, halten wir es für klüger, dem Rat zu folgen. Gebadet hätten wir in Libertad sowieso nicht, da das Wasser mit den Abwässern der Stadt verunreinigt sein soll und es nur resistente Einheimische ohne eine Durchfallerkrankung darin aushalten. Die Leute, mit denen wir in Kontakt kommen, sind nicht übermäßig freundlich und zum Teil sehr aufdringlich. Während wir am Strand auf dem Markt viel zu teuer erstandene Garnelen kochen, nervt uns ständig ein unangenehmer Typ, der uns als Deutsche in den Himmel lobt und dann aber doch andauernd nur sein blödes Hotelzimmer an uns vermieten will. Die Strandpromenade in Libertad ist eigentlich ganz nett, es gibt ein paar Lodges für Surfer, Restaurants mit Meerblick und einige nette Kneipen. Jedoch ist auch in Libertad, wie zurzeit in ganz El Salvador, touristisch nicht so viel los. Wir nehmen einen Bus nach San Miguel, eine großen Stadt im Landesinneren und bestaunen wieder den Landschaftswechsel. Die Natur El Salvadors ist wirklich schön, besonders die bergigen Regionen locken eigentlich zum längeren Aufenthalt im Land. Im Vergleich zu Guatemala stellen wir in El Salvador eine höheren Grad an Industrialisierung fest: die Straßenarbeiter mähen den Randstreifen mit Motorsensen und Schutzkleidung anstatt mit Machete und barfuss. San Miguel erscheint uns mit seinen rund 160000 Einwohnern wesentlich freundlicher als La Libertad, das Klima ist angenehm und wir verbringen den ganzen restlichen Tag, durch die geschäftstüchtigen Viertel zu schlendern und uns das Leben und Schaffen der El Salvadorianer anzuschauen. Unser Hotel hier ist nahe dem Busbahnhof und eigentlich auch sehr gut, sogar mit Fernseher. Abends essen wir leckeren gegrillten Fisch. Da wir zwei der wenigen Touristen zurzeit in der Stadt sind, freuen sich die Leute, wenn wir bei ihnen essen, was trinken, einkaufen oder einfach nur schauen.


Am nächsten Tag brechen wir gemütlich auf, um mit dem Bus zur Grenze nach Honduras zu fahren. Noch einmal bestaunen wir die schönen Berge El Salvadors, bevor den Grenzort El Amatillo erreichen. Die eigentliche Grenze, der Fluss Goascorán, müssen wir zu Fuß überqueren, da wir auf ein Fahrrad-Taxi verzichten. Es erwartet uns ein ähnliches Prozedere wie bei der Einreise mit dem Unterschied, dass die Beamten hier Englisch sprechen. Dieses Mal fallen wir nicht auf die Geldwechsler herein, die sich mit dicken Geldbündeln winkend vor uns aufbauen.

Fazit: El Salvador ist schön, wir hätten mehr als zwei Nächte bleiben sollen. Ob die Sicherheitslage wirklich so schlimm ist, wie uns erzählt wurde, ist zu bezweifeln. El Salvador hat mit seiner teils recht wilden Pazifikküste und dem Bergland aber Einiges zu bieten.




Dieser Reisebericht wurde am 01. Dezember 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: San Salvador, La Libertad, San Miguel, verschiedene, El Salvador: auf der Durchreise..., Surfen, Pazifik, Fischmarkt, Grenzkontrollen.

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