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Taiwan im Mai

Taiwan (10. Mai 2008)

Drei Wochen Taiwan sind gerade genug - Stopover oder nur eine Woche sind zu wenig! Wir haben uns für drei Wochen entschieden, um nicht nur highlights abzufrühstücken. Der Monat Mai ist zu spät für die Kirschblüte, aber noch nicht zu heiß. Die hohe Luftfeuchtigkeit setzt Backpackern zu - also so wenig wie möglich in den Rucksack nehmen! So hatten wir jeder 7 kg im Rucksack - mit einer Tube Rei für die Handwäsche. Die Ankunft in Taipei ist unvermeidlich (weil hier der internationale Flughafen liegt). Im YMCA haben wir ein Zimmer per Internet vorbestellt, damit man nicht weit vom Busbahnhof in der Innenstadt günstig unterkommt. Hat gut funktioniert und ist nicht nur für die Jüngeren ein angenehmer Aufenthaltsort. Restaurant ist im Haus.  Für die Erkundung der Stadt haben wir die U-Bahn genutzt. Auf dem Automaten das Ziel wählen - z.B. den 101-Stockwerke - tower ("one - o - one"), z.Zt. das mit 508 m  höchste Gebäude der Welt, oder den Lungshan-Tempel, und die NTD's einwerfen, z.B. 20 New Taiwan Dollar. Der Automat wirft einen Chip aus, den mitnehmen und beim Ausgang als Türöffner in den Schlitz werfen. Drei Tage Taipei sind mindestens notwendig - einen braucht man allein für das Nationale Palast Museum ("must"). Wir haben oft junge Leute angesprochen - denn fast alle können "a little bit english" (chines. "yingwen"). Sie helfen richtig gern, lassen sich gern fotografieren und freuen sich über jeden chinesischen Brocken (z.B. "ni hao" = guten Tag). Taiwaner sind keine Festlandchinesen! Sie sprechen neben chinesisch taiwanesisch und sind stolz auf ihre eigenen Nationalität (Tschiang-Kai-Chek-Memorial).  Mit Bus und U-Bahn durch Taipei - in der Innenstadt laufen. Nachtmärkte bieten viel Einfachkrams, haben aber eine lebhafte Atmosphäre. Wir haben gern Parks besucht und zugesehen, wie die Taiwanesen ihre Freizeit verbringen (z.B. Tai-Chi).  

Weiter mit dem Zug.

Entweder rechts herum oder links herum um Taiwan - wer rechtsherum fährt, also an der Ostküste entlang, sieht Keelung und die Stadt Hualien. Hierfür haben wir uns entschieden, um die Taroko-Schlucht zu erwandern. Jeder größere Bahnhof hat ein Visitor Information Center, dort kann man nach Verbindungen fragen. Die Züge sind sehr preiswert, sehr sauber und sehr pünktlich. Plätze werden reserviert. Mit Bus ab Hualien kann die Taroko-Schlucht angefahren oder durchquert werden. Eine Fahrt über die Berge führt zum Sun-Moon-Lake; der See kann aber auch von der Westküste aus (Ershui) angesteuert werden. Wer Lust zum Wandern hat, kann die Schlucht abwärts wandern (ca. 18 km), zum Teil über die Fahrstraße, zum Teil auf der alten Strecke, zum Teil auf hiking trails. Wir fanden die Seitenwege sehr schön, die Wanderung auf der Fahrstraße weniger angenehm (unter der Woche ging es). Hot Spots aufsuchen nur für den, der über ein bischen mehr Geld verfügt. Die alten großen Hotels sind für Taiwan-Verhältnisse teuer, vor allem an den Wochenenden (Aufschlag!). Wir waren in Chiphen und dort im SPA - bei Regen und im Dunst ein Toperlebnis. Weiter Richtung Fangshan an der Westküste mit Zug oder ab Tawu mit Bus nach Fengkang. Diese Verbindung war schwierig, der Bus fährt selten. Jeder gibt gern Auskunft, aber oft jeder eine andere. Also viel fragen! Von dort nach Hengchun - dort übernachten und nicht in Kenting! Hengchun verschönert gerade die Innenstadt und restauriert alte Bauten wie die Stadttore und Tempel. In Kenting besuchten wir das Youth Aktivity Center (Shuttle von Hengchun nach Kenting), am Strand des Centers kann man baden und den Küstenweg laufen.Mit Bus zur Südspitze, dort ebenfalls Küstenweg am Leuchtturm. Dann mit dem Bus wieder nach Norden. In Kaohsiung finden 2009 die World Games statt (nichtolympische Disziplinen wie z.B. Beachvolleyball). Wer sich dem Buddhismus nähern möchte: Fahrt mit dem Bus nach Foguangshan (Klosterberg). Übernachtung anfragen, z.Zt. 2000 NTD für zwei Pers.im DZ. Wir haben dort übernachtet und abends im Haus (vegetarisch) gegessen. Eine Nonne war zu Betreuung der Gäste eingeteilt; wir hatten mit ihr eine schöne Unterhaltung (engl.). Weiter nach Tainan - dort Großstadt, aber mit Geschichte (Fort Zeelandia und Fort Providentia).  Weiter nach Chiayi und Fahrt mit der Schmalspurbahn auf den Alishan ("must"!). Das Landschaftserlebnis dieser japanischen Bahn, die auf über 2000 m Höhe führt, ist ein Renner. Daher nicht am Wochenende anfahren. Der Aufenthalt auf halber Strecke  in Fencihu (wir haben privat in einem Tatami-Zimmer übernachtet) ist günstiger als in Alishan selbst. Dort Wanderung (einen Tag einplanen, besser zwei!).  Mit Zug nach Ershui, von dort weiter zum Sun-Moon-Lake - dem Hochzeitsparadies der Taiwaner. Der See liegt in einer herrlichen Bergwelt, die man aber nur unter der Woche richtig genießen kann - am Wochenende ist er Reiseziel für Taiwaner bis aus Taipei. Weiter nach Taichung. Dort Museum und neue Architektur (Großstadt!). Wir liefen über den neuen Grüngürtel bis zum Museum und sahen dort moderne taiwanische Kunst. Von dort nach Taoyuan und zurück zum Flughafen mit Zubringerbus. Alle helfen, alle freuen sich über Reisende, die Linienbusse und Züge benutzen, alle sind höflich und - wie wir das erlebt haben - alle sind ehrlich. Wer's nicht glaubt, fahre  auf die Pescadoren, dort ist man noch am selben Abend nicht nur zahlender Gast, sondern ein dear friend. Wir haben dort zwei Tage eine wundervolle Gastfreundschaft erlebt. Die Strände - Südsee pur - fuhren wir mit dem Linienbus an. Taiwan kennt noch kaum Individualtourismus. Reisende aus Asien fahren in Gruppen im Tourenbus, Backpacker sind selten. Bed und Breakfast selten. Europäer sind Exoten und (noch!) gern gesehene Gäste. Zug- und Busreisen, Übernachtung und Essen sind für den Euro unglaublich günstig. Nach Rückkehr schien es uns allerdings, als sei unsere Stadt leer und unglaublich ruhig - im Vergleich zu dem tosenden Betrieb, den Rollern, den Autos und den vielen, vielen Menschen in den Städten Taiwans. Ältere werden sich in der Landschaft Taiwans wohler fühlen, z.B. am Sun-Moon-Lake. Sie können auch bequeme Überlandbusse buchen, die sie vor dem Streß der Individualreise bewahren. Wer diesen nicht scheut, hat den Gewinn eines ständigen Kontaktes mit den freundlichen Taiwanern - also: Ab nach Taiwan!


Dieser Reisebericht wurde am 04. Juni 2008 von Tietz verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Taiwan, , Taiwan im Mai, Taipei Taroko Kenting Kaohsiung Chiayi Alishan Taichung.

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