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Ostfriesische Inseln: Inselhopping

Ostrfriesischen Inseln, Pension

Urlaub auf den ostfriesischen Inseln ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein herrliches Ereignis. Ich entschied mich jedoch für den Winter, da in der kälteren Jahreszeit alles noch viel heimeliger wirkt als an warmen Tagen.



Viele Vermieter, die Privatquartiere anbieten, leben auch mit in ihren Häusern, so kann es leicht vorkommen, daß man sich abends, so wie ich, mit der Gastfamilie am offenen Kamin vorfindet, mit einem heißen Grog, Köm oder einer Tasse atemberaubend gut riechenden Tees. Nicht selten gibt es auch noch frisches Gebäck aus dem hauseigenen Ofen dazu. Ich hatte Glück und bin auf eine Gastfamilie getroffen, die schon die Kriegszeiten auf den ostfriesischen Inseln erlebt hat, davon viel erzählen konnte und die Geschichte nähergebracht hat.

Die ostfriesischen Inseln liegen ungefähr 8 Kilometer entfernt vom Festland in der Nordsee. Zu ihnen gehören: Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog, Norderney, Spiekeroog und Wangerooge. Die größte der Inseln ist Borkum (wohl auch die bekannteste durch die vielen Kurheilbäder, besonders für Asthmatiker), die kleinste ist Baltrum.
Die Inseln Baltrum, Norderney, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge lassen sich sogar mit einem etwas größeren Spaziergang durchs Watt, zu Fuß erreichen. So eine Wattwanderung sollte allerdings nur mit einem kundigen Führer unternommen werden, weil man schnell von der herannahenden Flut überrascht werden kann und das Watt auch bei Ebbe Gefahren beherbergen kann. Ein Erlebnis ist eine Wattwanderung aber in jedem Fall, allerdings immer mit einem Marschproviant im Gepäck, denn die Wanderung dauert ca. 1 Stunde.

Die Menschen auf den Ostfriesischen Inseln leben entweder vom Fischfang oder dem Tourismus, nicht wenige pendeln jeden Tag aufs Festland, um dort zu arbeiten. Fabriken und größere Werke gibt es auf den Inseln nicht.
Baltrum wird als das "Dornröschen der Nordsee" bezeichnet. Einige Highlights habe ich dort erlebt, die nirgendswo beschrieben sind: auf dieser nur 5 Quadratmeter kleinen Insel sind die wunderschönen denkmalgeschützten Häuser und kleinen urigen Kneipen, in denen ich mich in bester Gesellschaft befand. Ich besuchte auch eine Veranstaltung der Dünensänger, die aber im Winter nur an wenigen Tagen draußen singen, im Sommer täglich. Am Rathaus auf dem Marktplatz werden alle wichtigen kulturellen Termine pünktlich ausgehängt, dort kann man jeden Tag nachlesen, was es zu erkunden gibt.



Sportangebote gibt es nicht viele, aber die, die es gibt,sollten unbedingt ausgenutzt werden: Ich machte einen Rundflug mit dem Helikopter über die Insel und einen ausgedehnten Schiffsausflug nach Helgoland, Deutschlands einzigster Hochseeinsel.
Weitere Angebote sind Tennis und Surfen, da ich aber nicht sonderlich sportbegeistert im Urlaub bin, habe ich dieses nicht wahrgenommen.

Im Restaurant "Witthus an`n Brück" gibt es neben lecker deftiger Hausmannskost auch eine Kegelbahn, um sich die Kalorien gleich wieder sportlich abzutrainieren.
Es muß unbedingt darauf geachtet werden, daß ein Aufenthalt auf Baltrum kurtaxenpflichtig ist. Die Tickets holt man sich am einfachsten im Fremdenverkehrsbüro, in den Hotels oder im Rathaus. Baltrumer Geschichte kann man im Museum Altes Zollhaus in Bummert schnuppern-ein Besuch lohnt sich.

Auf Borkum war dann schon einiges mehr los: Neben vielen kulturellen Angeboten im Kurhaus gibt es für Wellness und Gesundheit viele Kurbäder, Saunen und Salzbäder.
Ich konnte an bestimmten Stellen der Insel sogar Seehunde und viele Arten von Wasservögeln beobachten.
Als Pferdeliebhaber erwartete mich das besondere Highlight: Auf Schusters Rappen entlang am Strand im Sonnenuntergang. Das ist ein einmaliges Erlebnis und der, der keiner Angst vor Pferden hat, sollte sich das nicht entgehen lassen. Auch im Nachtleben Borkums ist einíges los: Viele kleine, urige Kneipen am Hafen und in den Touristengebieten laden zum Verweilen ein, leider bin ich nicht unbedingt Kneipenbummler, aber es gibt einiges auszukundschaften.
Auch für Kindern eignet sich diese Insel hervorragend: Mit einem großen Wasserspaßbad, Riesenrutsche, Drachenfestival und vielem mehr werden Kinder und auch Erwachsenenaugen immer größer.

Auf der Insel Juist sollte man sich unbedingt gleich einen "Töwerland-Paß" anfertigen lassen, diesen Tip bekommt man aber auch in jeder Unterkunft, ich habe damit freien Eintritt in alle Museen und Ausstellungen gehabt, leider gab es keine, wie im Sommer, Open-Air-Konzerte. Der Strand der Insel Juist ist der längste einer ostfriesischen Insel und auch im Winter schön.



Durch die Tatsache, daß Langeoog eine autofreie Insel ist, konnte ich dort meinen Urlaub unbeschwert genießen, ohne lärmenden Straßenverkehr. Im Museum "Haus der Insel" wurde gerade eine neue Ausstellung über Kunst mit Legosteinen eröffnet-sie fand riesigen Zulauf und der Eintritt kostet nur 1-2 Euro pro Person.
Langeoog hat auch eine eigene Zeitschrift "de Utkieker", sehr lesenswert, für alle die, die aktiv am Leben von Langeoog teilnehmen wollen.

Auf Norderney gibt es die schönsten, zusammenhängenden Blumenteppiche, die mit ihren bunten Kelchen ganze Landstriche überziehen, an jeder Ecke duftete es betörend, auch noch im Spätherbst.
Außergewöhnlich und total spannend im Urlaub fand ich den 4 Uhr morgens Ausflug mit einem Hochsee-Fischer und seinem Boot auf die Nordsee, um ihm beim Fangen, Einholen der Netze, Putzen und Abladen der Fische helfen.

Spiekeroog ist bekannt durch seine Open-Air-Klassik Konzerte im Sommer und draußen, leider bekam ich auch davon nicht wirklich viel mit, aber eine weitere, richtig tolle Erfindung ist der Insel-Zirkus. Sowohl Einheimische, als auch Touristen, Kinder genauso wie Erwachsene können eine Rolle im Zirkus nehmen, die dann an einem festgelegten Termin vor Publikum aufgeführt wird.
In diesem Jahr wird wieder das 2. traditionelle Jazz-Festival starten, dieser Termin ist schon mal so gut, daß man ihn sich unbedingt vornotieren mußt. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, dort zu sein.

Ich bin einmal auf Wangerooge gewesen und glaubte, hier wäre die Zeit stehengeblieben.Alles sieht aus wie in kleinen Puppenhäusern. In Hotels und Ferienanlagen gibt es oft die Möglichkeit, ein günstiges Wochenende dort zu verbringen, man muß nur aus den verlockenden Angeboten das beste herauszufischen...Ich nahm ein Glückswochenende in einem Hotel nach Wahl, daß der Veranstalter aussuchte-und war sehr positiv überrascht, die Ausgabe hat sich wirklich gelohnt!

Leider schwindet immer mehr und mehr Strand der einzelnen Inseln durch das Wasser, das sie fortspült. Wangerooge zB hat schon einen ganzen Strandabschnitt gesperrt, und trotzdem beobachtete ich immer wieder Leute, die mit Flaschen zum Strand zogen, um Sand mit nach Hause zu bringen.

Trotz alledem: Man sollte sich die Zeit nehmen, um ein Inselhüpfen, wie ich es tat, zu veranstalten, sonst würde man gerade ein Teil der wunderbaren Landschaft nicht zu sehen bekommen.

Dieser Reisebericht wurde am 22. Juni 2007 von Easy verfasst.

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30. Dezember 2010, 00:09:28. nordlicht sagt:


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