Kurzurlaub in Bremen: Entdeckungsreise an der Weser
Bremen, privat
Bremen: Entdeckungsreise an der Weser
Tief hingen dunkle Wolken über der Stadt. Mein erster Besuch in der Hansastadt Bremen im April dieses Jahres nahm einen traumhaften Start. Ich kann nicht sagen, dass ich an diesem Tag besonders glücklich gewesen wäre, Bremen nun entdecken zu können, obwohl ich mich so lange auf meinen Trip in die Hansestadt gefreut hatte. Aber nun ja, jetzt war ich halt da und es hieß: mach das Beste draus!
Zuerst sollte mich mein Weg in meine Unterkunft führen. Extra für mein Städttrip habe ich mich über eine Zimmervermietung privat eingemietet, so zusagen als Untermieter. "Meine" Wohnung lag etwas außerhalb, praktischer Weise direkt an der Haltestelle Hude. Für mich als Berliner bot sich hier eine völlig überraschende grüne Welt, die mich sofort begeistern ließ. "Gut", habe ich mir gedacht, "wenigsten das haste du schon mal gut hinbekommen". Der Regen war vergessen und voller Optimismus starte ich nun in meine himmlischen drei Tage, fern von Eltern und Alltag.
Gleich am ersten Tag bestaunte ich die Bremer Stadtmusikkanten, die direkt auf meinen Weg in die City lagen. Gleich daneben der unglaublich monumentale wirkende Dom. Ich bin ja eigentlich kein Tourimusliebhaber, aber ich muss schon zugeben das dieser ziemlich beeindruckend auf seinen Betrachter wirkt. Zudem versüßte mir ein netter, alter Mann den Besuch, der verzweifelt nach einer Toilette suchte, aber irgendwie nicht akzeptieren wollte, dass wenn ich wüsste wo eine Toilette ist, diese selber aufsuchen würde. Naja, etwas panisch sammelte ich meinen zerfetzten Stadtplan aus meiner Tasche und zog davon.
Der Stadtplan. Der klare Beweis dafür, das ich zu dumm, oder der Verlag zu intelligent ist. Aus irgendwelchen mir gänzlich unbekannten Gründen war der Bahn- und Busplan seitenverkehrt. Nun gut, bis ich dies gemerkt hatte, befand ich mich bereits auf der anderen Seite meine Zieles, der Kunsthalle. Da ich einsehen musste, dass ich selbst bei meinen guten Willen es nicht mehr während der Öffnungszeiten geschafft hätte dorthin zu gelangen, fuhr ich mit der nächsten Bahn zurück nach Haus.
Nächster Tag, neues Glück. Die Kunsthalle hatte ich nun tatsächlich besucht. Und nun nach diesen höchst kulturellen Erlebniss der Manfred Mohr-Ausstellung wanderte ich in das nächste Cafe Kukuk und genoss bei fast blauen Himmel einen leckeren Latte. Ich beschloss mir nun etwas zu gönnen und das verlockene Angebot der kleinen Läden, die rund um der Galerie lagen, näher zu betrachten. Ich halte eine Fußtour in dieser Umgebung für unbedingt empfehlenswert, schon alleine wegen der unheimlich niedlichen Windmühle, die hier beschaulich am Ufer des Sees liegt.
Schweren Herzens blieb es bei meiner Schaufenstertour beim gucken. Mein Shoppingtrip durch die Katherinenstraße sollte mich nämlich erst am nächsten Tag erwarten!
Geplant, getan! Die Sonne schien und ließ meine Kaufwut förmlich in die Höhe treiben, natürlich unter den Vorwand nur für andere ein kleines Mitbringsel zu erlangen. Das habe ich auch gemacht, neben zwei Hosen und einen unwiederstehlichen Sommerrock für mich. War halt im Sonderangebot.
Etwas von Schuldgefühlen geplagt, nahm ich die nächste Straßenbahn und stieg spontan an der Wasserpromenade aus. Besonders zu empfehlen für kostengünstige Stadtbesichtigen per Bahn ist übrigens Linie 5, die auch direkt am Hauptbahnhof lang geht.
Für meinen letzten Tag in dieser wundervollen, blühenden Stadt hatte ich passend ein Besuch in den botanischen Garten geplant, den ich Jeden empfehlen möchte. Hier kannman mitten in den Regenwald eintauchen. Samt Gepäck tauchte ich in diese traumhafte Welt, in der sich blühender Hibiskus und beängstigende Kakteen aneinander reihen. Nur sollte man sich für diesen Trip ausreichend Wechselsachen mitnehmen, da warme, trockene und kalte Klimata sich ununterbrochen abwechseln.
Danach ging es auf geraden Weg Richtung Hauptbahnhof. Mein aufregender, erlebnissreicher und auch etwas anstrengender Städtausflug in Bremen, das quasi ein großer Park ist, war beendet. Auf in ein neues Glück!
Dieser Reisebericht wurde am 18. Juli 2007 von Lost
verfasst.
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