von Rothenburg nach Regensburg, Hotel Bürger Palais, Ansbach
Radtour Altmühltal von Rothenburg nach Regensburg
vom 19. 07. – 25. 07. 2006
Mittwoch, 19. 07.
Pünktlich um 10.45 Uhr kommt Helga aus der Schule wund wir fahren bei relativ geringem Verkehr in Richtung Rothenburg. Die Hitze (ca. 34° C) macht uns durch die Klimaanlage wenig aus. Gegen 16.30 Uhr erreichen wir unser Hotel Mittermeier, das direkt außerhalb eines Stadtmauertors liegt. Wir erfahren, dass wir das Auto am Hotel „Goldenes Fass“ abstellen sollen und dort auch weitere Reiseunterlagen bekommen sollen. Obwohl die offizielle Einweisung schon vorbei ist, erklärt uns die Wirtin bei einem Bier freundlich und ausführlich, was wir für die nächsten Tage wissen müssen. . Das Auto stellen wir auf einer Wiese ab und fahren dann mit dem Fahrrad zurück zu unserem Hotel. Das exklusive italienische Restaurant in unserem Haus hat zwar hohe Preise, aber wir hoffen umso schmackhafter zu essen. Leider bewahrheitet sich diese Erwartung nicht. Woher die Auszeichnungen für gute Küche kommen sollen ist weder beim Rumpsteak noch beim Hünchen zu erkennen. Nach dem Essen wandern wir durch die Altstadt, wo ein historisches Theaterstück aufgeführt wird und überall verkleidete Personen auf den Straßen zu sehen sind. Nach dem Rundgang setzen wir uns in das Gartenrestaurant gegenüber von unserem Hotel und genießen bei immer noch hohen Temperaturen Bier und Wein. Das Zimmer, in dem wir übernachten ist zwar gediegen eingerichtet, aber eng und nicht zum Lesen geeignet (nur mit abgeschraubten Lampenschirmen).
Donnerstag, 20.07. (sonnig, ca. 33° C)
Wir wachen früh auf und frühstücken schon kurz nach 7.00 Uhr. Das Buffet ist nicht schlecht, aber leider sind keine Eier auf den Buffet zu sehen. Erst später bekommen wir mit, dass andere Gäste Rühreier bestellen und sie frisch hergestellt an den Tisch serviert bekommen. Kuzr nach 8.00 Uhr fahren wir mit dem Fahrrad los. Es ist der heißeste Tag bisher in diesem Sommer. Wir finden schnell aus Rothenburg heraus, aber ca. 5 km nach einem „Schiebestück“ sind wir unsicher, wo es weiter geht. Wir kehren um, aber hören 1 km zurück, dass wir richtig waren und den Anstieg doch noch einmal machen müssen. Helga wird von einer Stechfliege gestochen. Ca. 15 km weiter kaufen wir in einem Lebensmittelgeschäft ein, lesen und trinken eine kurze Zeit auf einer Bank und fahren dann weiter. Nach weiteren 15 km trinken wir in Geslau Apfelschorle und teilen uns einen Salat (nur 1 € !!). Nicht immer finden wir den Weg auf an Hieb, aber letztlich kommen wir um ca. 13.oo Uhr in Ansbach im Hotel Bürger Palais an und werden sehr freundlich empfangen. Wir können unser Zimmer sofort aufsuchen und trinken zur Belohnung für die Strapazen ein Bier. Unser Mittagschlaf dauert 1 ½ Stunden. Ich esse Kuchen im Garten, Helga badet. Dann wandern wir durch die Innenstadt, die uns ganz gut gefällt. Gegen 18.30 Uhr essen wir eine typisch fränkische Mahlzeit bei uns im Hotel: beide Schnitzel mit Kartoffelsalat (Basis: Essig/Öl) und Salat; es schmeckt uns herrliche. Die Chefin freut sich über unsere positive Kritik. Gegen 21.00 erleben wir ein sehr starkes Gewitter.
Freitag, 21. 07. (sonnig – ca. 35° C)
Das Gewitter hat kaum Abkühlung gebracht! Nach dem Frühstück (hätten wir uns nach dem leckeren Abendbrot besser vorgestellt), bei dem die Wirtin erzählt, dass sie die ganze Nacht bis 3.30 Uhr mit ihrem Mann (Privatdetektiv) die Speisekarte für die nächsten Monate neu gestaltet haben, stellen wir fest dass Helgas Reifen platt ist. Während Helga bei Edeka Getränke kauft, pumpe ich mit meiner Mini-Pumpe den Reifen auf – die Luft hält. Die Suche nach dem richtigen Weg aus Ansbach heraus klappt erst im 2. Anlauf und ist die Fahrt ist auf den ersten Kilometern mühsam, zeitaufwändig und nicht schön. Wir verlieren den „Altmühlradweg“ und richten uns nach den Zeichen „Altmühl-See. Bei einer Baustelle in einem Dorf fragen wir. Eine junge Frau will uns zur Bundesstrasse dirigieren, eine ältere Radfahrerprobte Frau weist uns energisch an der Baustelle vorbei und damit den richtigen Weg. Wir fahren bis zu einem Kanal, der zur Altmühl führt und essen dort in einem Restaurant Salat und trinken Apfelschorle. Dann fahren wir weiter zum Altmühlsee. Dort ruht sich Helga im Schatten aus, ich schwimme eine halbe Stunde. Wir fahren weiter an Aha, Windsfeld vorbei nach Gunzenhausen. Dort essen wir eine leckere Leberknödelsuppe mit Flädle. Die Wirtin redet ununterbrochen. Endlich fahren wir los und beeilen uns, vor einem Gewitter nach am Zielort Treuchtlingen an zu kommen. Bei extremer Hitze erreichen wir das angegebene Hotel „Goldenes Lamm“, werden aber umdirigiert zum Hotel Sonne (nicht so schön). Dort trinken wir bei den ersten Regentropfen zunächst einmal eine Hefeweizen. Dann ruhen wir uns in unserem Zimmer aus und essen danach im Hotel Lamm sehr lecker (Kässpätzle und Cordon Bleu mit Salat). Der Wirt ist nicht sehr zuvorkommend. Den Abend verbringen wir deshalb im Hotel Sonne. In der Nacht kühlt es trotz des Gewitters fast gar nicht ab, obwohl wir das Fenster offen lassen – das Zimmer ist sehr warm!!
Samstag, 22. 07. (Der wärmst, schwülste Tag)
Obwohl unser Schlaf im letzten Teil der Nacht durch die Wärme häufiger unterbrochen war, wachen wir endgültig erst um 6.45 Uhr auf. Das Frühstück ist deutlich besser als wir es erwartet haben. Helga kann nicht sehr viel essen, dafür aber mehr trinken. Weil es so heiß ist und weil Helga sich nicht so richtig wohl fühlt, entscheiden wir uns, mit dem Zug von Treuchtlingen nach Eichstedt zu fahren. Ca. 20 Minuten nachdem wir den Bahnhof erreicht haben, fährt der Regionalzug. Kurz vor Abfahrt kommt eine große Fahrradgruppe. Glücklicherweise schaffen wir es, im Zug einen Stellplatz für unsere Fahrräder zu bekommen. Die Fahrradgruppe, die mit uns im Abteil fährt, macht lt. Beschriftung ihres Trikots jährlich große Touren, z.B. nach Venedig, Usedom oder Budapest. Nach einer halben Stunde Fahrzeit erreichen wir Eichstedt-Bahnhof. Wir müsse noch ca. 7 km fahren, um nach Eichstedt hinein zu kommen. Meine Gangschaltung funktioniert nicht mehr; deshalb lasse ich mein Fahrrad bei einem Fahrradverleih überprüfen. Wir wandern durch die schöne Universitätsstadt. Helga geht es deutlich besser. Am Markt trinken wir Johannisbeer-Schorle und essen Pfifferling-Suppe (nicht sehr gut) und Marillen-Knödel (es geht). Ich hole mein Fahrrad (kein Erfolg mit der Gangschaltung) ab und wir fahren durch sehr schöne Gegend an der Altmühl entlang nach Arnsberg. Das Hotel Rabe, das unterhalb eine hohen Felsens mit Burghotel, liegt, empfängt uns sehr freundlich und bietet sofort Sprudel bei der Hitze an. Wir bekommen ein kühles Zimmer und machen nach Verzehr einer Flädlesuppe und eines Weißbiers einen schönen Mittagschlaf. Wir lesen danach noch und wandern gegen 16.30 Uhr bei immer noch hoher Hitze einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Wir treffen auf eine 4 Personen Fahrrad-Gruppe, die wir schon früher mal auf unserer Tour gesehen haben. Sie sind ganz erstaunt, dass wir ihnen schon ausgeruht entgegen kommen und sind beruhigt als wir ihnen sagen, dass wir den ersten Teil der Tour mit dem Zug gemacht haben. Abends essen wir Lammschäufle und Lammpfanne – hätten uns bei den guten Referenzen aber mehr Geschmack erhofft. Im Hintergrund sehen wir beim Essen Wetterleuchten.
Sonntag, 23. 07. (bewölkt – nur noch ca. 25°C)
Es hat in der Nacht stark geregnet und es ist dadurch etwas kühler geworden. Wir frühstücken um 7.30 Uhr und starten als erste Fahrradfahrer. Die Strecke gefällt uns – mit Ausnahme eines Teilstücks neben der Autobahn – am besten von allen Routen (könnte Basis für eine weitere Fahrradtour sein). Wir fahren nach Beilngries. Am Ortseingang wandern wir durch einen Flohmarkt, der neben einem Gymnasium abgehalten wird. Helga würde davon träumen, in einer so schön eingerichteten Schule zu arbeiten. Beilngries ist sehr hübsch. Da aber die „Viergruppe“ dort auch ein Restaurant sucht und uns nicht so sympatisch erscheint und auch dunkle Wolken aufziehen, fahren wir weiter und essen um ca. 12.00 Uhr im Biergarten des Gasthauses „Sonne“ in Köttingwörth Leberknödelsuppe und Salat. Alle Portionen an den Nachbartischen sind riesig und alles sehr preiswert. Es schmeckt uns sehr gut – kein Wunder dass man fast keinen Platz bekommen konnte. Bei der weiteren Fahrt am Donaukanal entlang sehen wir eine Schwanenmutter mit 6 Jungen und einen riesigen Karpfen aus dem Wasser springen. Bei zunächst herrlichem Wetter macht uns die Fahrt viel Spaß, auch wenn kurz vor Riedenburg uns ein kleiner Schauer erwischt. Die Wirtin im Hotel Post ist überrascht, dass wir so früh (14.00 Uhr) eintreffen. Beim Weißbiertrinken treffen auch unsere Koffer ein und wir machen einen erholsamen Mittagschlaf. Danach wandern wir durch das hübsche Dörfchen Riedenburg und trinken Tee und Capuccino am Marktplatz. Gegen 18.00 Uhr essen wir im Hotel Post (Entenbein und Schweinebraten mit Knödel sowie einen Schwabenteller mit 3 Schweinefilets, Spätzle, Zwiebeln und Champignons). Für Helga war es das beste Essen leit langer Zeit!! In der Nähe unseres Hotels wird ein Live-Konzert mit einem sehr bekannten Bayrischen Barden aufgebaut. Während seines Auftritts (23 € p.P.) sehen wir uns im Fernsehen Tatort an. Wir planen, morgen nur bis Kehlheim mit dem Rad zu fahren, dort die Schiffstour zu machen und dann von Obersaal mit dem Zug nach Regensburg zu fahren.
Montag, 24. 07.
Der Himmel ist Wolken verhangen. Das Zimmer war in der Nacht zwar ruhig, aber wir haben ganz schön geschwitzt. Das Frühstück ist leider bei weitem nicht so gut wie das Abendessen; auch die Wirtin verabschiedet Helga kommentarlos. Wir fahren auf einem sehr schönen Radweg mit Blick auf einige auf Felsen thronende Burgen nach Kehlheim. Am Schiffsanleger können wir unsere Fahrräder in einer Box abstellen, aber der Ticketschalter ist trotz baldiger Abfahrt geschlossen und das Schiff nicht zu sehen. Ein älterer Herr ist der Meinung, dass es um 11.00 Uhr fahren würde, aber wirklich…? Da sehen wir ein Schild, das auf eine 900 Meter entfernte Anlegestelle hinweist. Die Fahrräder wieder raus aus der Box und über die Brücke zum anderen Anleger. Hier ist viel Betrieb und wir sehen auch die andere Fahrradgruppe wieder. Die schon für uns vorab gebuchte Schiffstour erleben wir aus dem Schiffsrestaurant, da die Sonne an Deck zu stark scheint. Die Fahr zum Kloster Weltenburg ist zunächst sehr langsam und führt der Donau entlang, bis der Fluss immer schneller wird (siehe unsere Bilder) und wir nach 40 Minuten das Kloster erreichen. Wir steigen nicht aus sondern fahren „mit dem Strom“ zurück. Von dort nehmen wir das Fahrrad und radeln durch ein nicht so schönes Gebiet nach Saal. Nachdem wir die Karten gelöst haben und mit Hilfe von Mitreisenden unsere Fahrräder und das Gebäck in den Zug bugsiert haben, lassen wir uns zum Zug nach Regensburg bringen. Von Bahnhof aus müssen wir quer durch die Stadt zu unserem Hotel Marriot fahren. Dort machen wir erst einmal einen Mittagschlaf und gehen dann zu Fuß ca. 20 Minuten über die „Steinerne Brücke“ in die Innenstadt. Dort trinken wir in einem historischen Café ein Bier und wandern weiter zum Dom. Gegenüber beim „Andechser“ essen wir, sind aber sowohl von der Bedienung als auch von der Qualität enttäuscht. Interessant ist eine komische Frau am Nebentisch, die ihren Mann vor anderen Gästen lächerlich und fertig macht (Helga ist ganz Ohr). Wir wandern zum Hotel zurück und freuen uns, dass es in unserem Zimmer einigermaßen kühl ist.
Dienstag, 25. 07. (wieder sehr sonnig)
Wir wachen kurz nach 6 Uhr auf, lesen noch und wollen eigentlich den Zug um 9.40 Uhr nach Rotenburg nehmen. Als wir mit dem Frühstück fertig sind, bestellen wir die Taxe für 7.55 Uhr, um den Zug um 8.33 Uhr zu bekommen. Trotz Berufsverkehr geht es mit der Taxe relativ schnell, so dass wir am Bahnhof noch etwas Zeit haben. Mit Umstiegen in Nürnberg, Ansbach und in einem Ort kurz Rothenburg (alles mit Fahrrädern und Gepäck) sind wir gegen 11.00 Uhr im Hotel und holen unser Auto ab. Wir packen alles ein und fahren Richtung Bamberg, dann alternativ Tauberbischofsheim und letztendlich nach Kitzingen in der Nähe von Würzburg. In der Fußgängerzone von Kitzingen sind wir froh, im Bayrischen Hof noch ein Zimmer zu finden, das aber leider sehr warm und nicht sehr schön ist. Wir essen unten im Restaurant bis das Zimmer fertig ist, machen einen Mittagschlaf und wandern mit zwischenzeitlicher Einkehr bis 17.00 Uhr durch die Stadt (ganz schön). Um 18.15 Uhr essen wir in einem Restaurant direkt am Main lecker zu sehr zivilen Preisen.
Am nächsten Tag geht’s zurück in die Heimat.
Dieser Reisebericht wurde am 25. Juni 2007 von Ruegenfreund
verfasst.
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