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Kurzurlaub in Muenchen

Muenchen, Arabella Sheraton Grand Hotel

Das habe ich nun davon. All zu oft habe ich mich über die mangelnde Anerkennung meiner Tätigkeit als Hausfrau – Entschuldigung, das heißt Familienmanagerin - beklagt und nun muss ich mir den Konsequenzen leben. Dies bedeutet in diesem Fall, ein Strauß roter Rosen und einen Hotelgutschein für ein Erholungswochenende in München, von meinem Ehegespons grinsend überreicht. Ich gebe mir wahnsinnige Mühe Freude vorzutäuschen und sehe mich in Gedanken, zwischen lederbehosten Bayuvaren in der Sauna sitzen.



Ausgerechnet München! Was sollte mir, 32 Jahre jung, in der bunten Blüte meiner Jahre, diese Stadt - außer Bier, Weißwürsten, Blasmusik - schon bieten? Doch zu spät! Ich stand bereits bis zum Bauchnabel im „Ich-freu-mich-so-das-du-dich-freust-Treibsand“.

So startet ich also mit meinem kleinen, verbeulten, beim TÜV bestenfalls Lachkrämpfe auslösenden, autoähnlichen Vehikel Gen Süden. Der Himmel schien meine missmutige Stimmung bemerkt haben, den es regnete an diesem Samstag Herbstmorgen wie aus Wasserwerfern.

Die Fahrt von knapp 300 Kilometern dauerte auch dementsprechend lange und als ich nach 5 Stunden in meinem Feriendomizil „Arabella Sheraton Grand Hotel“ ankam, war meine Stimmung auf 273,15 Grad Celsius, also den absoluten Nullpunkt, gefallen.

Das Hotel lag herrlich in einem naturnahen Park und überaus noblen Stadtviertel namens Bogenhausen. Auf meinem Weg kam ich an zahlreichen Restaurants, Boutiquen, hübschen kleinen Cafés und Kinos vorbei. Überhaupt war ich vom ersten Eindruck der Bayrischen Hauptstadt überrascht; hatte diese doch so gar keine Ähnlichkeit mit dem Bild einer alten, grauen Betonwüste in meinem Kopf. Nein, München ist regelrecht grün!

An der Rezeption wurde ich, wider Erwarten, warmherzig mit „Grüß Gott“ und „Servus in Minga“ begrüßt und auf ein herrlich ausgestattetes Zimmer be-, um nicht zu sagen, geleitet. Das Zimmer war sehr elegant und ansprechend gestaltet. Das Mobilar war liebevoll bis ins Detail arrangiert und mit wertvollem, individuellen und erlesenen Antiquitäten ergänzt. Das Domizil machte einen, über alle Maßen, sauberen Eindruck und ich mußte einen kleinen Jubelschrei unterdrücken, als ich das Bad entdeckte. Dort fand ich eine riesige Badewanne, zwei großzügige Waschbecken und ein kristallklare Duschkabine vor. Ein Paradies für uns Frauen. Und kein Mann in Sichtweite, der die Zahncremtube offen lässt und Bartstoppeln im Waschbecken verteilt. Auch hier war es vorbildlich sauber und ich begann mich langsam richtig wohl zu fühlen.



Ich ließ mir ein schönes heißes Bad ein und kuschelte mich danach in das riesige, schnuffige Bett und verfiel sofort in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Als ich am späten Nachmittag erwachte, hatte sich meine Laune gehoben wie ein Heiß-Luft-Ballon. Ich beschloß sofort auf Erkundungstour durch die Isarmetropole zu gehen.

Ich lies mich treiben und landete im Café Frischhut, auch bekannt unter dem Namen Café Schmalznudel. Dort gönnte ich mir eine Torte und einen riesengroßen Latte Macchiato und schmiedete Pläne für den Abend.

Mein Weg endetet in einem Klassikkino, wo Schwanensee gegeben wurde. So etwas gibt es bei uns auf dem Lande nicht. Kultur im Kino! Wie wunderbar! Am Ende des Filmes war ich ziemlich hungrig und nach meiner Rückkehr zum Hotel, ließ ich mir ein paar kulinarische Köstlichkeiten auf meine Residenz kommen. Alles schmeckte himmlisch und so frisch. Erschöpft, aber glücklich schlief ich mit einem, gar nicht kleinen, Lächeln auf den Lippen ein.

Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigen und wieder wunschlos leckerem Frühstück, warf ich mich ins Getümmel. Ich sah mir zahlreiche Museen, die berühmt berüchtigten Stadtteil Schwabing, den englischen Garten und die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten an. Leider hatten die Geschäfte Sonntags geschlossen, aber die zahlreichen kuscheligen Bars und Cafés machten den Nachteil wieder wett. Ich sah das beeindruckende neue Stadion des FC Bayern, die Allianz Arena und obwohl ich im Herzen Schalkerin bin, war ich doch über diese architektonische Meisterleistung angenehm überrascht.



Am Abend kehrte ich noch in das gemütliches, vegetarisches Restaurant leichtSINN ein und bei einem Glas Wein, auf meinem Zimmer, ließ ich dieses herrliche Wochenende ausklingen.

Montags mittags kam ich bei bester Laune zuhause an, küßte meinen Mann und dankte ihm noch einmal für das liebe Geschenk. Ich sagte ihm nicht, dass ich kaum Zeit hatte, ihn zu vermissen und zeigte Stolz meine selbst geknipsten Fotos.

Aber eines hat mir schon die Laune verdorben: Ich hätte gerne noch ein paar Tage in dieser wunderbaren, multikulturellen Metropole verbracht! Es hätte noch so viel zu sehen und zu erleben gegeben. Gerne hätte ich noch ein paar der zahlreichen Wellness-Angebote in Anspruch genommen und einige der niedlichen kleinen Boutiquen ausgeräumt. Vielleicht habe ich ja noch mal die Gelegenheit dazu, denn Sie wissen ja, Familienmanagerinnen haben es so schwer!

Dieser Reisebericht wurde am 12. Juni 2007 von Britta verfasst.

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4 Kommentare zu diesem Reisebericht


06. Februar 2008, 10:14:56. slowene22 sagt:

11. August 2007, 16:55:50. rucola sagt:

wirklich nett geschrieben... Weiter so...
16. Juni 2007, 02:20:59. Claudi67 sagt:

12. Juni 2007, 20:24:43. admin sagt:

Lustiger kann ein Reisebericht ja wohl nicht sein, oder? Davon lese ich gerne mehr! Euer Admin

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