Auch wir hatten zu entscheiden, was man in 3 Wochen in Australien sehen muss oder sehen sollte. Da ich keinerlei Vorstellungen von der Größe des Kontinents und den entsprechenden Entfernungen der Städte zueinander hatte, wollte ich natürlich alles sehen, na gut, fast alles... Aber mein Freund, der bereits mehrmals beruflich in Australien zu tun hatte, gebot mir Einhalt in meinen Planungen und schließlich sollte es unser Jahresurlaub sein, es war also auch etwas Erholung angesagt. So einigten wir uns auf die Strecke Melbourne-Adelaide, hin über die Great Ocean Road und zurück durchs Landesinnere. Es wurden dann doch immerhin rund 2700 km daraus, mehr als genug, wenn man sich wirklich mal das ein oder andere Ziel genauer ansehen und vielleicht auch mal einen Tag entspannen will. Melbourne ist sicherlich sehenswert, aber 3 bis 4 Tage reichen. Es lohnt sich, bei klarem Wetter (und im November war es meistens klar) auf den Rialto Tower hinaufzufahren, von dort hat man eine tolle Aussicht. Und mit demselben Ticket kann man am Abend noch einmal hinauf. Und wenn man dann auch noch das unverschämte Glück hat, im Tourist- Office oder im Hotel einen 2 für 1 Gutschein zu finden, so sind die 14,50 AUD (knapp 10 Euro) wirklich gut angelegt…;-))) Um einen guten ersten Eindruck über die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erhalten, sollte man die Touristen-Tram und den Touristen-Bus benutzen, beides ist sogar auch noch kostenlos. Per Bandansage wird man über alles wichtige, was an den einzelnen Haltestellen zu finden ist, informiert und kann dann entsprechend aus- und wieder einsteigen. Mir hat es am besten im Botanischen Garten und im Melbourne Museum gefallen. Von Melbourne ging es dann auf der Mornington Peninsula (der östliche "Flügel" der Port Phillip Bay) nach Sorrento, wo wir auch gleich für zwei Nächte geblieben sind. Am äußersten Zipfel der Halbinsel, Point Nepean, kann man eine schöne Tageswanderung machen. Und innerhalb der Bay war sogar das Baden möglich, weil das Meer dort durch die geschützte Lage sehr ruhig war, im Gegensatz zum Südpazifik… Und mit der Fähre (verkehrt jeweils zur vollen Stunde, ca. 40 Euro für PKW und 2 Personen)) ging es dann nach Queenscliff, dem Zipfel des westlichen Bayflügels.Und dann entlang der Südküste Victorias in Richtung Great Ocean Road!!! Wunderbare Ausblicke, oft verbunden mit kleinen Spaziergängen, man konnte gar nicht überall halten. Hierzu sei gesagt, dass, entgegen den Informationen in sämtlichen Reiseführern, meiner Meinung nach nicht die "Zwölfe Apostel" den schönsten Ausblick bieten, sondern die "Bay of Islands am westlichen Ende der eigentlich Great Ocean Road. Nur ein einfaches Schild weist auf diese Bay hin, man muss aufpassen, um es nicht zu verpassen. Sicherlich sind auch die "Zwölf Apostel" sehenswert, aber leider auch sehr touristisch und überlaufen… In Apollo Bay bleiben wir ebenfalls zwei Nächte, um uns Cape Otway (ein schöner Leuchtturm und die ersten Koalas in freier Wildbahn), Otway Fly (man kann bis zu 45 m Höhe auf Metallstegen in den Regenwald hineingehen) und die Triplet Falls anzusehen. Am Ende der Great Ocean Road verbrachten wir eine Nacht in Warrnambool, ein Städtchen, das zu Unrecht in Reiseführern wenig Beachtung findet. Wir hatten dort eine supertolle Unterkunft, Herb's Hus (http://www.herbshus.com.au). Die Gastgeber waren wirklich nett, man fühlte sich mehr als Freund denn als zahlender Gast und sie haben uns mit allerlei Insider-Tipps für unsere weitere Reise versehen. In Warrnambool haben wir uns das liebevoll nach gebaute Hafenörtchen "Flagstaff Hill" angesehen sowie das dazugehörige allabendliche Licht-, Laser- und Sound- Spektakel um den tragischen Untergang der Loch Ard. Lohnt sich auf jeden Fall… Den Tipps unsere Gastgeber folgend besuchten wir unterwegs die wirklich sehenswerte Princess Margaret Rose Höhle bei Nelson und weiter ging es nach Mount Gambier. Keine sehenswerte Stadt, einzig der "Blue Lake" (im Winter grau, im Sommer, also auch schon im November, tiefblau, und keiner weiß, woher das kommt) und Umpherston Sinkhole (ein Garten in einem Riesenloch) lohnen einen Besuch. Bald wurde die Küste ziemlich langweilig, entlang der Coorong Halbinsel regelrecht eintönig. Auf der Fleurieu- Halbinsel war es dann wieder abwechslungsreicher und in Victor Harbor machten wir Quartier. Es lohnt hier ein Besuch auf der vor gelagerten Granite- Island, über einen langen Holzsteg mit dem Festland verbunden. Man kann zu Fuß gehen oder die Pferde-Tram nehmen, ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, als Victor Harbor noch eine bedeutende Hafenstadt war. Am übernächsten Morgen g es dann schon früh nach Cape Jervis, um die 9.00 Fähre nach Kangaroo-Island zu erreichen. Wir hatten von Victor Harbour aus eine Tagestour nach Kangaroo Island gebucht. Wenn man mindestens eine Nacht auf dieser Insel verbringen will, dann lohnt es sich auch, das Auto mitzunehmen oder dort ein Auto zu mieten. Für einen kurzen ersten Überblick ist aber sicherlich eine organisierte Tour am besten… Es empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung, denn selbst in der Nebensaison sind diese Trips schnell ausgebucht. Wir haben dort viele Tiere in freier Wildbahn gesehen, Seelöwen und australische Seehunde, Koalas und Emus… aber keine Kängurus…;-))) Die Nacht verbrachten wir in einem Motel in dem Fährort Cape Jervis, was sich als gute Entscheidung herausstellte, denn nach diesem antrengenden Tag auf Kangaroo-Island waren wir abends um halb zehn ganz schoön platt und froh, nicht mehr fahren zu müssen… In Adelaide und Umgebung wollten wir uns daher ein bißchen ausruhen. Weiter geht es dann mit dem zweiten Teil meines Berichtes.
Dieser Reisebericht wurde am 11. August 2007 von rucola
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Victoria/South Australia, , einmal Melbourne-Adelaide und zurück (Teil 1), tolle Landschaften, freundliche Bewohner, interessante Fauna und Flora.