Mein Traumurlaub in Suedafrika - Suedafrika einTraum
Kapstadt Langebahn Clainwilliam Augrabies-Falls, diverse Hotels
Seit mehreren Jahren schwebte uns eine Reise nach Südafrika im Kopf herum. Nun sollte es endlich wahr werden. Auf einer Reisemesse holten wir uns viele Informationen und Broschüren. Schon von Deutschland aus buchten wir die ersten Übernachtungen in Kapstadt, die Quartiere in den Naturreservaten sowie einen Mietwagen über „holiday autos“ – eine wirklich richtige und wichtige Vorsorge. Gerade in der Saison, wenn es auf der Nordhalbkugel kälter wird, herrscht in Südafrika, dem wohl zivilisiertesten Land Afrikas, Hochbetrieb.
Der Flug nach Kapstadt war zwar lang, aber da es keine Zeitverschiebung gab, landeten wir ohne Jetlag und konnten uns voll in die Urlaubsabenteuer stürzen. Doch da war noch ein Problem. Hier herrscht Linksverkehr. Glücklicherweise starteten wir jedoch unsere Tour an einem verkehrsberuhigten Sonntagmittag und hatten zudem noch einige Kilometer „Fahrtraining“ auf dem Weg vom Flughafen in die Metropole Kapstadt. In der Pension wurden wir überaus freundlich aufgenommen. Der Gastgeber begleitete uns zum Essen und war sehr interessiert an unserer Routenplanung, die wir schon daheim im Groben skizziert hatten. Nun war es aber endlich an der Zeit, Kapstadt kennenzulernen. Unsere Tour begann an der Victoria & Alfred Waterfront, der Flaniermeile und Einkaufsmall direkt am Hafen mit Bootsanlegeplätzen. Von dort hatten wir einen exzellenten Blick zum Tafelberg, den wir unbedingt besteigen wollten. Er war in einer schneeweißen Wolke verhangen, zwar toll anzusehen, aber keine günstigen Bedingungen für einen Aufstieg. Am Abend organisierten wir uns eine Champagner – Sonnenuntergangsfahrt auf einem Motorschiff entlang der Küste Kapstadts, vorbei an den Aposteln, den Badestränden und Vororten. Schon bald kamen wir in Kontakt mit anderen Touristen und waren uns schnell einig, dass Kapstadt eine der schönsten Weltmetropolen ist. Am nächsten Morgen fuhren wir - mit Zwischenstopp am Pinguinenstrand bei Simons - zum Kap der Guten Hoffnung. Am Parkplatz erwarteten uns schon die wilden Paviane und versuchten uns zu erschrecken, während wir einen Apfel verspeisten. Oft genug schien es wohl zu klappen. Zwei Frauen neben uns ließen tatsächlich ihr Obst vor Angst und Schreck fallen – leichte Beute für die gewitzten Burschen. Eine ausgedehnte Wanderung entlang dem fast südlichsten Punkt Afrikas mit seiner schroffen Küste führte uns zum Leuchtturm und hoch hinaus auf einen Felsen mit einzigartigem Ausblick auf das türkisfarbene Meer und die tosende Brandung. Auf dem Rückweg besuchen wir Camps Bay und erholen uns – da wieder kein „Gipfelwetter“ herrschte am Sandy Beach. Schnell buchten wir noch Fahrkarten für die Fähre nach Robben Island, der 30 Fahrminuten vor Kapstadt gelegenen Gefängnisinsel. Ehemalige Insassen führten uns dort am nächsten Morgen über die Insel und durch die einzelnen Gefängnistrakte, zeigten sowohl die Zelle von Nelson Mandela, als auch den Verpflegungstrakt und – nennen wir es vorsichtig – den Sanitärbereich. Auch nach den authentischen Erzählungen konnten wir wohl auch nur erahnen, wie die politisch Gefangenen damals leben mussten.
Am Nachmittag nahmen wir mit einem weinenden und lachenden Auge zunächst Abschied von Kapstadt und begaben uns auf die nördliche Reise über Langebahn, Clainwilliam, Sprinbbok bis hin zum Augrabies Falls National Park. Die Straßen waren sehr gut ausgebaut, die Kraftfahrer sehr rücksichtsvoll. Doch hier inmitten der Naturreservate gab es über etliche Kilometer nur Schotterpiste – nicht unbedingt angenehm im geliehenen Wagen mit bestem Lack. Aber die Tour lohnte sich, denn es erwarteten uns faszinierende Blicke hin zum sechstgrößten Wasserfall der Erde. Der Oranje River stürzt hier 146 Meter in die Tiefe. Die Schlucht ist 9 Kilometer lang und bietet noch 18 weitere Wasserfälle sowie viel Gelegenheit zum Wandern. Vorsorglich hatten wir einen Bungalow direkt in der Parkanlage reserviert und ließen den Tag am Grill ausklingen. Früh ging es ins Bett, denn sehr zeitig klingelte tags darauf der Wecker für die gebuchte Safari. Wir wollten auf die Suche nach den „Big Five“ gehen, den Elefanten,
Löwen, Leoparden, Nashörnern und Büffeln. Die sahen wir leider nicht, dafür beobachteten wir Giraffen, Zebras, Springböcke, Gnus, Erdhörnchen und Seeadler. Tags darauf fuhren wir zum Kalahari Gemsbok National Park an der Grenze nach Botswana. Auch hier starteten wir zu einer urlaubsunfreundlich frühen Safari. Da wir leider wieder keinen Erfolg mit den Big Five hatten, probierten wir es mit einer angebotenen Nachtsafari. Nun gut – wir folgten auf jeden Fall den Spuren der letzten Löwensichtung, aber… Nichtsdestotrotz gelang es uns Tage später auf einer Tour durch den Addo Elephants National Park nördlich von Port Elizabeth, wenigstens die Hintern von mehreren Elefanten zu bewundern. Doch bis dahin ging es erstmal auf ausgestreckten Touren wieder gen Süden in Richtung Garden Route. Wer es irgendwie ermöglichen kann, sollte einen Abstecher in Graaff Reinet, der Perle des Karoos einlegen. Das ist eine verträumte, sehr saubere und alte Stadt mit besonderem Charme und über 200 denkmalgeschü
tzten Bauten, in denen jedoch ausschließlich Weiße leben. Hier buchten wir eine geführte Tour durch eines der drei Townships, die heruntergekommenen Wohngegenden der einheimisch schwarzen Bevölkerung. Unsere Gruppe war sehr klein, nur wir Beiden und der Guide, ein Bewohner der Slums. Er war Lehrer, eine angesehene Person mit besonderem Privileg. Unsere anfängliche Unsicherheit kompensierte er durch Aufgeschlossenheit und ließ uns die Tour zum emotionalsten Erlebnis werden, das wir wohl nie vergessen werden. Nie haben wir so viel Elend gesehen, uns nie so für unseren Luxus nahezu geschämt und dennoch war es uns vergönnt, im Kindergarten in die leuchtenden Augen der Kleinen zu schauen. Sie waren gerade bei den Proben für den Schuleintritt und einfach nur glücklich. Ein paar Straßen weiter lud uns ein Teenager in die Hütte ein, bat uns Tee an und war so stolz, uns seine Schuldiplome zeigen zu dürfen.
Die Tour führte uns weiter über Hermanus, dem Ort wo man oft die Wale beobachten kann. Ein Whalecryer stand im Stadtzentrum und verkündete den ganzen Tag lauthals, an welchem Ort in der unmittelbaren Umgebung letztens die Wale gesichtet wurden. Weiter führte uns die Reise über die Gardenroute und die Weingegend um Stellenbosh – natürlich mit zünftigen Abstechern in einigen Weinkellern – zurück nach Kapstadt. Wie es das Glück wollte, kamen wir am vorletzten Tag noch in den Genuss, den Tafelberg bei klarem Himmel besteigen zu dürfen. Dort oben konnten wir einfach nur genießen und wir schworen uns, wiederzukommen.
Dieser Reisebericht wurde am 07. Juni 2007 von Andreas
verfasst.
Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Kapstadt Langebahn Clainwilliam Augrabies-Falls, diverse Hotels, Mein Traumurlaub in Suedafrika - Suedafrika einTraum, Rundreise Südafrika nördliche Reise über Langebahn, Clainwilliam, Sprinbbok bis hin zum Augrabies Falls National Park.