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Kenia - Naturreservate im Herzen Afrikas

Rundreise, Wohnmobil

Ein Teil aus "Afrikadurchquerung in Etappen" - Kenia

Wir brechen auf zum gefährlichsten Teil unserer Reise, der Strecke Moyale – Marsabit – Isiolo. Es heißt, hier hat es schon öfter Überfälle gegeben, nicht selten mit tödlichem Ausgang. Als wir bei der Polizei danach fragen, heißt es die Gegend sei „save“. So vertrauen wir darauf, immerhin ist die Konvoipflicht ja aufgehoben.


Der Zustand der Piste ist katastrophal und wir kommen aus dem Fluchen nicht mehr heraus. Und gerade hier passiert das, was nicht hätte passieren dürfen: zwei Schrauben der Motorhalterung sind abgeschert, die zwei anderen haben wir unterwegs verloren. Damit sind Motor und Getriebe nach unten gerutscht und wir sind quasi manövrierunfähig. Glücklicherweise gelingt es uns jedoch die Halterung mit zwei Schrauben neu zu befestigen und nach geschlagenen drei Stunden geht das Gerüttel weiter. Uns ist klar, dass wir Marsabit nicht mehr vor der Dunkelheit erreichen und mitten auf der Strecke übernachten müssen. Kein ermutigender Gedanke, wissen wir doch, wo wir uns befinden. Als wir jedoch am nächsten Morgen unversehrt aufstehen, erklären auch wir die Strecke für „save“…

Marsabit und der Marsabit Nationalpark

Marsabit ist nicht weiter erwähnenswert, eben ein Dorf mitten im Nichts. Doch es gibt einen Nationalpark und den wollen wir uns auch anschauen. Ich frage am Gate, ob es ein Problem ist, sich mit unserem großen Auto im Park zu bewegen und der Mann versichert uns, es ist überhaupt kein Problem. Also fahren wir rein und erleben unser blaues Wunder. Wir wollen zum berühmten Lake Paradise, kann man dort wohl die meisten Tiere beobachten. Wir kommen an zwei Seen vorbei und können nicht glauben, dass der zweite der Lake Paradise sein soll. Denn außer ein bisschen Wasser sehen wir nichts. Da aber die Wege immer schmaler werden, viele Äste immer weiter runter hängen und das ganze für uns unpassierbar wird, kehren wir um und sind stinke sauer. Am Eingang fordern wir unser Geld zurück, gab man uns ja eine falsche Information bezüglich der Passierbarkeit mit unserem Fahrzeug. Doch der Mann lacht nur, bezahlt ist bezahlt…

So leicht lassen wir uns natürlich nicht abschütteln und fahren zur Parkverwaltung. Ich erkläre dem Chef unser Anliegen und nach einer langen Diskussion dürfen wir von der anderen Seite zum Lake Paradise fahren (der Weg soll viel besser sein) und dort sogar übernachten. Wir nehmen das Angebot an und erleben zum zweiten mal an diesem Tag ein blaues Wunder. Der Weg ist noch viel schlimmer als der erste, schmal, steil und teilweise glitschig und auch ein dicker Baumstamm will schon mal weggeräumt werden. Als wir dann am gleichen See rauskommen wie am morgen wissen wir nicht ob wir lachen oder weinen sollen…



Da wir ja nun die Erlaubnis zum Übernachten haben, bleiben wir hier. Und dann kommen sie doch, die Elefanten, zwar weit weg und nur ganz klein, aber immer hin.
Auch den Dicken müssen wir an dieser Stelle mal loben, denn je schwerer das Gelände, umso besser kommt er in Fahrt…

Wir lassen Marsabit samt Nationalpark hinter uns und machen uns auf den Weg nach Isiolo. Und auch hier geht es natürlich nicht ohne Probleme, drei Schweißnähte von unserem Trittstufentank lösen sich in Wohlgefallen auf und der Tank hängt nur noch am goldenen Faden. Also: abmontieren und verstauen. Wir sind froh, als wir in Archer´s Post einen schönen Stellplatz direkt am Fluss finden und uns ein Paar Tage Erholung gönnen können. Na ja, wir sind zwar nie allein, denn viele Kinder beobachten ständig unser Tun, doch der Hund sorgt für einen angemessenen Abstand zum Fahrzeug…

Buffalo Springs & Samburu Nationalpark

Wir starten unseren zweiten Versuch und werden diesmal nicht enttäuscht. Wir sehen jede Menge Tiere, darunter auch Zebras, Giraffen und Elefanten. Und zwar in unmittelbarer Nähe und riesengroß. Nur wegen dem Hund kriegen wir am Nachmittag etwas Ärger, darf man doch Haustiere nicht in Nationalparks einführen und er mal aufgefallen ist (ein Beller zur falschen Zeit am falschen Ort). Ich erkläre dem Parkranger, dass wir das nicht wussten (natürlich wussten wir es) und mal wieder muss ich diskutieren. Doch wir sind hier schließlich in Afrika und man kann sich wirklich aus allem rausreden. Trotzdem sollten wir den Park schnell verlassen und das tun wir auch, denn es ist schon Spätnachmittag und wir wollen zurück an den Fluss. Doch der Platz bleibt uns nicht lange vergönnt, abends kommt die Polizei und bittet uns, freundlich aber bestimmt, in einem Camp oder am Gate des Nationalparks zu übernachten (wegen der Sicherheit). Also packen wir unsere sieben Sachen, fahren weiter Richtung Isiolo und schlagen uns ein paar Kilometer weiter, wie schon so oft, in den Busch…

Isiolo und der Weg nach Nairobi

Kurz nachdem wir die Teerstraße erreichen, schert die dritte Schraube der Motorhalterung ab. Das ist nun wirklich die Höhe, haben wir doch gehofft damit bis Nairobi zu kommen. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als nach Isiolo zurück zu fahren um eine Werkstatt aufzusuchen. Hier kennt man diese Problematik und kann uns gut helfen. Na ja, könnte, wäre in Isiolo nicht der Strom ausgefallen. Aber wofür haben wir einen Generator…



Drei Stunden später rollen wir wieder und erreichen noch am selben Abend Nairobi. Ach ja, auch den Äquator überqueren wir, kein großes Ding, aus dem N für Nord im GPS wird ein S für Süd. Und doch sind wir stolz, diese unsichtbare Linie mit dem eigenen Fahrzeug passiert zu haben…

In Nairobi campieren wir bei Jungle Junction. Es ist wirklich ein kleines Paradies für Reisende. Saubere Sanitäranlagen, ein sehr schön angelegter Garten, eine Wäscherei (unsere Wäsche war seit 2 ½ Monaten nicht mehr so sauber) und ein riesiger Kühlschrank voll mit Bier und anderen Getränken wirken wirklich sehr einladend. Auch ein Taxiservice steht zur Verfügung und Chris, der Besitzer ist sehr hilfsbereit. Hier verbringen wir vier Tage mit verschiedenen Reparaturen, bevor wir weiter nach Mombasa aufbrechen. Am Tiwi Beach wollen wir die restliche Zeit verbringen und einfach nur Urlaub machen. Haben wir uns auch wirklich verdient…

Tiwi Beach – ein echtes Paradies am indischen Ozean

Wir stehen direkt am Strand unter Palmen und ich übertreibe nicht wenn ich schreibe, es ist der schönste Stellplatz unserer gesamten Wohnmobilreisen. Der weiße Sand und das türkis blaue Wasser lassen an die Karibik erinnern. Nur durch den Seetang wird die Idylle etwas getrübt, aber das ist zu dieser Jahreszeit eben üblich.
Endlich können wir auch das Quad rausholen und ein paar Touren machen. Wir fahren ohne Nummernschild, da wir die Roadtax nicht bezahlt haben. Nicht weil wir sie nicht bezahlen wollen, sondern weil der Mensch an der Grenze gesagt hat, das Quad wäre frei. Das glauben wir aber nicht wirklich und so wandeln wir das Fahrzeug in einen „Skooter“ um. Bei der ersten Polizeikontrolle ist man empört. Wir fahren schließlich auf einer öffentlichen Strasse und das geht nun mal nicht ohne Nummernschild. Auch den Führerschein haben wir nur nicht mitgenommen, damit er in Mombasa nicht geklaut wird (wir haben ihn einfach vergessen). Und ich muss sagen, Kenia gefällt mir immer mehr, die Polizisten lassen sich tatsächlich überzeugen, dass das alles seine Richtigkeit hat, schließlich hat der Mann an der Grenze ja gesagt…
Bei den anderen Polizeikontrollen stört man sich gar nicht am fehlenden Nummernschild und lässt uns nach einem kurzen Gespräch weiterfahren…

Ansonsten faulenzen wir und fahren ab und zu mit dem Schlauchboot raus. Ach ja, da wäre dann noch die Geschichte mit dem Radbremszylinder. Da unterwegs nach Mombasa die remswirkung nachgelassen hat, hat Klaus nachgeschaut und festgestellt, dass der Stößel vom Radbremszylinder rausgerutscht ist und sich in die Bremstrommel eingearbeitet hat. Ein Ersatzteil haben wir nicht und so können wir nicht mehr zurück nach Nairobi fahren, wo wir unser Auto abstellen wollten. Und so heißt es, Stellplatzsuche in Mombasa. Doch wir sind erfolgreich und können auf dem Grundstück eines Deutschen unterstellen.

Am 30.06.2007 endet unsere Tour am Frankfurter Flughafen. Nächstes Jahr geht es dann weiter mit Abenteuer Afrika, rund um den Victoria Lake.

13763km liegen hinter uns…

Besondere Sehenswürdigkeiten
- Buffalo Springs und Samburu Nationalpark
- Mombasa
- Tiwi Beach

Dieser Reisebericht wurde am 09. Juli 2007 von globetrotter_ontour verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Rundreise, Wohnmobil, Kenia - Naturreservate im Herzen Afrikas, Samburu Nationalpark, Tiwi Beach, Nairobi, Mombasa.

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