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Ägypten - unterwegs im Land der Pharaonen

Rundreise, Wohnmobil

Ein Teil aus "Afrikadurchquerung in Etappen"

Pünktlich finden wir uns im Hafen von Aqaba ein, um die Ausreiseformalitäten zu erledigen und die Tickets für die Fähre nach Ägypten zu kaufen. Ich gehe zum Schalter und verkünde mein Vorhaben. Der Mann am Schalter teilt uns mit, wir sollen in einer halben Stunde wiederkommen, dann will er den Kapitän fragen, ob die Fähre überhaupt ausläuft, da die See so unruhig sei. Wir wundern uns, denn davon haben wir noch nichts bemerkt. Wir warten und sehen, wie er 10 Minuten später Tickets an andere Reisende verkauft. Also gehen wir zurück zum Schalter, diesmal zu einem anderen Mitarbeiter. Ich teile ihm mit, welche Tickets wir brauchen und alles geht problemlos weiter…


Jetzt die Ausreiseformalitäten. Oben werden die Pässe gestempelt. Zuerst müssen wir jedoch in den Erdgeschoss, die Ausreisesteuer bezahlen. Ich frage, ob ich hier auch das Carnet abstempeln lassen kann (laut Reiseführer im Erdgeschoss), aber er sagt mir nein, das wird oben gemacht. Also wieder nach oben Pässe abstempeln lassen. Danach zeige ich das Carnet und werde verdutzt angeguckt. Carnets werden nicht hier, sondern unten gestempelt. Gibt es noch ein anderes unten? ...
Nein gibt es nicht. Das Carnet wird am Schalter nebenan gestempelt, der vorhin noch zu hatte. Jetzt müssen wir noch die Ausreisesteuer für das Fahrzeug bezahlen und sind dann aber fertig. Das ganze hat vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Danach passiert erst mal lange nichts. Wir warten auf die Fähre, die um 12.30 Uhr fahren soll. Um 12.15 Uhr fängt aber erst das Einschiffen an. Um 12.45 Uhr stehen wir endlich auf der Fähre, mit 5 weiteren Fahrzeugen und jeder Menge Passagiere, die ohne Fahrzeug reisen. Sie alle müssen ihre Koffer abgeben, welche dann wild durcheinander auf zwei Wagen verteilt werden. Sie tun uns jetzt schon Leid, wenn sie die wieder suchen müssen…
Das Schiff ist voll, jetzt wird es wohl gleich losgehen. Es geht noch lange nicht los. Wir warten und warten und warten. Um 14.13 Uhr legt das Schiff dann endlich ab. Die See ist völlig ruhig. An Bord ist es schweinekalt. Schade, dass es keine Aussendecks gibt, dann könnten wir uns draußen etwas aufwärmen…
Auf dem Schiff werden auch die Pässe gestempelt und die davor ausgefüllten Einreisekarten wieder eingesammelt.
Um 16.03 Uhr legt das Speed boat im Hafen von Nuweiba an. Statt einer Stunde Überfahrt, hat es 1 Std. und 50 Minuten gedauert. Bis wir das Schiff verlassen können, vergehen weitere 42 Minuten. Somit hat das ganze 4,5 Stunden gedauert. Was wäre wohl gewesen, wenn wir die normale Fähre genommen hätten?
Um 16.45 Uhr betreten wir also ägyptischen Boden. Soweit so gut. Jetzt kommen die Einreiseformalitäten und wir erleben, was Bürokratie wirklich heißt…

Der Grenzübergang

Chaos ist kein Ausdruck für das, was jetzt kommt. Die Passagiere, die kein Fahrzeug haben, suchen ihre Koffer. Und die suchen sie lange, da das ganze Gepäck verstreut über die halbe Grenze liegt. Somit ist auch für uns ein Vorankommen äußerst schwierig. Wir parken also erst mal und gehen dann auf die Suche. Überall stehen Häuschen und alle sind nur auf Arabisch beschriftet. Der Pass ist eigentlich abgestempelt, trotzdem fragen wir nach, ob wir noch irgendwelche anderen Stempel brauchen. Brauchen wir nicht, der eine reicht. Wir sind enttäuscht. Aber nicht sehr lange. Jetzt geht´s nämlich zum Zoll. Wieder finden wir einen Polizisten, der uns hilft. Das Fahrzeug wird unter einem überdachten Pavillon abgestellt und die Prozedur kann beginnen. Und sie beginnt. Wir werden von Häuschen zu Häuschen geschickt. Wir bekommen immer wieder neue Papierfetzen in die Hand gedrückt, so langsam weis ich gar nicht mehr was wozu gehört. Die Fahrgestellnummer wird direkt vom Fahrzeug abgelesen und auf ein Stück Papier aufgeklebt. Zwischendurch müssen wir immer wieder Gebühren entrichten, was keinesfalls an einer Stelle passiert. Trotz allem sind wir mit den Formalitäten für den Dicken in 2 Stunden durch, haben ägyptische Nummernschilder und eine Fahrerlaubnis für vier Wochen. Auch unsere Aufenthaltsgenehmigung beträgt vier Wochen. Damit sind wir sehr zufrieden. Normalerweise wären wir jetzt fertig, aber wir haben ja noch das Quad. Jetzt geht es so richtig los. Es ist nicht üblich zwei Fahrzeuge nach Ägypten einzuführen, schon gar nicht, wenn beide den gleichen Besitzer haben. Da wir aber doch ein Carnet für das Quad haben, wird es schon nicht so schlimm werden. Es wird schlimmer. Es kostet uns weitere 2 Stunden, das Quad aus dem Zoll heraus zu bekommen. Inzwischen stehen 4 Leute um uns herum und diskutieren. Die Fahrgestellnummer wird mindestens 5 mal verglichen. Einer kommt auf die Idee, wir sollen das Quad aus dem Fahrzeug holen, damit sie es genauer betrachten können. Das kann ich ihm aber Gott sei dank ausreden. So langsam sehen wir uns zum ersten mal an einer Grenze übernachten. Nach langem hin und her und ewigen Diskussionen und dann aber auch nur, wenn wir ca. 1000 USD Kaution hinterlegen, können wir mit dem Quad einreisen. Eigentlich sollten wir ca. 1500 USD zahlen, aber unser Helfer konnte die Summe etwas nach unten korrigieren. Das nächste Problem ist, so viel Bargeld haben wir gar nicht dabei, da wir die Traveller checks nur nach Bedarf eintauschen. Ich erzähle es unserem Helfer und kurzer Hand wird die Bank für uns geöffnet und die Checks eingetauscht. Ich kann es kaum glauben, als wir für einen 50 USD Check tatsächlich 50 USD bekommen. Ich kann es aber auch nicht glauben, als der Kaufvertrag für die Checks verlangt und alles wieder zigmal kopiert wird. Jetzt müssen wir nur noch bezahlen. Wir bekommen irgendwelche zusammengehefteten Zettel, inkl. der Quittung für die Kaution, die wir in Assuan wieder zurückbekommen sollen und können zum letzten Kontrollpunkt fahren. Unser Helfer begleitet uns. Er gibt uns sogar seine Telefonnummer, falls wir irgendwelche Probleme haben sollten. Gegen 20.45 Uhr sind wir dann an der letzten Schranke. Hier wird noch mal kurz ins Fahrzeug geschaut und alle Papiere auf Vollständigkeit überprüft. Dann geht die Schranke auf und…



Wir sind in Ägypten.

Unser Helfer fragt, ob er ein Stück mit uns fahren kann, steigt ins Auto, sieht den Hund, steigt wieder aus dem Auto und sagt, er geht lieber zu Fuß. Ich versichere ihm, der Hund ist kein Problem, also steigt er wieder ein und wir fahren los. Er zeigt uns noch einen Platz zum Übernachten, direkt am Strand. Wir sind hungrig und völlig erschöpft. Nach dem Essen fallen wir förmlich ins Bett und haben keinerlei Einschlafschwierigkeiten.

Der Sinai

Wir erkunden den Sinai uns schnell wird uns klar, hier ist es schlimmer als am toten Meer. An fast jeder größeren Abzweigung gibt es einen Checkpoint. Wir bekommen immer die gleichen Fragen gestellt: welche Nationalität? Wie viele Personen? Wo wir hin wollen und warum. In Dahab wollen wir einen Stellplatz suchen, am Checkpoint will man uns jedoch nicht reinlassen. Folgende Unterhaltung findet statt: Wo wollt ihr hin? Nach Dahab. Warum? Zum Sightseeing und zum Strand. Aber nicht mit diesem Fahrzeug. Warum nicht? Weil LKW und zu groß. Aber das ist kein LKW, das ist ein Caravan. Oh, ein Caravan, ja dann dürfen wir fahren. Ob das Wort Caravan wohl etwas an der Größe des Fahrzeugs geändert hat…
Am Wasser angekommen stellen wir fest, das alles zugebaut und ein Stellplatz kaum zu finden ist. Wir fahren hin und her und werden plötzlich auf deutsch angesprochen. Mario Gassner führt hier zusammen mit seiner Frau das Hotel Sea & C und bietet uns an, auf seinem Grundstück zu übernachten. Duschen inklusive. Wir nehmen das Angebot gerne an. Es entwickeln sich nette Gespräche und Mario steht uns mit vielen guten Tipps zu Seite…
Hier können wir auch unsere Klimaanlage reparieren lassen. Leider scheint der Kompressor kaputt zu sein und so geben wir den Versuch irgendwann auf. Jetzt müssen wir wohl ohne Klimaanlage durch den Sudan und wir wissen: das wird hart…

Am nächsten Tag steht uns das eintönigste und trostloseste Stück Gegend bevor, welches wir auf unserer gesamten Reise erlebt haben. Es ist die Westküste des Sinai. Es gibt kaum Zufahrt zum Wasser, da überall Pipelines liegen, über die man nicht kommt. In Abu Rudeis finden wir dann einen netten Stellplatz, der jedoch nicht lange nett bleibt. Viele Kinder und Jugendliche stürmen auf uns zu, einer klettert auf´s Auto, sieht mich, klettert wieder runter, dann will der nächste hoch, der sieht jedoch Klaus, bricht sein Vorhaben rasch ab und alle verschwinden plötzlich. Die dachten wohl ich wäre alleine…
Am Abend sind immer noch viele am Strand, also entschließen wir uns, uns umzusetzen. Dieser Platz scheint zunächst ruhiger, doch auch hier wird abends an die Türe geklopft. Danach schreit der Klaus einmal „hei“ und Ruhe ist. Die ganze Nacht…

Kairo - eine echte Metropole

In Kairo angekommen, gehen wir direkt in ein Camp und das ist die beste Entscheidung auf der bisherigen Reise. Diese Stadt ist nicht einfach nur groß, sie ist einfach überwältigend. Der Verkehr ist phänomenal, Fußgänger rennen hier förmlich um ihr Leben. Wir rennen mit…

Zum ersten mal treffen wir andere Reisende, doch sie sind schon auf dem Rückweg, also keine Chance Mitreisende für den Ponton in den Sudan zu bekommen.
Wir bleiben zwei Tage und besichtigen alles per Taxi. Was uns wirklich erschreckt ist, wie viel Müll in den Ecken und Seitenstrassen liegt. Karrenweise wird Abfall in den Kanälen abgeladen, auch tote Kühe werden gesichtet. Also für so was haben wir einfach kein Verständnis…

Zu den Pyramiden von Gisa fahren wir dann mit unserem Dicken. Am großen Parkplatz angekommen, werden wir zunächst gefilzt. Im Prinzip hab´ ich ja nichts dagegen, Sicherheit muss sein. Aber nicht so. Wie üblich mache ich die Kontrollen mit, wegen meinem besseren Englisch. Ein Beamter kommt mit seinem Schäferhund ins Fahrzeug und beginnt mit der Durchsuchung. Er lässt sich alles zeigen und kommt mir immer näher. Klaus sitzt vorne mit Basco, der förmlich durchdreht, da ihm nicht entgangen ist, dass ein riesiger Bello hinten ist. Der Typ wird immer aufdringlicher und will immer mehr Sachen sehen. Ich halte Ihn so gut wie nur geht auf Abstand, doch irgendwann landet seine Hand auf meinem Oberschenkel. Jetzt drehe ich langsam durch und obwohl ich eine lange, dicke Hose anhabe denke ich, noch eine Bewegung und der Typ fliegt samt seinem Schäferhund aus dem Auto. Und unser Auto ist verdammt hoch. Natürlich beherrsche ich mich und frage ihn ob wir denn jetzt fertig wären. Er nickt und befiehlt mir jetzt mit ihm die Tickets zu holen. Ich lehne dankend ab, bin ja schon groß und schaffe das alleine. Ich sage, er kann ruhig gehen, wir wollten uns nur noch umziehen und dann zum Schalter gehen. Beim Wort umziehen fängt er fast an zu sabbern, sagt es wäre kein Problem, ich könnte mich jetzt umziehen. Langsam überspannt er wirklich den Bogen. Ich sage, das hat er falsch verstanden, nicht ich wollte mich umziehen, sondern Klaus, aber wenn er zuschauen möchte…
Danach verlässt er wortlos das Fahrzeug. Schade, ich hätte ihn gerne fliegen gesehen, er war kurz davor…
Also ehrlich, es waren schon viele Beamte im Auto, ob Polizei oder Zoll, so unverschämt war wirklich noch keiner…

Die Oasen

Die Weiterfahrt verläuft über die Oasen, da am Nil entlang immer noch Konvoipflicht besteht und das wollen wir unbedingt vermeiden. Wir kommen problemlos durch alle Checkpoints durch, nur an einem werden wir kurz festgehalten und man schwafelt irgendetwas von „Security“. Nach dem ich jedoch mit Bestimmtheit versichere, es ist kein Problem für uns alleine zu fahren, dürfen wir weiter. Als wir in der Oase Kharga ein paar Ruinen besichtigen wollen, geht ein Beamter mit uns durch das Gelände. Uns ist nicht ganz klar, ob er jetzt uns beschützt, oder die Nekropole…



Als wir wieder fahren wollen, erzählen uns drei Uniformierte wieder irgendetwas von Security. Dann soll ich auf einen Zettel „No Policeman in car“ schreiben. Ich schreibe es auf das Blatt mit unseren Daten, aber er versteht es nicht und will unsere Namen wissen. Ich erkläre ihm den Zettel, er nickt und fragt dann nach den Passnummern. Ich erkläre ihm noch mal, dass alle Angaben auf dem Blatt stehen. Er nickt wieder und wir dürfen fahren.
Ich vermute er konnte es nicht lesen, denn viele Menschen beherrschen tatsächlich nur die arabischen Schriftzeichen…

Insgesamt kann man jedoch behaupten, alle Kontrollen sind reibungslos verlaufen, keiner forderte Geld, nur zweimal wollten sie einen Kugelschreiber. Na wenn´s weiter nichts ist…

Luxor und Assuan

In Luxor angekommen verbringen wir zwei Tage im Camp Rezeiky. Von hier lässt sich alles bequem besichtigen und man kann es sich später im Pool gut gehen lassen…
Wir treffen zwei Engländer, die auch in den Sudan wollen. Die ersten Reisepartner sind gefunden…

Nach Assuan müssen wir dann leider im Konvoi fahren. Der Treffpunkt ist mitten in der Stadt. Jede Menge Busse, ein Paar Privatfahrzeuge und wir verlassen um 11 Uhr Luxor. Langsam wird es heiß. Begleitet werden wir von zwei Polizeifahrzeugen, einer vorne und einer hinten. Je länger wir fahren, desto irrsinniger erscheint uns das ganze, wir fühlen uns wie auf dem Präsentierteller. Würde hier in der Mitte des Konvois eine Bombe explodieren, wären wir alle verloren. Noch nie fühlten wir uns gefährdeter als jetzt. Und dann wären da noch die gefährlichen Überholmanöver der Busse. Die drängen, als ginge es um Gott weiß was, dabei kommt eh keiner am Polizeifahrzeug vorbei und alle erreichen das Ziel gemeinsam. Ich frage mich, was wohl wahrscheinlicher ist, von einem Terroristen überfallen zu werden oder bei einem Verkehrsunfall in Konvoi zu sterben…

Nach ca. 100 km fahren die meisten ab und nur noch 3 Fahrzeuge wollen weiter nach Assuan. Dabei auch Jason, ein Deutscher der mit seinem Motorrad nach Südafrika fährt und natürlich auch durch den Sudan muss. Der zweite Reisepartner ist gefunden…
Da wir nur noch zu dritt sind, haben wir Glück und können fast unbeschwert weiterfahren. Die Polizei ist zwar immer wieder mal hinter uns, aber richtig hetzen tun sie uns nicht. Das erleben die beiden Engländer zwei Tage später anders, sie werden von der Polizei beinahe gerammt, damit sie schneller fahren. Wir sind froh, dass sie heile in Assuan angekommen sind.

Der Kampf um den Ponton

Am Donnerstag teilt Mr. Salah uns mit, der Ponton verlässt Assuan am Samstag und so bestellt er uns am besagten Tag um 9.00 Uhr in sein Büro.
Er selbst kommt erst gegen 10.00 Uhr. Inzwischen sind alle Mitreisenden angekommen und so warten wir gemeinsam auf den, der noch nicht da ist. Schon am Donnersteg führen wir eine Diskussion, da wir erfahren, dass keiner mehr mit dem Ponton mitfahren darf. Den Hund erwähnen wir bis dato nicht. Auch die anderen sind nicht davon begeistert, ihre Fahrzeuge ganz alleine zu lassen. Als Mr. Salah dann die Ehre hat zu erscheinen, versuchen wir noch mal gemeinsam, ihn zu überzeugen. Aber er lässt nicht mit sich reden. Dann erzählen wir das mit dem Hund und er fängt fast an zu schäumen. Er rennt zum Telefon und spricht mit dem Kapitän. Jetzt darf eine Person den Hund auf dem Ponton begleiten. Jeder Versuch ihn zu überzeugen, mich auch auf den Ponton zu lassen, scheitert jämmerlich. Er wird immer aggressiver und will uns am Ende auch noch den Ponton streichen, also geben wir auf und er hat den Krieg gewonnen. Nur Klaus und Basco werden den Ponton begleiten. Immerhin geht es dann direkt weiter zur traffic police, die Nummernschilder abgeben und dann zum Hafen. Zuerst durchsucht die Polizei flüchtig die Fahrzeuge, später der Zoll noch flüchtiger. Die ganze Prozedur würde gar nicht mal so lange dauern, hätten wir nicht noch unsere Kaution zurück zu bekommen. Natürlich wollen wir mit der Kaution unseren Anteil am Ponton bezahlen und natürlich ist auch das nicht so einfach. Denn zuerst sollen wir die Quittung für den bezahlten Ponton vorweisen, danach gibt es erst das Geld zurück. Ein Teufelskreis beginnt. Doch irgendwie schaffen es die anderen, uns das Geld kurzfristig zu leihen und wir erhalten die gewünschte Quittung. Jetzt fängt die Lauferei wieder an. Mindestens 10 Leute gucken sich das ganze an, einer schreibt einen Roman auf die Rückseite und 4 unterschreiben diesen dann. Aber am Ende bekommen wir aber unser Geld zurück und sind wirklich sehr froh darüber. Danach werden die Carnets gestempelt und im Prinzip sind wir durch. Bis auf Basco. Jetzt wollen sie noch den Heimtierausweis sehen, dann soll ich diesen noch kopieren und 11 EGP Ausreisesteuer für den Hund bezahlen, welche sie wahrscheinlich gerade eben erfunden haben. Doch als ich bereitwillig mit dem Geld winke, verzichten sie auf die Kopien und wir können unser Fahrzeug verladen. Hätte ich jetzt ein Ticket für die Fähre (auch Klaus musste eins kaufen), würde ich mich im Auto verstecken und keiner würde etwas merken. Aber unser Mr. Salah kennt wohl schon diese Tricks und verkauft uns erst gar keine Tickets. Die können wir dann am nächsten Tag abholen. Inzwischen sind die anderen alle froh, dass wir einen Hund haben und wenigstens eine Person auf dem Ponton bleibt um aufzupassen. Am Nachmittag verlässt dann der Ponton den Hafen und wir fahren zurück nach Assuan. Das Personenschiff fährt am Montag und so haben wir noch den ganzen Sonntag zu warten. Was alle sehr wundert und mich richtig ärgert ist die Tatsache, dass wenn man mit dem Ponton vom Sudan aus nach Ägypten fährt, mehre Leute mitfahren dürfen. Also ist doch alles nur eine Laune von unserm lieben Mr. Salah...

Die Zeit, während ich in Assuan alleine bin, verbringe ich damit, mir irgendwelche Leute vom Hals zu halten. Langsam geht es mir tierisch auf die Nerven, von allen Seiten angequatscht zu werden. Da hilft nur eines: sturer Blick nach vorne gekoppelt mit absoluter Ignoranz. Das ist das einzige was funktioniert, aber wirklich keinen Spaß macht. Die beiden Abende verbringe ich mit Jason und dem englischen Ehepaar Sasha und Richard, zu mehreren ist es etwas einfacher sich normal zu bewegen.
Am Montag geht es dann auf die Fähre, um 9.00 Uhr sind wir im Hafen, um 18.45 Uhr verlässt das Schiff Assuan. Das Teil ist uralt und ich hoffe dass wir alle heil im Sudan ankommen. Doch dann lese ich auf den Rettungsbooten (ja, es gibt tatsächlich welche) den Satz: „Deutsche Rettungsbootfabrik“. Das lässt hoffen…
Da alle Kabinen bereits ausgebucht sind, müssen wir uns mit der 2 Klasse zufrieden geben. Als wir uns ein paar Plätze reservieren wollen, der Schock: die Böden werden mit Diesel gereinigt und man hält es vor Gestank nicht aus. Also ab aufs Deck. Doch die Sonne prallt so stark, dass es hier oben nicht auszuhalten ist. Zum Glück können wir die Kabinen der anderen mitbenutzen und so kriegen wir den Tag irgendwie um. Wir können beobachten, wie die Fähre und eine weitere Barke beladen werden und es ist der reinste Wahnsinn. Jede Menge Menschen stapeln jede Menge Waren in die Höhe und wir fragen uns ernsthaft ob das alles den Sudan je erreicht oder irgendwo im Nasser Stausee versinkt.
Nachts teilen wir uns wieder auf die Kabinen auf und können auf dem Boden schlafen. Auf dicken Decken ist das eigentlich kein Problem. Zwischendurch werden die Pässe eingesammelt, die wir am nächsten Tag bei der Immigration in Wadi Halfa wieder abholen können. Hoffentlich…

Es gibt auch warmes Essen und wie sollte es anders sein, hole ich mir hier eine Magenverstimmung mit anschließendem Durchfall. Doch Dank unserer hervorragenden Reiseapotheke ist das Thema schnell durch.

Fazit Ägypten

Viele schrieben, Ägypten wäre ein sehr schwieriges Reisland, doch es scheint sich vieles gebessert zu haben. Die Bürokratie ist zwar grausam, die Menschen nicht mehr so zurückhaltend wie in Syrien und Jordanien, aber insgesamt gesehen hatten wir wenige Probleme, eigentlich keine. Das Reisen durch die Oasen ist sehr angenehm, auch wenn viele Checkpoints zu bewältigen sind. Wirklich unsicher fühlten wir uns nie (außer im Konvoi) und wir können nur hoffen, dass nicht irgendjemand dieses eigentlich schöne Land zerstört…

Besondere Sehenswürdigkeiten
- Der Sinai
- Kairo
- Die Pyramiden von Giza und Sakkara
- Die schwarze und weisse Wüste
- Die Oasen Bahariya, Dakhla und Kharga
- Luxor- und Karnaktempel
- Die Kataraktlandschaft bei Assuan

Dieser Reisebericht wurde am 06. Juli 2007 von globetrotter_ontour verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Rundreise, Wohnmobil, Ägypten - unterwegs im Land der Pharaonen, Kairo, Giza, Sinai, Weisse Wüste, Luxor, Assuan.

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